Schwandorf
26.02.2026 - 08:36 Uhr
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Schwandorfer Werkausschuss: Preise für Fernwärmegebühren bleiben ein Thema

Die Empörung der Abnehmer über die Erhöhung der Fernwärmegebühren in Schwandorf hat sich längst gelegt. Die neue Preisgestaltung bleibt aber Thema im Werkausschuss.

Der Ausbau der Fernwärme in Schwandorf, wie hier in Ettmannsdorf, geht unvermindert weiter. Im vergangenen Jahr kamen 100 Abnehmer neu dazu. Bild: Hirsch
Der Ausbau der Fernwärme in Schwandorf, wie hier in Ettmannsdorf, geht unvermindert weiter. Im vergangenen Jahr kamen 100 Abnehmer neu dazu.

Im April 2025 hatte die städtische Wasser- und Fernwärmeversorgung die Gebühren um 27 Prozent erhöht und die Anhebung mit der Angleichung an den Wärmeindex des Statistischen Bundesamtes begründet. Die Proteste der Abnehmer blieben nicht aus und bewogen die Stadt zum Einlenken. Werkleiter Stefan Trettenbach zog bei der Werkausschusssitzung am Dienstag im Rathaus eine erste Zwischenbilanz.

Der Fernwärmeversorger bot seinen 1300 Kunden neue Verträge an – mit der Empfehlung, sich von einem Fachmann eine Wärmebedarfsberechnung erstellen zu lassen und die daraus resultierende Abnahmemenge mitzuteilen. 420 Kunden sind mittlerweile dieser Aufforderung gefolgt. „Mit einem erfreulichen Ergebnis“, wie der Werkleiter feststellte. Denn die bestellte Leistung habe sich um 1000 Kilowatt reduziert, „die für neue Anschlüsse frei werden“. Gleichzeitig sparen die Kunden seinen Worten nach Geld. Bei den neuen Verträgen gelte nämlich das Motto „Wer weniger Leistung beantragt, bezahlt einen geringeren Grundpreis“. Damit sollen kleinere Haushalte ermuntert werden, ihre Mengen zugunsten der Großverbraucher zu reduzieren. „Denn“, so Trettenbach, „wir gelangen allmählich an unsere Kapazitätsgrenzen“. Im vergangenen Jahr seien 100 neue Abnehmer dazu gekommen, heuer seien weitere 80 Anschlüsse geplant.

Noch Zeit bis 30. Juni

Die Fernwärme kommt vom Müllkraftwerk in Dachelhofen, das derzeit umgebaut wird. Die Stadt reagierte auf mögliche Engpässe mit dem Bau einer eigenen Heizersatzanlage. Den Kunden, die bislang noch nicht auf das Anschreiben reagiert haben, bleibt noch bis 30. Juni Zeit. Die Verwaltung will noch eine weitere Frist gewähren und erst dann die alten Verträge kündigen. Die Preisgestaltung für die neuen Verträge sieht folgendermaßen aus: Die Kosten für einen neuen Hausanschluss betragen bei einer Anschlussleistung von unter 30 Kilowatt 600 Euro, bei Abnehmern über 30 Kilowatt Leistung werden die Anschlusskosten individuell berechnet. Der Arbeitspreis beträgt einheitlich 72,82 Euro pro Megawattstunde.

Jährliche Anpassung

Die Anschlussleistung ist wie folgt gestaffelt: Bis 15 Kilowatt liegt der Jahresgrundpreis bei 240,38 Euro, bei 16 bis 30 Kilowatt bei 360,57 Euro. Für Kunden über 30 Kilowatt Anschlussleistung erfolgt eigens nochmals eine Abstufung. Der Grund-, Leistungs- und Arbeitspreis soll nach den Vorstellungen der Werksausschuss-Mitglieder einer jährlichen Anpassung gemäß einer Preisgleitformel unterliegen.

Wie aus dem Bericht des Werkleiters hervorgeht, konnte der Wärmeverkauf von 70.471 auf 78.462 Megawattstunden im vergangenen Jahr gesteigert werden. „Eine Steigerung um zehn Prozent, das ist eine reife Leistung“, stellte CSU-Sprecher Robert Koller fest. Dieser Einschätzung schlossen sich auch die übrigen Fraktionssprecher an. Sie waren froh, „dass sich die Wogen mit der neuen Preisgestaltung wieder geglättet haben“. Auch im Bereich der Wasserversorgung verlief das Geschäftsjahr planmäßig, wie der Werkleiter weiter berichtete. „Erträge und Aufwendungen liegen im Soll." Die Stadt ließ 1500 Meter Leitungsnetz und 120 Hausanschlüsse erneuern und 70 Wasserzähler wechseln. 105 Rohrnetzstörungen und Rohrbrüche wurden im vergangenen Jahr abgearbeitet.

"Zu hartes und zu trübes Wasser"

„Die Leute in Klardorf klagen über zu hartes und zu trübes Wasser“, brachte Stadtrat Robert Koller die Kritik der Bevölkerung vor. Werkleiter Stefan Trettenbach räumte ein, dass man den erhöhten Eisen- und Mangangehalt im Wasser durch Zugabe von Kalk auszugleichen versuche und damit die Trübung in Kauf nehme. „Wir halten aber immer die Grenzwerte nach der Trinkwasserversorgung ein“, betonte der Werkleiter. Die richtige Justierung bleibe aber eine Herausforderung.

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