Schwandorf
08.03.2020 - 10:24 Uhr

Schulterschluss unter den Jagdgenossenschaften im Landkreis Schwandorf

Der Wolf in der Oberpfalz, Waldumbau, Afrikanische Schweinepest, Datenschutz: Die Jagdgenossen im Bayerischen Bauernverband befassen sich bei der Kreisversammlung mit brisanten Themen. Der Wolfsbeauftragte warnt vor einer Dramatisierung.

Heinrich Hofstetter, Josef Wittmann, Alfred Bauer, Markus Martini, Josef König, Gerhard Domeier, Alwin Kleber und Arnold Kimmerl (von links) sprachen bei der Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften. Bild: Hirsch
Heinrich Hofstetter, Josef Wittmann, Alfred Bauer, Markus Martini, Josef König, Gerhard Domeier, Alwin Kleber und Arnold Kimmerl (von links) sprachen bei der Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften.

Den guten Besuch in der voll besetzten Gaststätte des Tierzuchtzentrums Schwandorf wertete Alfred Bauer (Neunburg vorm Wald) als Beweis für die Brisanz der Themen. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften im Bayerischen Bauernverband rief Landwirte, Jagdvorsteher und Jäger zur Zusammenarbeit auf und zeigte sich überzeugt: "Nur gemeinsam können wir die Herausforderungen bewältigen".

Seit November 2018 ist Markus Martini Wolfsbeauftragter für die Oberpfalz. Der Geoökologe entwickelt und erprobt ein regionales Informations- und Kommunikationskonzept. Auch im Landkreis Schwandorf werde der Wolf gesichtet. Die Gefahren für den Menschen schätzt der Experte aber als "eher gering" ein, denn: "Der Mensch gehört nicht zu seinem Beuteschema". Kommt es trotzdem zu einer Begegnung mit einem Wolf, dann rät Markus Martini zu einem langsamen Rückzug. "Auf keinen Fall weglaufen". Der Wolf sei europaweit streng geschützt, erklärt der Berater. Nur 1,1 Prozent der Nutztiere gehörten zum Beuteschema des Wolfes. Diese Statistik nütze einem Schafzüchter natürlich nichts, wenn er über Nacht einen Teil seiner Herde verliere. Mit Schutzzäunen und Hunden könne man den Wolf von Übergriffen abhalten. Das sei für den Nutztierhalter allerdings mit einem Aufwand verbunden.

Gerhard Domeier von der Unteren Jagdbehörde des Landkreises informierte über die datenschutzrechtlichen Verordnungen und wies die Jagdgenossenschaften an, einen Datenschutzbeauftragten zu berufen. Der Leiter des Veterinäramtes in Schwandorf, Dr. Josef König, mahnte die Rinderzüchter zur Hygiene im Stall. Sie sei die beste Prävention gegen Seuchen. Noch sei die Afrikanische Schweinepest im Landkreis Schwandorf nicht angekommen.

Der Leiter des Bereichs "Forsten" am Landwirtschaftsamt, Alwin Kleber, bietet den Jagdgenossen seine Hilfe beim Waldumbau an. Bei gemeinsamen Revierbegehungen ließen sich Probleme ansprechen und Lösungen finden.

Stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl dankte den Jagdgenossen und Jägern für ihren Beitrag zur Regulierung der Wildschweinpopulation. Der Landkreis unterstütze die Bemühungen mit einer Prämie pro Abschuss.

Die Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften berät und vertritt die Mitglieder des Bayerischen Bauernverbandes in jagdpolitischen, jagdrechtlichen und jagdpraktischen Fragen.

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