Die Wehranlage in der Naab bei Dachelhofen wurde 1929 vom damaligen Bayernwerk zum Zwecke der Kühl- und Brauchwasserversorgung des Dampfkraftwerks Schwandorf gebaut. Zum Unterhalt verpflichtet ist mittlerweile der Freistaat Bayern. Die Wehranlage ist baufällig. Deshalb wollte sie das Wasserwirtschaftsamt Weiden zurückbauen, stieß mit den Plänen aber auf den Widerstand der Anwohner, die eine Senkung des Grundwasserspiegels und damit eine Gefährdung für ihre Immobilien befürchten.
Bei einer Informationsveranstaltung im Konrad-Max-Kunz-Saal der Oberpfalzhalle stellten Bauoberrat Andreas Ettl, der Vertreter der Abteilung "Planung/Bau", Christoph Hartmann, und Diplom-Wirtschaftsingenieur Matthias Haselbauer die neuen Pläne vor und versuchten, die Bedenken der Anwohner auszuräumen.
Die Wehranlage soll zurückgebaut und der Höhenunterschied durch eine "raue Rampe" ausgeglichen werden. Dabei wird der Wasserstand im Oberwasser gehalten. Die bisher nicht vorhandene Durchgängigkeit der Naab an dieser Stelle werde mit dem Wehrrückbau wieder hergestellt, so das Expertenteam.
Wasserspiegel halten
Das Wasserwirtschaftsamt Weiden hat die Maßnahme an ein externes Bauunternehmen vergeben. Zwingende Vorgabe sei, den Wasserspiegel im Oberwasser der Anlage zu halten, erklärte Andreas Ettl. Das bestehende Stauwehr wird nach der Errichtung der "rauen Rampe" abgerissen. "Die Rampe ist für alle Gewässerlebewesen durchgängig", erklärte Matthias Haselbauer vom beauftragten Ingenieurbüro. Dieses Projekt werde komplett vom Freistaat Bayern finanziert, auf die Stadt Schwandorf kämen keine Kosten zu, so der Abteilungsleiter des Wasserwirtschaftsamtes, Andreas Ettl.
Die ersten Pläne des Wasserwirtschaftsamts stießen bei den Anliegern und dem Stadtrat auf Widerstand. Die Dachelhofer befürchteten, "dass mit der schrittweisen Absenkung des Naab-Pegels um insgesamt 1,20 Meter Schäden an ihren Häusern einher gehen". Das Wasserwirtschaftsamt hielt das nach entsprechenden Gutachten zwar für unwahrscheinlich und hatte Beweissicherungsmaßnahmen zugesichert. Der Widerstand aber blieb. Der Stadtrat schloss sich im September 2017 den Bedenken der Anlieger an und bat das Amt, den Antrag auf Absenkung des Pegels am Bayernwerkswehr zurückzuziehen. Ziel des Wasserwirtschaftsamtes war, die Naab wieder ein Stück durchlässiger zu machen. Das Querbauwerk bremse nicht nur Fische auf ihren Wanderungen aus, sondern auch andere Wasser-Lebewesen. Weil das ausgediente Wehr dem Freistaat gehört, hat das Wasserwirtschaftsamt Zugriff und die Möglichkeit, die Durchgängigkeit des Gewässers zu verbessern und damit die EU-Richtlinien umzusetzen. Zwar blieb das Amt dabei, dass ein Rückbau ideal wäre, wollte diesen aber nicht mit aller Gewalt durchsetzen. Die Experten suchten nach einer Alternative und fanden sie in einer Rampe, die aus Kies und Wasserbausteinen besteht. Diese Stromschnelle können Fische und Kleinlebewesen überwinden. "Die Technik ist erprobt", erklärt Diplom-Ingenieur Andreas Ettl.
Ankauf von Grundstücken
Das 90 Jahre alte Wehr wird abgerissen, wenn die Rampe errichtet ist. Bis dahin wird aber noch einige Zeit vergehen. "Wir brauchen zum Bau der Rampe angrenzende Grundstücke", erklärt Andreas Ettl, der gerade dabei ist, die Verhandlungen mit den Besitzern zu führen. Der Freistaat biete ihnen Geld oder Ausgleichsflächen an, so der Abteilungsleiter. Andreas Ettl ist auf der Suche nach solchen Ausgleichsflächen in der Nähe und bittet Grundstücksbesitzer um Kontaktaufnahme, wenn sie zu einer Abgabe bereit sind.














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