10.07.2020 - 17:09 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Schwandorfer Stadträte fordern mehr Unterstützung für Gastronomie

Gastronomen unterstützen, wo es geht und die Schwandorfer Innenstadt beleben. Die CSU und die Grünen/ÖDP haben dem Stadtrat einen Antrag vorgelegt, der die schlimmsten Folgen der Corona-Pandemie abfedern soll. Noch ist er nicht beschlossen.

Die Friedrich-Ebert-Straße eine temporäre Fußgängerzone? Wenn es nach dem Antrag der CSU und der Grünen/ÖDP geht, soll das bald kommen. Der Antrag muss aber erst im Stadtrat beschlossen werden.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Die Corona-Krise hat die Stadt Schwandorf kräftig durchgeschüttelt. Die Stadtratsfraktion der CSU sowie die der Grünen und ÖDP haben sich deshalb zusammengeschlossen, um einen Antrag zu formulieren, der in der nächsten Stadtratssitzung behandelt werden soll.

Konkret fordern die beiden Fraktionsvorsitzenden Andreas Wopperer (CSU) und Alfred Damm (Grüne/ÖDP) folgende Maßnahmen: Jeder Schwandorfer Bürger soll einen Fünf-Euro-Gutschein bekommen, den er bis spätestens Ende Oktober bei einem Gastronomen einlösen kann. Ziel sei es, die Lokale in der Stadt zu unterstützen und den Leuten einen Anreiz zu bieten, dort etwas zu kaufen.

Keine Gebühren

Des Weiteren sollen Gastronomen durch die Corona-Regeln keine weiteren Kosten vonseiten der Stadt entstehen. Sollten diese aufgrund der Abstandsbestimmungen gezwungen sein, im Außenbereich mehr Platz wegen der Abstandsbestimmungen einzunehmen, dann sollen keine Gebühren dafür anfallen.

Dazu sagt Damm: "Wir haben überlegt, wo wir helfen können und haben uns dann auf die Gastronomie festgelegt, die ja besonders von den Folgen der Corona-Pandemie gebeutelt wurden", sagt er. Die Fraktionen hätten sich auf eine Grenze einigen müssen. Damm: "Wir haben überlegt, ob wir den ganzen Handel mit reinnehmen, aber die Discounter waren von der Pandemie nie annähernd so stark wie die Gastronomen betroffen." Irgendwo hätte man eine Grenze ziehen müssen. Wopperer ergänzt, dass die Idee mit den Gutscheinen eine Sache sei, die es auch in anderen Städten gebe. "Das soll einerseits Impuls und andererseits Unterstützung sein", sagt er.

Die CSU wollte schon 2019 eine Fußgängerzone auf Zeit: Hier der Artikel

Schwandorf

Zudem wollen die CSU- und Grünen- sowie ÖDP-Stadträte, dass der Jacobi-Markt und der verkaufsoffene Sonntag Ende Juli nicht einfach ausfallen, wenn sie zu diesem Zeitpunkt nicht durchgeführt werden können. Sie sollten in diesem Fall auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Damm: "Das sind immer regelrechte Magneten, die die Leute anziehen."

Wer in der Stadt einkaufen will, soll für eine halbe Stunde mit Parkscheibe auf allen städtischen Parkplätzen mit Automaten kostenlos parken dürfen. Das könne gleich als Vorgriff auf die sogenannte "Semmeltaste" gesehen werden.

Damit die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zusätzlichen Reiz bekommt, fordern die Antragsteller, dass die Friedrich-Ebert-Straße zwischen der Bahnhofsstraße und dem Reiner-Eck samstags von 14 Uhr bis sonntags um Mitternacht zur temporären Fußgängerzone wird. Wopperer zufolge hatte seine Fraktion den Vorschlag schon vor eineinhalb Jahren auf der Agenda. Ihr blies damals aber Gegenwind von Einzelhändlern entgegen, die fürchteten, dass eine Fußgängerzone ihrem Geschäft schaden könnte. Wopperer zufolge kann die Idee aber insbesondere in Corona-Zeiten dazu beitragen, die Innenstadt zu beleben. Wopperer sagt: "Wenn wir das ausprobieren, dann sehen vielleicht auch die Kritiker irgendwann, dass sie davon profitieren können."

Banner und Urlaub zu Hause

Damit jeder weiß, was Schwandorf zu bieten hat, schlagen die Fraktionen vor, an den Ortseingängen Banner anzubringen, auf denen Einkaufsmöglichkeiten in der Stadt präsentiert werden. Zudem fordern sie eine "umfassende Informationsoffensive", die transparent macht, welche Möglichkeiten zur Kinderbetreuung bestehen. Schließlich soll die Stadt Angebote für den Urlaub zu Hause schaffen.

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