25.04.2019 - 11:01 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Senioren-Union fühlt sich nicht repräsentiert

Aus der Senioren-Union kommt Kritik an Söders Kabinett-Besetzung. Der wieder gewählte Kreisvorsitzende Julius Schmatz erwartet ein Ende im "schwarzen Bauerntheater".

Die Mitglieder der Seniorenunion wählten einen neuen Kreisvorstand und bestätigten ihren Vorsitzenden Julius Schmatz (Mitte) im Amt.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

"Die Senioren-Union soll zur politischen Meinungs- und Willensbildung beitragen", steht im Programm der CSU-Arbeitsgemeinschaft. Kreisvorsitzender Julius Schmatz hat das versucht und der Parteispitze mitgeteilt, was er von den "persönlichen Rangeleien zwischen Söder und Seehofer" hält.

Genützt habe es wenig, bedauerte der Vorsitzende bei der Kreisversammlung der Senioren-Union im Gasthaus Meiler, denn: "Das schwarze Bauerntheater ist weiter gegangen". Die Quittung habe die Partei bei den Landtagswahlen bekommen. Eine unsägliche Rolle hätten dabei auch "die Hinterbänkler in der Fraktion" gespielt, "die Informationen an die Presse durchgestochen haben, um sich wichtig zu machen". Dabei erwarte der Bürger keinen Streit, "sondern Programme zur Lösung der Probleme".

Julius Schmatz nennt die Herausforderungen, die vor allem die Senioren berühren: Medizinische Versorgung, Rente und Pflege. "Unter dem Strich sieht es damit im Landkreis Schwandorf ja ganz gut aus", so die Einschätzung des Kreisvorsitzenden aus Nittenau. Nur: Wie überall, es fehle am Personal. Der Pflegeberuf sei "weiblich", werde meist in Teilzeit ausgeübt und unterliege einer großen Fluktuation. "Als Vorsitzender der Caritas-Sozialstation in Nittenau weiß ich ein Lied davon zu singen", so Schmatz. Und er sieht keinen Weg aus der Misere: "Ich weiß nicht, wo wir die Pflegekräfte hernehmen sollen, auch wenn wir sie besser bezahlen".

Der Bezirksvorsitzende der Seniorenunion, Günther Loibl (Roding), bemängelt, "dass im Söder-Kabinett kein einziger Senior vertreten ist, obwohl die Hälfte der älteren Menschen CSU wählen". Das Problem seien die Jüngeren und die Zuwanderer, "die sich der Partei verweigern". Erheblichen Sprengstoff sieht der pensionierte Ministerialbeauftragte für die Realschulen in Niederbayern in den Ruhestandsbezügen. Die Pension eines Beamten beginne bei 1700 Euro, einem Betrag, "von dem ein Arbeitnehmer nur träumen kann". Stellvertretende CSU-Kreisvorsitzende Martina Englhardt-Kopf mahnt ihre Partei, die Positionen personell so zu besetzen, "dass sich dort alle Altersschichten wiederfinden".

Die Senioren-Union widmet sich nicht nur der politischen Bildung, sondern pflegt auch die Geselligkeit und kulturelles Leben. Vorsitzender Julius Schmatz erinnerte in seinem Rückblick an Besuche der Burg Trausnitz, der Firma Labertaler, der Brauerei Fuchsberg und des Lebkuchen-Herstellers Rosner. Die CSU-Senioren beschäftigten sich ferner mit den Themen "Schutz vor Einbrechern" und "Bestattungskultur". Zu den Veranstaltungen kamen insgesamt 330 Teilnehmer. Der Kreisverband hat 168 Mitglieder. Obwohl die Zahl stark rückläufig ist, steht der Kreisverband noch immer an der Spitze des Bezirksverbandes mit 920 Mitgliedern. Die Bezirksversammlung findet am 14. Mai um 14 Uhr in Wernberg statt. Es spricht MdEP Monika Hohlmeier.

Julius Schmatz (Nittenau) bleibt Vorsitzender der Seniorenunion. Seine Stellvertreter sind Inge Kraus (Nabburg), Georg Hottner (Schwandorf), Wiltrud Hauke (Schwarzenfeld) und Georg Butz (Wernberg). Schatzmeister ist Ottmar Hochmuth (Schwarzenfeld). Als Beisitzer gehören Siegfried Hammerer (Schönsee), Alois Seegerer (Guteneck), Joachim Otte (Nabburg), Heinz Diermeier (Schwandorf) und Annemarie Melcher (Pfreimd) dem Vorstand an. Als Kassenprüfer stellten sich Otfried Guder und Karl Schlüsselbrunner (Schwandorf) zur Verfügung.

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