20.11.2019 - 10:35 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Schwandorfer Flaniermeile keine Fußgängerzone

Keine temporäre Fußgängerzone und keine festen Geschwindigkeitsanzeigen in der Friedrich-Ebert-Straße, kein Tempo-30 im Kreuzbergviertel und kein Kreisverkehr an der Grünwaldkreuzung: Kein Antrag bekommt im Verkehrsausschuss eine Mehrheit.

Eine temporäre Fußgängerzone wird es in der Friedrich-Ebert-Straße in Schwandorf vorerst nicht geben. Der Verkehrsausschuss stellte den CSU-Antrag mit Mehrheit zurück.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Die CSU-Fraktion hatte den Antrag auf eine temporäre Fußgängerzone in der neu gestalteten Friedrich-Ebert-Straße an Wochenenden und Feiertagen gestellt. Sprecher Hans Hottner zog den Antrag bei der Sitzung des Verkehrsausschusses allerdings zurück, nachdem Ordnungsamtsleiter Stefan Schamberger dazu geraten hatte, die Entwicklung abzuwarten, zu beobachten und dann zu reagieren. Auch für SPD-Sprecher Andreas Weinmann kommt der Antrag "zur falschen Zeit", denn: "Vielleicht tauchen später noch andere Gesichtspunkt auf".

Die Fraktionsgemeinschaft von Freien Wählern und ÖDP sieht das ganz anders. Dieter Jäger und Alfred Damm unterstützen den ursprünglichen CSU-Antrag und plädieren für eine temporäre Fußgängerzone sofort. Gastronomie und Einzelhandel könnten sich an den Wochenenden auf der Flaniermeile ausbreiten und für Innenstadtatmosphäre sorgen. Doch sie blieben mit ihrer Meinung allein. Bei zwei Gegenstimmen stellte der Ausschuss den CSU-Antrag zurück.

Bei der Bürgerversammlung im Juni regte die Vorsitzende des Wirtschaftsforums, Christiana Roidl-Burggraf, an, in der Friedrich-Ebert- und in der Breite Straße ortsfeste digitale Geschwindigkeitsanzeigen anzubringen und auf Geschwindigkeitskontrollen durch die kommunale Verkehrsüberwachung zu verzichten. Die Mitglieder des Verkehrsausschusses sind sich der pädagogischen Wirkung der Smileys zwar bewusst, halten aber nichts von der dauerhaften und ortsfesten Installation.

Die Stadträte sind sich auch einig, dass ein Kreisverkehr an der Grünwald-Kreuzung ein Höchstmaß an Sicherheit bringen würde. Doch kommen wird diese Regelung nicht, weil sie das Straßenbauamt Amberg-Sulzbach nicht für notwendig erachtet und mit zu großen Schwierigkeiten verbindet. Die Verwaltung schlägt deshalb die Errichtung einer Ampelanlage vor. Das Für und Wider dieser Lösung wurde ausführlich diskutiert. Bei vier Gegenstimmen beschloss der Verkehrsausschuss, auf eine zeitnahe Ampellösung zu drängen. Andreas Weinmann, Max Schuierer, Peter von der Sitt und Alfred Damm favorisieren dagegen weiter einen Kreisverkehr.

Die SPD-Fraktion scheiterte mit ihrem Antrag, das gesamte Kreuzbergviertel als Tempo-30-Zone auszuweisen. Bei der Abstimmung gab es ein Patt, was Ablehnung bedeutete. Andreas Weinmann, Dieter Jäger und Alfred Damm waren fraktionsübergreifend der Meinung, dass Tempo 30 im Wohngebiet die Sicherheit erhöhen und dem Umweltschutz dienen würde. Polizeihauptkommissar Gerhard Richter und der Vertreter der Verkehrswacht, Jürgen Wagner, halten die Ausweisung einer generellen Tempo-30-Zone für überflüssig, "denn die dortigen Verhältnisse lassen gar keine höheren Geschwindigkeiten zu". Dies bestätigten auch die dazu geladenen Vertreter von Bus- und Taxiunternehmen.

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