Bei einem Unfall sind in dieser Woche auf der Autobahn bei Teublitz zwei Menschen ums Leben gekommen. Ein Lkw hatte beide Mittelleitplanken durchbrochen und ist so auf die Gegenfahrbahn geraten. Dort kollidierte der Sattelzug mit mehreren Fahrzeugen. Oberpfalz-Medien hat nachgefragt, welche Einrichtungen es auf Autobahnen gibt, damit sie möglichst sicher sind – und wo diese Maßnahmen vielleicht auch mal an ihre Grenzen stoßen.
Einrichtungen wie Mittelleitplanken gehören laut der Autobahn GmbH des Bundes zu den Fahrzeugrückhaltesystemen. Was die aushalten müssen, ist in einem Richtlinienkatalog genau geregelt. "Es werden ausschließlich geprüfte Systeme zum Einsatz gebracht", erklärt Maria Schraml, Sprecherin der Autobahn GmbH. Trotzdem kann es vorkommen, dass diese Einrichtungen an ihr Limit kommen. "Zum Beispiel, wenn der Aufprallwinkel sehr rechtwinklig ist."
Stahl oder Beton?
Es gibt Fahrzeugrückhaltesysteme aus Stahl oder auch Beton, die jeweils unterschiedliche Vor- und Nachteile haben. "Fahrzeugrückhaltesysteme aus Beton haben beispielsweise den Vorteil, dass sie Lkw effektiver zurückhalten können als Systeme aus Stahl", erklärt Schraml. Einrichtungen aus Stahl haben dagegen den Vorteil, dass sie nachgeben und dadurch Energie des Aufpralls aufnehmen können – ein Knautschzonen-Effekt quasi. "Die Auswahl des Systems hängt somit auch von den Gegebenheiten des Streckenabschnittes vor Ort ab." Dabei werden etwa die Verkehrsmenge, Bankettbreiten und Abstände zu Hindernissen mit in die Betrachtung eingezogen, welches Sicherheitssystem am besten passt.
Neben Rückhaltesystemen spielen laut der Autobahn GmbH noch weitere Faktoren eine wichtige Rolle für die Sicherheit. Dazu gehören zum Beispiel die Fahrbahnen. "Für die Verkehrssicherheit ist die Griffigkeit der Fahrbahn wichtig. Sie ist Voraussetzung für die Kontrolle über das Fahrzeug, verringert den Bremsweg und kann daher lebensrettend sein", heißt es von der Autobahn GmbH. In festgelegten Abständen von vier Jahren werden abwechselnd Bundesautobahnen und Bundesstraßen mit Messfahrzeugen erfasst und überprüft.
Verkehrszeichen sorgen dafür, dass Fahrer wichtige Informationen erhalten – sei es etwa zur Orientierung an Ausfahrten und Autobahnkreuzen oder zur Warnung vor Gefahrenstellen. Alle zwei Jahre werden deshalb Zustand und Sichtbarkeit von Verkehrszeichen überprüft. Gleichzeitig schaut die Autobahn GmbH auch, auf welche Verkehrszeichen vielleicht auch verzichtet werden kann. "Das soll vor allem dem Abbau des sogenannten "Schilderwaldes" und der Übersichtlichkeit dienen", heißt es von der Autobahn GmbH.
Grünpflege und Winterdienst
Essentiell für eine sichere Fahrt sind freie Strecken. Dafür ist der Straßenbetriebsdienst der Autobahn GmbH zuständig. Dieser prüft in bestimmten Intervallen die Strecken und führt bei Bedarf direkt Wartungs- oder Instandhaltungsarbeiten durch. Falls Gefahrenstellen nicht kurzfristig beseitigt werden können, werden sie entsprechend mit Warnzeichen abgesichert.
Aber auch das Umfeld der Autobahn spielt eine Rolle: "Damit man Verkehrszeichen, stehende Fahrzeuge oder Hindernisse rechtzeitig erkennen kann, ist Grünpflege erforderlich." Bäume und Sträucher dürfen den fließenden Verkehr nicht beeinträchtigen. In der kalten Jahreszeit gehört dagegen auch der Winterdienst zum Aufgabenbereich des Straßenbetriebsdienstes, um Sicherheit auf der Autobahn zu gewährleisten.
Drei Sicherheitsfaktoren im Straßenverkehr
- Fahrer: gute Verkehrserziehung und Fahrausbildung als Grundstein für sicheres Verhalten im Straßenverkehr
- Fahrzeugtechnik: Entwicklung moderner Fahrerassistenz- und Kommunikationssysteme (automatische Notbremssysteme, Abbiegeassistenten usw.) tragen zur Sicherheit bei
- Straßeninfrastruktur: Straßenbaulastträger für sichere Nutzung der Straßeninfrastruktur verantwortlich

















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