(rhi) "Ich scheide zwar aus dem Amt, aber nicht aus dem Leben." Auch wenn ihm der Abschied sichtlich schwer fiel, hat der "Ruheständler" noch einiges vor. Direktor Helmut Kösztner geht nach 14 Jahren an der Konrad-Max-Kunz-Realschule in Pension. Der Dirigent gibt seinen Taktstock ab und bedankt sich beim "Orchester". Misstöne einzelner Ensemblemitglieder seien nach einer Weile in Harmonie übergegangen. Der scheidende Schulleiter bedankte sich bei allen am Netzwerk Beteiligten für die Unterstützung und Begleitung. Zwei Namen griff er besonders heraus. Seinen Stellvertreter Harald Schönberger, der nach 40 Jahren Dienstzeit an ein- und derselben Schule ebenfalls in den Ruhestand tritt. Und Sekretärin Else Koller, mit der er 14 Jahre lang eine "Büro-Ehe" geführt und die ihm stets den Rücken freigehalten habe.
"Die Schule war mein Leben". Helmuth Kösztner empfand es stets als "Privileg", mit jungen Menschen arbeiten und sie voranbringen zu dürfen. "Gestalten, nicht nur verwalten" sei seine Devise gewesen. Seine Lebensleistung fasste der scheidende Schulleiter eindrucksvoll im Frank-Sinatra-Song "My way" zusammen. Er setzte sich ans Keyboard und sang: "Ich denke gerne zurück, ich hatte Glück, ich kann zu Freunden und Lehrern gehen, die sich freuen, mich zu sehen".
Für Schülersprecher Aaron Müller war Helmuth Kösztner mehr als der Repräsentant der Schule, der die Zeugnisse unterschrieb. "Sie standen in unserer Mitte", bescheinigte der Schüler seinem Vorgesetzten und betonte: "Wir haben gemeinsam viel erreicht." Den lobenden Worten schlossen sich die Vertreter des Personalrats und des Elternbeirats an.
Ministerialbeauftragte Maria Kinzinger würdigte den scheidenden Kollegen als "einen besonderen Menschen, der mit seiner ausgewogenen, individuellen Persönlichkeit gegenwärtig und in bester Erinnerung" bleibe. Geboren wurde Helmuth Kösztner 1953 in der rumänischen Stadt Reschitza. Er besuchte dort eine deutsche Grundschule und das Gymnasium. Nach dem Studium der Anglistik und der Germanistik unterrichte Kösztner von 1976 bis 1979 an einer Schule in der rumänischen Hafenstadt Constanta Deutsch und Englisch.
Nach seiner Übersiedlung nach Deutschland 1980 führte ihn der Weg an das Staatsinstitut München-Pasing, an die Schulen in Pfuhl, Hilpoltstein und Roding. 2004 folgte Helmuth Kösztner dem Ruf nach Schwandorf und übernahm die Leitung der Konrad-Max-Kunz-Realschule, die zur Sanierung anstand. Die Förderung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Kompetenzen der Schüler sei unter der Ära Kösztner zu einem Markenzeichen geworden, versicherte die Ministerialbeauftragte. Sie erinnerte an die Initiative "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage", an die Teilnahme am landesweiten Wettbewerb "Mobbing stoppen", das gemeinsame Lernen von Schülern mit und ohne Förderbedarf und den Ausbau zu einer barrierefreien Schule.
Schwandorf
29.07.2018 - 17:21 Uhr
"Die Schule war mein Leben"

Ministerialbeauftragte Maria Kinzinger (Zweite von links) verabschiedete Direktor Helmuth Kösztner (Dritter von links) und Konrektor Harald Schönberger (Zweiter von rechts) in den Ruhestand. Mit im Bild Ehefrau Christa Kösztner (Dritte von rechts), zweite Bürgermeisterin Ulrike Roidl (rechts) und stellvertretender Landrat Joachim Hainisch (links)
Hirsch
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