11.03.2019 - 14:48 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Seit über drei Jahrzehnten wichtige Hilfe für Afrika

Die Aktion "Uganda" hat in den 36 Jahren ihres Bestehens wichtige Hilfe geleistet: Das Spendenaufkommen belief sich insgesamt auf 900 000 Euro. Bis zum Jahr 2015 wurden außerdem 3957 Schüler ausgebildet.

Im Schützenheim gab der stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses „Internationale Solidarität“ im Diözesanverband Regensburg, Hans Weinzierl (Mitte), ein Resümee zur Aktion „Uganda“. Im Anschluss übergaben KAB-Kreisvorsitzender Franz Pointl (links) und der Leiter der KAB-Senioren-Aktiv, Fridolin Gans, jeweils eine Spende von 300 Euro.
von Herbert RohrwildProfil

Diese Zahlen waren bei der Versammlung der Senioren-Aktiv-Gruppe Schwandorf der KAB zu hören. Vorsitzender Fridolin Gans begrüßte im Schützenheim den stellvertretenden Leiter des Ausschusses "Internationale Solidarität", Hans Weinzierl, und weitere zahlreiche Mitglieder zu einer Rückschau über die zahlreichen Projekte in den vergangenen fast vier Jahrzehnten.

Uganda ist ein Binnenstaat in Ostafrika, ein Land am Äquator ohne Jahreszeiten, räumlich mitgeprägt vom Viktoria-See. Es zählt rund 35 Millionen Einwohner mit der Hauptstadt Kampala. Der Anstoß zu den ersten Kontakten in die Diözese Masaka zu Bischof Dungho kam von einem Entwicklungshelfer in Afrika, Helmut Endl aus Deggendorf, erinnerte der Referent in seiner Rückblende. Stets eingebunden in größere Gruppen besuchten er und seine Frau Berta mit Brigitte Dummer aus Wolfring in den Jahren 1993, 1996 und zuletzt 2000 auf eigene Kosten das Gebiet, überbrachten gesammelte Spenden als Hilfe zur Selbsthilfe.

Zunächst stand das Graben von Brunnen auf der Agenda. Es ging um sauberes Trinkwasser als Schutz vor den Infektionskrankheiten Cholera und Typhus sowie das Vertrautwerden mit der Viehzucht als Basis zur Ernährung. Als Grundsatz gilt: "Den Menschen vor Ort helfen, damit sie in ihrem Land arbeiten, bleiben können und wollen", merkte der Redner an. Im Jahr 1982 betrug der Analphabetenanteil etwa 50 Prozent. Die Bildung und Ausbildung von Waisenkindern ist der Aktion "Uganda" eine Herzensangelegenheit. Das Schulsystem wurzelt in der englischen Kolonialzeit und gliedert sich in Primary School/Grundschule (Dauer sieben Jahre), Secondary School/Mittelschule (vier Jahre), Senior Secondary School/Oberstufe (zwei Jahre). Danach ist ein Studium möglich. Ein vorrangiges Ziel ist laut Weinzierl der Ausbau der Schulen. Ein Projekt mit einem Finanzierungsaufwand von 40 000 Euro stehe vor dem Abschluss und bringe wesentliche Verbesserungen für die Schulausbildung. In Uganda besteht keine Schulpflicht. Die Klassenstärke staatlicher Einrichtungen liegt bei rund 100 Kinder. Kirchen verlangen Schulgeld. Die Kosten für Schulpatenschaften betragen bei Grundschulen 350 Euro, bei Mittelschulen mit Mittagessen 450 Euro und für die Berufsausbildung mit Internat ebenfalls 450 Euro im Jahr,

Helmut Endl begann 1982 mit einer Schreinerei und zehn Schülern. Aus diesen einfachen Verhältnissen entwickelte sich das Butende Technical Institute (BTI) mit aktuell 360 Schülern. Diese Einrichtung beschäftigt 24 Lehrer. Aktuell bestehen Abschlussmöglichkeiten für die Berufe Schreiner, Zimmerer, Maurer, Elektriker, Installateur und Metallbau, KFZ -Mechaniker, Schneider. Sekretär/-in, Buchführung und Business-Management. 3957 Schüler wurden bis 2015 ausgebildet, 60 Prozent machen sich selbstständig, und 30 bis 40 Prozent gehen in Betrieben einer Beschäftigung nach. Diese Daten verdeutlichen, so der Referent, dass die Schule in Butende durch die Förderung des Mittelstandes einen großen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung leistet. Als weitere Maßnahmen sind der Bau von Klassenzimmern aufgrund steigender Schülerzahlen und die Errichtung von Photovoltaikanlagen zur Stromeinsparung geplant. In Zusammenarbeit mit der KAB der Diözesen Regensburg und Rottenburg wurde im Jahr 1996 ein Diözesansekretariat in der Diözese Masaka eingerichtet.

Das Spendenaufkommen betrug im vergangenen Jahr insgesamt 50 063,48 Euro. Davon flossen als Schulgeld für Waisenkinder 24 500 Euro, ans Butende Technical Institute gingen 11 253 Euro und 9507 Euro allgemein an Uganda. Der Rest dient als Rücklage. "Eine ganze Menge wurde geleistet. Ich hoffe, dass dies auch einmal von oben anerkannt wird. Solange wir können, machen wir weiter", betonte Hans Weinzierl abschließend und dankte allen Spendern.

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