19.03.2019 - 18:18 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Vor Preisexplosion ausgeschrieben

Auf bis zu 43 Millionen Euro werden Neubau und Sanierung des Beruflichen Schulzentrums (BSZ) aktuell taxiert. Der Kreisbauausschuss sieht sich trotz zehn Millionen Mehrkosten auf dem richtigen Weg.

Der Kreistagsausschuss für Planung und Bau mit Ladnrat Thomas Ebeling (links) an der Spitze nahm auch die Werkstätten in den Bauhallen in Augenschein. Sie werden abgerissen, wenn der Neubau auf einem benachbarten Grundstück steht, dass der Landkreis gekauft hat.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Die Steigerung sei in erster Linie der beschlossenen Neukonzeption geschuldet, erläuterte die Sachgebietsleiterin Hochbau am Landratsamt, Michaela Gottmeier, dem Ausschuss am Dienstag. Dazu gehört der Neubau der "Bauhallen", in denen die Werkstätten für die angehenden Bauhandwerker, Fliesenleger und Maler vorgesehen sind. Das Grundstück dafür liegt direkt neben dem BSZ und wurde erst kürzlich gekauft.

"Wir sind der Motor der Region", sagte Schulleiter Ralf Bormann und erinnerte daran, dass etwa zwei Drittel aller Schüler des Landkreises im BSZ ausgebildet werden - sei es an den beruflichen Ober- schulen oder an der Berufsschule. Rund 3600 junge Menschen werden derzeit von 200 Lehrkräften unterrichtet.

Die größte Baumaßnahme in der Geschichte des Landkreises begann mit dem Erweiterungsbau der FOS/BOS, in dem der Ausschuss in einem neuen Fachraum für Kunst tagte. Der Bau verschlang rund 13,7 Millionen Euro. Die laufenden drei Bauabschnitte (unter anderem Sanierung Hauptbau) werden etwa auf 15,4 Millionen Euro taxiert. Rund 550 000 Euro mehr, als im Dezember 2016 veranschlagt. "Die Kosten liegen fünf Prozent über der Berechnung. Damit liegen wir ganz gut", sagte Gottmeier. Die frühzeitige Ausschreibung vor der Explosion der Baupreise 2018 habe sich gelohnt.

Für die beiden großen Bauabschnitte rechnet der Landkreis mit etwa 11,4 Millionen Euro an Zuschüssen. In diesem Jahr investiert der Landkreis im BSZ gut 4 Millionen Euro, dann wurden laut Gottmeier knapp 20 Millionen Euro verbaut. "Mit 33 Millionen Euro sind wir ins Rennen gegangen", sagte Karl Bley (SPD) und hob noch einmal hervor, dass die Mehrkosten vor allem zusätzlichen Bauten wie den Bauhallen geschuldet seien. "Was sind wir geprügelt worden, als wir uns für die Sanierung entschieden haben," sagte Siegfried Damm (SPD). "Aber wir bauen eine Schule, mit der wir alle zufrieden sein werden". Georg Butz (CSU) pflichtete ihm bei. Die etwa zehn Millionen mehr seien in eine zukunftsfähige Schule gut investiert. Rudi Sommer (Grüne) sagte, die bisherigen Abschnitte machten "einen guten Eindruck". Er sei auf die endgültige Energiebilanz gespannt. "Das Geld sind uns die 3600 Schüler und 200 Lehrer wert", betonte Landrat Thomas Ebeling (CSU).

Gottmeier und der Mitarbeiter der Schulleitung, Armin Erben, führten das Gremium anschließend durchs Schulzentrum, das nach dem Strompionier Oskar von Miller benannt ist. Fertige, neue Fachräume, Küche und Mensa wurden ebenso in Augenschein genommen wie die Baustelle. Dort entstehen unter anderem zwei große Mehrzweckräume, die beispielsweise für Prüfungen benötigt werden. Auch die in die Jahre gekommenen Bauhallen waren Ziel. Sie werden abgerissen, wenn der Neubau auf dem Nachbargrundstück steht. Damit wäre etwa 2024 die Gesamtmaßnahme abgeschlossen.

Die Kosten liegen fünf Prozent über der Berechnung. Damit liegen wir ganz gut.

Michaela Gottmeier, Sachgebietsleiterin Hochbau

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