06.03.2019 - 15:20 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Richter Landwirt will erweitern

Der Brunnerhof in Richt möchte expandieren. Das Vorhaben tritt mit dem sogenannten Rahmenplan "Siedlungspotentiale" in Konflikt. Die Mitglieder des Planungs- und Umweltausschusses finden dennoch eine Lösung.

Der Brunnerhof soll erweitert werden. Vom Landwirt ist auf der orange eingefärbten Fläche ein Strohschweinemaststall geplant.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Diese Bauvoranfrage stellte sich als knifflig heraus. Der Landwirt des Brunnerhofs in Richt plant zu erweitern. Geplant sind eine Strohschweinemaststall, Strohlager, Futterlager, Schlacht- und Zerlegeräume sowie ein Wohnhaus. Die Krux an der ganzen Sache: Im Juli 2015 hat der Planungs- und Umweltausschuss den Rahmenplan "Siedlungspotentiale" für Wohnen, Gewerbe und Freizeit beschlossen. Darin ist ein potenziell langfristiger Wohnstandort in Richt festgelegt worden. Das Landratsamt teilte der Stadt mit, dass der Bau "aus immissionsschutzfachlicher Sicht abzulehnen" sei. Eine Berechnung der Geruchsemission ist dem vorausgegangen. Die Werte überschreiten die Zulässigkeit für Wohn- und Mischgebiete.

Nun waren sich in der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses aber alle Stadträte einig: Das Vorhaben soll ermöglicht werden. Andreas Wopperer (CSU) fragte: "Wenn nicht auf dem Dorf, wo sonst?" Auch Manfred Schüller (SPD) erklärte, dass seine Partei dem Vorhaben positiv gegenüberstehe und brachte erneut eine "Innenverdichtung" aufs Tapet; leerstehende Flächen sollen genutzt werden. Außerdem sagte er: "Wir müssen froh sein, solche Landwirte zu haben. Die Bedingungen sind besser, als in konventionellen Betrieben. Wenn er nicht in der Nähe seines Betriebs erweitern soll, wo sonst?" Marion Juniec-Möller (Die Grünen) sagte: "Der Landwirt wählt einen Weg, der verträglich ist. Alles hat Maß und Ziel. Wir sind am Land und sollten die Erweiterung ermöglichen."

Auch Kurt Mieschala (Unabhängige Wähler) teilt diese Ansicht. Er regte allerdings an, den Betrieb etwas an die Nordumgehung zu rücken. Die Stadträte erteilten Josef Brunner, der bei der Sitzung anwesend war, das Wort. Er erklärte, dass dafür zum einen ein Flächentausch notwendig wäre. Zum anderen möchte Brunner die Gebäude "in der Nähe halten", weil er auch Kindergeburtstage veranstalte und einen Hofladen betreibe. Viele möchten Einblicke in den Betrieb gewinnen. Das geht nicht, wenn die Gebäude zu weit auseinanderliegen. Letztlich stimmten die Ausschussmitglieder dem Vorhaben einstimmig zu. Der bestehende Rahmenplan "Siedlungspotentiale" soll geändert werden, die betroffene Fläche wird aus dem Flächennutzungsplan herausgenommen.

Hintergrund:

Aus dem Planungsausschuss

Die Stadträte befassten sich mit dem Baugebiet "Schlossacker". Eine schallteschnische Untersuchung ist angeordnet worden, da die Kreisstraße SAD 20 in der Nähe der Parzellen verläuft. Die Ergebnisse haben zur Folge, dass eine Stützmauer an der nördlichen Seite der Erschließungsstraße errichtet werden muss. Außerdem war der Bebaungsplan "Steuerungskonzept für Vergnügungsstätten in der Innenstadt" Thema. Die Beteilung der Öffentlichkeit ergab laut Stadtverwaltung, dass Behörden und Bürger keine wesentlichen oder keine Einwände vorgebracht haben.

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