19.02.2019 - 12:04 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Schwandorf erhält eine Musikschule

Der Stadtrat hat beschlossen, eine Musikschule zu gründen und zu finanzieren. Sie wird als gemeinnütziger Verein geführt. Wo sie unterkommt, ist noch offen. Aber es gibt schon einen Vorschlag.

Die Schwandorfer SPD und andere können sich vorstellen, dass die geplante Städtische Musikschule in dem ehemaligen Konventgebäude der Armen Schulschwestern untergebracht wird, das sich gegenüber der Gerhardinger-Schule befindet.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

(td) "Vielfältiger Unterricht zu familienfreundlichen Gebühren", hat Kulturamtsleiterin Susanne Lehnfeld auf die Flagge des neuen Vorhabens geschrieben, das vor sieben Monaten vom Hauptausschuss des Stadtrates angeregt wurde. Daraufhin war es zu Gesprächen gekommen, an denen die Stadtverwaltung, die Musikakademie der Konrad-Max-Kunz-Fördervereinigung und der Verband Bayerischer Sing- und Musikschulen teilgenommen haben.

"Der Musikschulverband hat die Gründung einer kommunalen Bildungseinrichtung in einer e.V.-Trägerschaft empfohlen", berichtete Lehnfeld den Räten. Diese Bildungseinrichtung solle im Auftrag der Stadt die öffentliche Aufgabe "Musikschule" wahrnehmen. Die Personalverantwortung habe der Verein, das Lehrpersonal sei fest angestellt. Und dann sagte Lehnfeld einen Satz über die Bezahlung der Musiklehrer, der bei einigen Räten sauer aufstieß: "Die Tarifbindung ist aufgehoben."

Lehrergehälter als Thema

"Es wäre gut, wenn man die Lehrer tariflich bezahlen könnte", entgegnete Franz Schindler für die SPD. Aber er wisse, dass der Musikschulverband eine andere Lösung vorgeschlagen habe - eben die nicht-tarifliche. Paul Groß (Grüne) und Wolfgang Meischner (ÖDP) kritisierten, dass die Stadt aus der Tarifbindung herausgehe. Alfred Damm, ebenfalls ÖDP, scheiterte allerdings mit seinem Vorstoß, die Stadt solle die höheren Kosten tariflicher Gehälter als Zuschuss an den Förderverein zahlen. Diesen Antrag lehnte die Mehrheit des Stadtrates ab.

Lehnfeld stellte klar, das Thema Lehrergehälter sei im Vorfeld mit dem Musikschulverband und der Konrad-Max-Kunz-Fördervereinigung besprochen worden. "Wir sind auf einer reellen Basis", urteilte sie. Franz Schindler sprang ihr zur Seite und wies darauf hin, dass Kosten und Teilnehmergebühren deutlich höher ausfallen würden, wenn die Stadt die Lehrer anstelle, satt der Förderverein: "Und damit würde der Zweck verfehlt."

Derzeit gibt die Musikakademie der Konrad-Max-Kunz-Fördervereinigung ihren Musikunterricht im Haus des Guten Hirten in Ettmannsdorf. Dort aber soll die künftige Musikschule Schwandorf nicht untergebracht bleiben. "Noch in diesem Jahr zu klären" sei also der neue Standort, befand Andreas Wopperer für die CSU. Franz Schindler brachte in diesem Zusammenhang das frühere Konventsgebäude der Armen Schulschwestern neben der Gerhardingerschule ins Gespräch. "Das könnte sich eignen", meinte er.

Am Ende der Diskussion waren von drei Räten abgesehen alle dafür, die Musikschule Schwandorf als Verein zu gründen. Die Stadt wird jährliche Zuwendungen an den Verein leisten, die etwas über 70 000 Euro betragen - und dies schon ab dem Schuljahr 2019/20. Davon sollen 57 000 Euro in das Lehrpersonal fließen und 13 000 Euro für Miete und Reinigung der Räume im Haus des Guten Hirten ausgegeben werden.

In einem Haushaltsplan geht die Stadtverwaltung von jährlichen Einnahmen und Ausgaben der Musikschule Schwandorf von 215 000 Euro aus.

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