25.02.2020 - 15:19 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Peinliche Panne im Polizeihof

Von ganz groß bis ganz klein: Der Bauausschuss berät über Mehrfamilienhäuser und einen Carport. Letzterer hat eine eher peinliche Geschichte

von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Wenn die Polizei Fahrzeuge oder größere Gegenstände beschlagnahmt, braucht's einen Unterstellplatz. Ganz pragmatisch haben die Schwandorfer Beamten irgendwann im Jahr 2002 deshalb einen Carport im Innenhof der Inspektion aufgebaut, ungefähr 12 Meter breit, 4,50 Meter tief und bis knapp drei Meter hoch, mit einem Pultdach. Auch Dienstwagen werden hier untergestellt. Zu sehen ist der Unterstand von außen nicht.

Alles geregelt, also? Nicht ganz. Eine Kleinigkeit wurde übersehen. Genehmigt war der Carport nämlich nicht. Das fiel nun dem Staatlichen Bauamt auf, das den Unterstand nun in seinen Bestand aufgenommen hat - und dabei offenbar entdeckte, dass keine "bauaufsichtliche Zustimmung" für den Bau vorlag. Dem Bauausschuss lag nun der Antrag vor, die Zustimmung nachzuholen. Was, nach knapp 18 Jahren Bestand des Carports, dann auch einstimmig erledigt wurde.

Auf Antrag der SPD wurde ein Vorhaben an der Steinberger Straße 32 erneut auf die Tagesordnung genommen. Dort soll ein viergeschossiges Mehrfamilienhaus (16 Wohnungen) mit rund 16 mal 25 Meter Grundfläche entstehen, dazu Tiefgarage und Stellplätze. In der Umgebung stehen ein- bis zweigeschossige Wohnhäuser mit deutlich kleinerer Grundfläche. Die Verwaltung kam zu dem Schluss, dass dieser Bau hier dem Einfüge-Gebot nicht entspricht. Auch dass der Bauherr die beiden oberen Staffelgeschosse nun schmaler ausführen und ein Satteldach aufsetzen will, reicht nach Ansicht der Bauverwaltung nicht. Zwar sinkt damit die Traufhöhe von knapp 12,50 auf 7,64 Meter. Allerdings würde der First des Gebäudes über 16 Meter hoch.

"Das ist fast so hoch, wie der Getreidesilo", merkte Franz Radlinger (CSU) dazu an, das Gebäude füge sich hier nicht ein. Alfred Braun (SPD) befand ebenfalls, dass der Bau hier nicht hinpasse, allein schon wegen des großen Grundrisses. Da müsse sich der Bauherr noch bewegen. Dem schloss sich der Ausschuss an, mit Ausnahme von Ferdi Eraslan (FW), der sich für eine Genehmigung aussprach.

Ein weiterer Antrag für ein großes Wohngebäude liegt der Verwaltung für das Grundstück an der Hochrainstraße 93, die ehemalige Versammlungsstätte der "Zeugen Jehovas" vor. Hier sollen zwölf Wohneinheiten samt Garagen entstehen.

Die CSU hatte beantragt, eine Straße in Schwandorf nach der Partnerstadt Sokolov zu benennen. Die Partnerschaft besteht seit 20 Jahren. Die Verwaltung schlug vor, den Klausensee-Kreisel umzugestalten. Dort am südlichen Eingang zur Stadt sollen Fahnen und Wappen auf die Partnerschaft hinweisen. Damit zeigte sich der Ausschuss einverstanden.

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