Die Türme zur anaeroben Schlammfaulung sind seit 30 Jahren in Betrieb. „Die Technik ist verbraucht“, erfuhren die Verbandsräte aus berufenem Mund von Ingenieuren eines Nürnberger Büros. Den Ausschussmitgliedern blieb nichts anderes übrig, als die Sanierung der Türme für einen Aufwand von 1,83 Millionen Euro in Auftrag zu geben. Von diesen Kosten übernimmt die Stadt Schwandorf 70 und die Gemeinde Wackersdorf 30 Prozent. Seit 2012 gehört auch die Gemeinde Steinberg am See zum Verbund. Sie leitet über die Gemeinde Wackersdorf in die Verbandskläranlage ein, ist aber kein Verbandsmitglied.
Wie Betriebsleiter Johann Fleischmann erklärte, entstehen durch alle Reinigungsstufen hinweg Schlämme mit hohem Wasseranteil. Um deren Volumen und die für den Faulprozess benötigte Energie gering zu halten, werden die Schlämme eingedickt. Unter Luftabschluss faulen sie in den Faultürmen aus und werden der thermischen Verwertung zugeführt.
Reinigungsprozesse durchlaufen
Der Zweckverband Verbandskläranlage Schwandorf–Wackersdorf übernimmt die Reinigung der kommunalen Abwässer für die Stadt Schwandorf sowie die Gemeinden Wackersdorf und Steinberg am See. Zur Infrastruktur gehören die Kläranlage, der Verbandssammler und der Ablaufkanal zur Naab. Das Kanalnetz selbst liegt im Verantwortungsbereich der Gemeinden. Bis das eingeleitete Abwasser wieder der Naab und somit dem natürlichen Kreislauf zugeführt werden kann, muss es verschiedene Reinigungsprozesse durchlaufen.
Die Verbandskläranlage garantiere eine geordnete Abwasserentsorgung, die dem Gewässer- und Umweltschutz entspreche, so der Betriebsleiter. Nach mehreren Probeläufen ging die Verbandskläranlage am 1. Februar 1997 in Betrieb. Seitdem werden jährlich rund fünf Millionen Kubikmeter Abwasser gereinigt.
Die Verbandsversammlung beschloss in ihrer Sitzung am 31. Juli 2025, die beiden Faultürme zu sanieren. „Zur Sicherstellung der verfahrenstechnischen Anforderungen des Klärbetriebs sowie zur Gewährleistung der nachhaltigen Betriebssicherheit der Schlammfaulung ist die Revision und Sanierung der Faulbehälter unabdingbar“, heißt es in der Mitteilung des Verbandes. Im Laufe der 30-jährigen Betriebstätigkeit habe sich der Mischer so weit abgenutzt, dass der Schlamm im Faulturm nicht mehr optimal umgewälzt werden könne. Das habe sich auch in der Klärgasproduktion bemerkbar gemacht. Das Klärgas werde laut Betriebsleitung zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt. Der ausgebaute Mischer zeige starke Verschleißerscheinungen, wie die Ingenieure festgestellt hätten.
Beton im Inneren wird saniert
In der vergangenen Woche hob ein Kran den Mischer und das Mischerrohr aus dem Faulbehälter. Bis es so weit war, musste der Faulbehälter mit einem Volumen von 1300 Kubikmetern vollständig entleert werden. Anschließend wurde ein Innengerüst eingebracht. Nach der Demontage des Faulraummischers werden nun Betonteile im Innenraum abgerissen, die Wände gereinigt und lose Teile entfernt. Nach der Sanierung des Betons wird eine neue Mischertechnik verbaut. „Durch den Einbau neuer Techniken können die Faulbehälter deutlich energieeffizienter betrieben werden“, erklärt Betriebsleiter Johann Fleischmann.
Der Zweckverband arbeitet bei dem Sanierungsprojekt mit dem Ingenieurbüro Miller aus Nürnberg zusammen. Die Sanierung des Faulbehälters Nummer zwei wird bis Oktober 2026 abgeschlossen sein. Faulbehälter Nummer eins soll dann planmäßig in der Zeit von März bis Oktober 2027 saniert werden.
















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