28.10.2019 - 10:34 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Mit dem Rollator durch die Stadt

Die Barrierefreiheit ist in Schwandorf nicht nur Thema, sondern in den vergangenen Jahren auch angepackt worden. Die Mitglieder des Bauausschusses machen sich bei einem Rundgang ein Bild von den Fortschritten und problematischen Stellen.

Roland Steher (links) sprach vor den Bauausschuss-Mitgliedern über die behindertengerechten Parkplätze auf dem Marktplatz.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Über die Naabuferstraße von der Innenstadt zum Stadtpark - das ist für Menschen mit eingeschränkter Mobilität alles andere als ein einfacher Weg. Wie schwer die Straßenüberquerung sein kann, davon überzeugten sich die Bauausschuss-Mitglieder. Sie zogen mit Rollatoren und Rollstühlen los, um die Barrierefreiheit in der Stadt genauer zu betrachten.

Als sie schließlich an der Naabuferstraße angelangten, stellten sie fest: Viele Autofahrer nehmen kaum Rücksicht. Es ist durchaus gefährlich, von einem Bürgersteig zum anderen zu kommen, um anschließend den barrierefreien Eingang zum Stadtpark zu nutzen. Roland Stehr vom Sachgebiet Tiefbau erklärte, dass eine Ampel oder ein Zebrastreifen an dieser Stelle wegen des Verkehrsflusses nicht möglich seien. Beim Zugang in der Nürnberger Straße stellen sich ruppiges Kopfsteinpflaster sowie ein steiler Auf- und Abstieg als Hürde dar. Abhilfe könnte - langfristig - die Sanierung der Naabbrücken schaffen.

Bei dem Rundgang durch die Stadt stellten die Bauausschuss-Mitglieder also fest, mit welchen Herausforderungen Menschen mit eingeschränkter Mobilität konfrontiert sind. So eine Begehung gab es bereits vor fünf Jahren. Und trotz der Schwierigkeiten in der Naabuferstraßen fiel das Fazit positiv aus. Seit 2014 ist einiges für die Barrierefreiheit in Schwandorf unternommen worden. Dazu zählen etwa die Erneuerung der Friedrich-Ebert-Straße und behindertengerechte Parkplätze am Marktplatz.

Die Stadträte wollen das Thema weiter im Blick behalten. Das zeigte auch ein weiterer Tagesordnungspunkt, der in der Bauausschusssitzung behandelt wurde. Dabei geht es um den barrierefreien Umbau von Bushaltestellen. Im Kernstadtbereich werden derzeit etwa 100 Haltestellen auf den Citybuslinien angefahren - keine einzige ist barrierefrei. Der Freistaat fördert Umbaumaßnahmen aktuell mit einem Zuschuss von 50 Prozent der Kosten. Deshalb votierte der Bauausschuss einstimmig dafür, in den kommenden Jahren jährlich 150 000 in den Haushalt einzustellen. Mit dem Geld sollen jährlich drei bis fünf Haltestellen barrierefrei gestaltet werden.

Aus dem Bauausschuss:

- Die Firma Easy Homes hat den Zuschlag für den Bau von sechs Obdachlosenwohnungen in der Stadt bekommen. Das Angebot lag bei rund 185 000 Euro.

- Ein Vertreter des Architeturbüros Hgs Architekten informierte, welche Materialien für die Generalsanierung der Turnhalle an der Kreuzbergschule verwendet werden sollen.

- Oberbürgermeister Andreas Feller teilte einen Eilentscheid mit: Für die Sanierung eines Teilbereichs der Gemeindeverbindungsstraße "Krondorfer Straße" hat die Firma Strabag den Zuschlag bekommen. Sie gab das wirtschaftlichste Angebot über rund 78500 Euro ab.

- Die Firma Benteler erweitert. Unter anderem soll eine weitere Produktionshalle entstehen. Das Gremium stimmte dem Bauantrag zu.

- Einmal mehr befasste sich der Bauausschuss mit dem Tagesordnungspunkt "Errichtung einer Offenen Ganztagsschule an der Gerhardinger Schule". Interessanteste Info: Das ehemalige Krankenhaus soll erhalten und in den Räumen das Stadtarchiv untergebracht werden.

- Einen Tagesordnungspunkt, in dem es um den Bebauungsplan "Erikastraße" ging, wurde verschoben. Allen voran Franz Radlinger von der CSU monierte, dass die Beschlussvorlage erst kurz vor der Sitzung eingegangen sei. Das Thema müsse die Partei erst fraktionsintern intensiver besprechen, um darüber urteilen zu können. Auch Alfred Braun (SPD) schlug in dieselbe Kerbe: "Wir fühlen uns von dem ganzen Zahlenwerk überfordert."

- Der Bauausschuss schaffte in der Sitzung die Voraussetzung für den Bau einer Förderstätte und eines Wohnheimes (zweiter Bauabschnitt) für Menschen mit Behinderung der Barmherzigen Brüder auf dem Gelände westlich des Landratsamts-Parkplatzes.

- Die Firma Sadler darf im Industriegebit Süd eine Werkstatthalle mit Büro errichten.

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