Von Clemens Hösamer
Wo früher der Abfall in zwei Kesseln brannte, klafft nun ein großes Loch: Der Rückbau der Ofenlinien 2 und 3 im Müllkraftwerk Schwandorf ist abgeschlossen. Damit ist ein weiterer Schritt im Großprojekt "Triphönix" des Zweckverbands Müllverwertung Schwandorf, ZMS, zeitplangerecht geschafft. ZMS-Verbandsdirektor Thomas Knoll und der Technische Leiter des Müllkraftwerks, Konrad Rieger, verschafften sich kürzlich einen Überblick über den Rückbau, der im Januar 2026 begann und am 20. Mai 2026 mit der Einebnung des Baufeldes für die neue „Ofenlinie 20“ endete. Das teilte der ZMS mit.
Am 14. Dezember 2025 wurde die Ofenlinie 3, am 17. Dezember die Ofenlinie 2 nach 43 Jahren Betrieb abgeschaltet. Das Großprojekt „Triphönix“ sieht den Austausch der älteren, kleineren Ofenlinien 1 bis 3 durch zwei modernere und größere Anlagen bis 2031 vor. Die größere Ofenlinie 4 wurde zunächst ertüchtigt, die Ofenlinie 1 läuft zunächst weiter, um die Müll-Entsorgung während des Baus sicherzustellen. Die neue Ofenlinie 20 soll im Jahr 2028 in Betrieb gehen. Anschließend wird auch die alte Ofenlinie 1 abgeschaltet und abgerissen, danach der zweite neue Ofen gebaut.
Schwierige Bedingungen
Knoll habe sich wehmütig und erfreut zugleich gezeigt, teilt der ZMS mit. „Wehmut, da mit dem Rückbau der Ofenlinien die seit 1982 in Betrieb waren eine historische Ära endet. Freude darüber, dass mit dem Neubau die Voraussetzungen für einen zukunftsweisenden und effizienteren Betrieb, bei weiter verbesserten Umweltstandards und einer noch höheren Entsorgungssicherheit für das ZMS-Verbandsgebiet geschaffen werden“, so Knoll. Technischer Leiter Konrad Rieger lobte die abbruchausführende Firma Landwehr, die den Rückbau unter schwierigen Bedingungen termingerecht vor allem unfallfrei erledigt habe.
Während des Abbruchs wurden laut ZMS rund 3.500 Tonnen Stahlschrott rückgebaut und der Wiederverwertung zugeführt. Im nächsten Schritt wird ein Zement-Kalk-Gemisch in das Baufeld eingefräst, um das Fundament vorzubereiten. Anfang Juni 2026 beginnen Probebohrungen, um sicherzustellen, dass sich keine Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden befinden. Anschließend werden laut ZMS rund 300 Stützpfähle für die Standsicherheit der neuen Ofenlinie in die Erde gebohrt. Die Pfähle mit einem Durchmesser von 30 Zentimetern werden bis zu 15 Meter in den Boden gebohrt. Nach dem Setzen des Fundaments stehen den Hoch- und Stahlbauarbeiten nichts mehr im Weg.
Dampf, Strom,, Fernwärme"
Das Müllkraftwerk entsorgt nicht nur den Abfall von Haushalten, Industrie und Gewerbe aus etwa einem Fünftel Bayerns. Es versorgt außerdem das Chemieunternehmen „Nabaltec“ mit Dampf, die Schwandorfer Fernwärme und erzeugt Strom. Das Projekt "Triphönix" ist mit Kosten von etwa 430 Millionen Euro kalkuliert und soll 2031 abgeschlossen sein. Finanziert wird das Projekt – wie auch schon der Bau des Kraftwerks vor über 40 Jahren – über Jahrzehnte hinweg über die Entsorgungsentgelte, die für den angelieferten Abfall zu bezahlen sind. Diese Kosten schlagen sich letztlich in den Müllgebühren nieder. Der ZMS hat 17 Verbandsmitglieder und entsorgt den Abfall von rund 1,9 Millionen Einwohnern und Gewerbebetrieben in der Region. Flächenmäßig ist der ZMS einer der größten abfallwirtschaftlichen Verbände dieser Art in ganz Deutschland.
ZMS bedankt sich in der Mitteilung bei den Nachbarn in Dachelhofen für das Verständnis während der Abrissarbeiten, die auch einigen Lärm mit sich brachten. Weitere Informationen zum Projekt „Triphönix“ und auch das Bautagebuch sind unter www.triphoenix.z-m-s.de verfügbar.
Diese Meldung ist aus Informationen der genannten Organisation oder Behörde und mit Unterstützung durch KI erstellt worden.













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