19.09.2018 - 16:45 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Prognose: "Stärkere Demokratie"

Ein bisschen Kind sein im Wahlkampf? Geht! Katrin Göring-Eckardt erkundet auf dem Brunnerhof in Richt barfuß die Strohhüpfburg und löchert "Erlebnisbäuerin" Veronika Peters-Brunner mit Fragen.

Katrin Göring-Eckardt (grünes Kleid) ließ sich von Josef Brunner (Zweiter von links) und Veronika Peters-Brunner (vorne, links neben Göring-Eckardt) über den Hof führen.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Der Rundgang am Brunnerhof in Richt dürfte wohl zu den angenehmeren Terminen im Wahlkampf für Katrin Göring-Eckardt, die Vorsitzende der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, gehört haben. Betont locker mit Sonnenbrille und im grünen Kleid ließ sich die Politikerin das Anwesen zeigen. Veronika Peters-Brunner, die sich selbst als "Erlebnisbäuerin" bezeichnet, erläuterte das Konzept des Hofes, zu dem Schweinezucht, Kartoffelverkauf, Hofmetzgerei und -laden sowie ein Café gehören. Der Brunnerhof ist aber auch ein Lern- und Erlebnisort für Mädchen und Buben. Die Betreiber veranstalten unter anderem Kindergeburtstage, bieten Töpferkurse sowie Schnitzeljagden an und beteiligen sich regelmäßig am Ferienprogramm.

Göring-Eckardt zeigte sich begeistert von dieser "sehr, sehr guten Kombination". Sie betonte auch, wie wichtig die Aufklärung für Kinder "selbst in so einer ländlichen Gegend wie hier" sei. Sie verwies dabei auf die Frage eines Kindes, die Erlebnisbäuerin Peters-Brunner beim Rundgang wiedergab: "Warum schlachtet ihr die Schweine, die Wurst gibt's doch beim Netto." Solche Wissenslücken kämen zwar selten, aber immer mal wieder vor. Gerade deshalb sprach sich Peters-Brunner dafür aus, Programme wie "Erlebnis Bauernhof" des Landwirtschaftsministeriums auszuweiten.

Göring-Eckardt stellte sich am Rande der Veranstaltung Fragen zur anstehenden Landtagswahl. Sie ist überzeugt: "Die Demokratie wird in Bayern stärker werden." Das merke man an der Reaktion der CSU, die es offensichtlich nicht gewöhnt sei, mit anderen Partnern darüber sprechen zu müssen, wie regiert und über welche Themen geredet wird. Für die Demokratie sei es belebend, wenn nicht eine Partei alleine regiere. Sollte die AfD es in das Parlament schaffen, dann sei das zwar ein Problem, "wie wir es schon im Bundestag und anderen Landtagen haben". Dem könne man aber nur mit Haltung begegnen und nicht, "in dem man denen hinterher quatscht" - so wie es Ministerpräsident Markus Söder gemacht habe. Die Frage sei viel mehr, ob man dagegenhält. Göring-Eckardt erklärte: "Wir stehen für Zusammenhalt der Gesellschaft und eine Politik, die nicht versucht, Minderheiten für Probleme verantwortlich zu machen, die sie nun wirklich nicht verursacht haben." Als Negativbeispiel nannte sie das "Die Mutter aller Probleme"-Zitat von Innenminister Horst Seehofer.

Eine Koalition mit der CSU wollte Göring-Eckardt dennoch explizit nicht ausschließen: "Wir machen Wahlkampf und Politik, um auch Verantwortung übernehmen zu können." Wenn man gestalten will, könne man sich jedoch leider nicht aussuchen, wer die Partner sind. Allerdings schon, wofür man stehe und kämpfe: eine proeuropäische Haltung, gegen Abschottung, gegen Überwachung und eine echte Klimapolitik. "Wir werden keine dunklen, faulen, miesen Kompromisse machen", versprach Göring-Eckardt.

Wir werden keine dunklen, faulen, miesen Kompromisse machen.

Katrin Göring-Eckardt über eine mögliche Koalition mit der CSU

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