19.03.2019 - 13:20 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Orgel der Erlöserkirche frisch überarbeitet

Sie ist fast auf den Tag genau 60 Jahre alt. Um sie von ein paar Gebrechen zu heilen, wird in den letzten eineinhalb Monaten die Orgel in der Erlöserkirche renoviert. Jetzt klingt sie besser denn je.

Saniert und mit einem Gottesdienst wieder in Betrieb genommen wurde die Orgel auf der Empore der evangelischen Erlöserkirche. Die drei Organisten Margarita Wiegleb, Gerd Hennecke und Irmgard Schantz (sitzend, von links) überzeugten sich von der Güte der Arbeit, die Orgelbauer Rainer Kilbert (stehend, links) ausgeführt hat. Am Ende durften die Gottesdienstbesucher die Orgel besichtigen.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Sie ist fast auf den Tag genau 60 Jahre alt. Um sie von ein paar Gebrechen zu heilen, wird in den letzten eineinhalb Monaten die Orgel in der Erlöserkirche renoviert. Jetzt klingt sie besser denn je. Das Ende der Umbau- und Erneuerungsarbeiten wurde in der evangelischen Kirche mit einem festlichen Gottesdienst gefeiert, den Vikar Johannes Amberg leitete. Zwei Männer standen im Mittelpunkt: der Lappersdorfer Orgelbauer Rainer Kilbert und der Dekanatskantor Gerd Hennecke aus Sulzbach-Rosenberg, der für die Landeskirche als Orgelsachverständiger tätig ist. Hennecke spielte bei der Wiederinbetriebnahme der sanierten Orgel mehrere Stücke, unter anderem eine Improvisation über "La Follia". So wie er zeigten sich auch die beiden Organistinnen der Schwandorfer Kirchengemeinde, Margarita Wiegleb und Irmgard Schantz, vom vollendeten Werk angetan. Sie lobten die "neuen, weichen Klangfarben" des Instruments.

Gut eineinhalb Monate hatten die Fachleute um den Lappersdorfer (Landkreis Regensburg) Orgelbauer Rainer Kilbert in der Kirche gearbeitet, um die Orgel auf Vordermann zu bringen. Sie haben dabei unter anderem zwei neue Register- Salicet 4" und Terz 1 3/5' - eingebaut.

Die Einweihung der Orgel erfolgte am 12. April 1959, also vor sechs Jahrzehnten. Gebaut hat sie damals Orgelbau Rieger aus Schwarzach in Österreich. Vor zehn Jahren hat man das Instrument schon einmal zerlegt und später wieder zusammengebaut. Anlass war der Um- und Neubau der Erlöserkirche. Zwischenzeitlich war eine grundlegende Revision nötig geworden: In die Register wurde Filz eingebaut, da sie bereits Holz auf Holz gelaufen sind und somit schwergängig wurden. Außerdem wurden neben den beiden neuen Registern ein altes herausgenommen, da die Orgel für die Erlöserkirche eigentlich zu laut war - in der Vorgängerkirche musste noch ein größerer Raum beschallt werden. Darüber hinaus haben die Orgelbauer Pfeifen ersetzt; nicht alle 1000, aber doch einen Teil von ihnen. Die neuen wurden in England eingekauft. Schließlich gab es noch Probleme mit dem "Wind" zu beheben, was geschah. Dabei geht es um die gleichmäßige Erzeugung, Regulierung, Verteilung und Modellierung von Druckluft.

Überbrückt wurden die Wochen der Orgelrenovierung mit einer kleinen Leihorgel, die im unweit des Altars aufgestellt wurde. Die große Orgel befindet sich im Gegensatz dazu auf der Empore. Während der Arbeiten stand Gerd Heenecke beratend zur Seite, er war am Ende auch für die Abnahme der erneuerten Rieger-Orgel zuständig. Gekostet hat der Auftrag die Gemeinde um die 20 000 Euro. Hätte man sich für eine ganz neue Orgel entschieden, wäre das zehnmal so teuer gekommen.

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