02.09.2018 - 15:57 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Rennpiloten in Seifenkisten

Regen und technische Probleme bringen den Zeitplan zwar etwas durcheinander, den Veranstalter aber nicht aus der Ruhe. Auf die Herausforderungen reagiert Dr. Karl-Heinz Saur beim Seifenkistenrennen mit Gelassenheit.

115 Seifenkisten-Piloten aus vier Nationen gingen am Wochenende bei den 20. Europameisterschaften und den 70. nationelen Titelkämpfen auf der 300 m langen Strecke auf der „Hoher-Bogen-Straße“ an den Start.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

(rhi) Als die Rampe am Samstag "aus dem Leim" geriet, rief der Präsident des TSV Schwandorf den Notdienst des Bauhofes. Rechtzeitig zum Start ließ der Regen nach. 115 Piloten aus Deutschland, Belgien, Österreich und Polen gingen am Samstag und Sonntag 171 Mal an den Start. Ein Mammutprogramm, das der Ausrichter der 20. Europameisterschaften und der 70. nationalen Titelkämpfe nicht komplett über die Bühne brachte. Statt vier Läufe gab es in den meisten Wettbewerben nur zwei. "Bevor es dunkel wurde, haben wir die letzten Fahrer noch untergebracht", sagte Markus Braun. Für den Regionalleiter des "Deutschen Seifenkisten Derbys e.V." war vor allem wichtig: "Alles ist unfallfrei verlaufen."

Der Sicherheit galt das oberste Gebot. Die Strecke war gesichert und abgesperrt, die Fahrzeuge wurden technisch überprüft, und bei den Piloten handelte es sich um die Elite im Seifenkistenfahren. 30 Prozent der Besten in den einzelnen Klassen qualifizierten sich für die Europameisterschaften, die gleich im Anschluss an die nationalen Titelkämpfe ausgetragen wurden. Am Sonntag vergab der TSV Schwandorf zum elften Mal auch noch den "Großen Preis der Stadt Schwandorf".

Jubiläum gefeiert

Bei der Auftaktveranstaltung am Freitagabend marschierten die Delegationen von 20 deutschen Vereinen und drei ausländischen Verbänden in die TSV-Turnhalle ein und formierten sich zum Gruppenfoto. Die Farben des TSV Schwandorf vertraten Alexandra Saur, Thomas Wild, Korbinian und Maxim Seiler sowie Ösman Kellecioglu. Von den auswärtigen Teilnehmern verbrachten die meisten die Nächte im Zeltlager auf dem Gelände des TSV Schwandorf.

Der Verband des "Deutsche Seifenkisten Derbys" feierte in Schwandorf das 45-jährige Jubiläum. Präsident Norbert Friedrich erinnerte an das Jahr 1948, als der Sport von Amerika nach Deutschland kam und die Firma Opel die Meisterschaften ausrichtete. Im Oktober 1973 gründete sich dann der Dachverband mit 16 Vereinen. Damals durften nur Jungen an den Start gehen, so der Vorsitzende. Mittlerweile seien es mehr Mädchen als Buben, die sich an den Meisterschaften beteiligen. Und, so Präsident Norbert Friedrich: "Wir kämpfen um Nachwuchs". Dass heuer bundesweit 33 neue Piloten dazu gestoßen seien, stimme ihn zuversichtlich.

300 Meter lange Strecke

Zweite Bürgermeisterin Ulrike Roidl überreichte Norbert Friedrich und Markus Braun ein Buch der Stadt Schwandorf. Oberbürgermeister Andreas Feller und die Pokalspender unter den Stadträten nahmen am Samstag- und Sonntagabend die Siegerehrungen vor. Die schnellste Zeit erzielte Europameisterin Jana-Lena Ricker von den Berkelrasern aus Billerbeck im Kreis Coesfeld in Nordrhein-Westfalen. Sie startete in der Elite-Klasse XL und legte die 300 Meter lange Strecke in 32,26 Sekunden zurück. Auf dem Friedhofsparkplatz hatte der Veranstalter das Fahrerlager eingerichtet. Dort erfolgte die technische Abnahme der Geräte. Anschließend ging es zur Startrampe. Der Ehrenvorsitzende des Stadtverbandes für Sport, Ernst Schober, moderierte die Wettkämpfe und versorgte die Zuschauer mit Informationen. Ein Team des TSV Schwandorf unterstützte die Vertreter des Verbandes bei der Zeitmessung und Auswertung. Bericht über die Siegerehrung der Stadtmeister folgt.

Zum Auftakt marschieren die Vertreter von 20 deutschen Vereinen und drei ausländischen Verbänden in die TSV.-Halle ein und formierten sich zum Gruppenbild.

Alexandra Saur führte beim Einmarsch die Schwandorfer Delegation an. Die viermalige Gewinnern des „Großen Preises der Stadt Schwandorf“ setzte sich nach einigen Jahren Pause wieder in eine Seifenkiste und fuhr um den Lorbeerkranz der Stadt.

Der Präsident des „Deutschen Seifenkisten Derby e.V.“, Norbert Friedrich, hatte diesen Oldtimer-Prototyp mitgebracht, eine Mischung aus Bentley und Mercedes, der in der offenen Klasse startete, in der es nicht um Schnelligkeit ging.

TSV-Präsident Dr. Karl-Heinz Saur ließ sich trotz einiger Schwierigkeiten nicht aus der Ruhe bringen.

Die Zwillinge Marie und Laurenz Bastin aus Belgien starteten in der Junior-Klasse.

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