24.03.2020 - 10:05 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Seit 158 Jahren aktiver Verein

Die "Bürgergesellschaft Wanderer" gibt es seit 1862. Die Mitglieder treffen sich einmal wöchentlich zum Kartenspielen in einem Gasthaus. Nun macht ihnen das Corornavirus einen Strich durch die Rechnung.

Stolz zeigt Vorsitzender Georg Hottner die Standarte der Bürgergesellschaft Wanderer und den Zinnpokal, in den die Namen der Gründungsmitglieder eingraviert sind.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Die "Bürgergesellschaft Wanderer 1862" ist nach dem "Sängerbund 1860" der zweitälteste Verein in der Stadt Schwandorf. Die Mitglieder treffen sich jeden Donnerstag bei einem der 34 Schwandorfer Wirte zum Kartenspielen. Im Schnitt sind es sieben Tische, auf denen Schafkopf, Tarock oder Romme gespielt wird.

Nun bremst das Corona-Virus auch die Kartler aus. Vor wenigen Tagen hätte die Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen stattfinden sollen. Vorläufiger Nachholtermin im Gasthaus Hauser in Holzhaus ist nun der 14. Mai. Seit 22 Jahren ist Georg Hottner Vorsitzender des Vereins mit 245 Mitgliedern. Vorher war er bereits sechs Jahre Stellvertreter. Der 80-jährige wird sich bei der nächsten Versammlung erneut zur Wahl stellen.

Die Gründungsversammlung der "Bürgergesellschaft Wanderer" fand am 19. September 1862 statt. 65 Personen fanden sich im Gasthaus "Zur Krone" ein, dort, wo heute das Schuhhaus Gruber steht. Der Seilermeister und damalige Bürgermeister Josef Forster übernahm den Vorsitz. Er ließ die Namen der Gründungsmitglieder in einen Zinnpokal eingravieren, der bis heute das Vereinsregal ziert. Schwandorf hatte zu dieser Zeit 2400 Einwohner. Schon damals bildete der Gesellschaftsverein den Querschnitt der Bevölkerung ab. Das ist bis heute so geblieben. "Partei, Religion oder Herkunft spielen bei uns keine Rolle", sagt Georg Hottner. Er macht die Termine aus und stellt die Tischpaarungen zusammen. Bevor die Karten gemischt werden, gibt es eine bayerische Brotzeit. Mit dem Glockenzeichen werden die ersten Karten ausgegeben. Die Kartenspieler wechseln wöchentlich das Lokal und "wandern" von Wirtshaus zu Wirtshaus. So ist der Vereinsname zu erklären. Die Bürgergesellschaft hat Kriege und Krisen überdauert und hatte in ihrer Blütezeit fast 400 Mitglieder.

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