Schwandorf
07.11.2021 - 11:58 Uhr

Schwandorfer KAB-Senioren fordern Reformen

Der Sprecher der KAB-Kreissenioren, Fridolin Gans, fordert in der katholischen Kirche Reformen ein. Bild: Hirsch
Der Sprecher der KAB-Kreissenioren, Fridolin Gans, fordert in der katholischen Kirche Reformen ein.

Die Senioren des Schwandorfer KAB-Kreisverbandes schließen sich dem "bundesweiten Zwischenruf" der katholischen Laienverbände an und mahnen Reformen in der Katholischen Kirche an. Sprecher Fridolin Gans erwartet von Diözesanbischof Rudolf Voderholzer, "dass er die Beschlüsse des Synodalen Weges auch in seinem Bistum umsetzt".

Bei einer Kreisversammlung im Pfarrheim Fronberg befassten sich die Senioren der Katholischen Arbeitnehmerbewegung mit der "existenziellen Krise der Katholischen Kirche". Es gehe nicht an, so die Meinung der Teilnehmer, "dass Frauen systematisch benachteiligt und Menschen mit unterschiedlichen Lebensformen herabgewürdigt werden, während sich der Klerus in einer Sonderwelt mit Regeln einer Günstlingswirtschaft absondert". Die katholische Kirche lasse "unheimlich viel Potenzial" liegen, "wenn sie Frauen länger von Diakonat und Priestertum ausschließt".

Die KAB-Mitglieder machen die Macht des Klerus ursächlich für den sexuellen Missbrauch verantwortlich. Deshalb fordern sie mehr Transparenz. Scharfe Kritik übten die KAB-Mitglieder am Passauer Bischof Stefan Oster, der Sex immer noch für Sünde erkläre, außer er geschehe in einer katholischen Ehe geschehe. "Das versteht heute niemand mehr und ist völlig aus der Zeit gefallen", waren sich die Mitglieder einig. In einem Filmausschnitt kam der frühere Prior von Kloster Andechs, Anselm Bilgri, zu Wort, der den Zölibat zur "große Lebenslüge der Katholischen Kirche" erklärt. Auch der Münchner Pfarrer Rainer Maria Schießler drängt auf Reformen und ist sich im Klaren: "Der synodale Weg ist die letzte Chance für die Kirche". Der Vorsitzende des Bundes der Katholischen Jugend, Gregor Podschun, will sich nicht länger "mit den reaktionären Kräften unter den Bischöfen" auseinandersetzen, sondern hofft auf eine Mehrheit der Reformer. Die Vizepräsidentin des Zentralkomitees der Katholiken, Claudia Lücking-Michel, fordert in einem Interview Zugang für Frauen in alle Ämter. "Wenn nicht jetzt, wann dann?" so ihre rhetorische Frage.

 
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