11.06.2019 - 18:24 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Sicher leben im Landkreis

"Bester Wert seit zehn Jahren." Dieser Satz ist oft zu hören, während die Oberpfälzer Polizeispitze mit Landrat Thomas Ebeling über die Sicherheitslage und den Verkehr im Landkreis spricht. Das Treffen hinterlässt also keine Sorgenfalten.

Landrat Thomas Ebeling und die Abteilungsleiterin für Sicherheit, Maria Zweck, empfingen den neuen Polizeipräsidenten Norbert Zink und seinen Stellvertreter Thomas Schöniger (von links) im Landratsamt zum Sicherheitsgespräch.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Fast wichtiger noch als die Statistik ist beim jährlichen Sicherheitsgespräch diesmal das Kennenlernen. Immerhin ist der neue Polizeipräsident Norbert Zink erst seit einigen Wochen im Amt und muss sich abseits der Bezirkshauptstadt noch bekannt machen. Bei sich hatte er seinen "Vize" Thomas Schöniger, Polizeipressesprecher Werner Schüssel, leitende Vertreter der Amberger Kriminalpolizei und der Verkehrspolizeiinspektion Amberg sowie die fünf Inspektionsleiter aus dem Landkreis Schwandorf. Die Kreisverwaltung war mit Landrat Ebeling und der Abteilungsleiterin für Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Maria Zweck, ebenfalls hochrangig bei dem Austausch vertreten.

Weniger Einbrüche

Ebeling machte in seinem Statement sofort auf die "guten Zahlen" aufmerksam, die den Sicherheitsbericht prägen würden. "Um nur eines herauszugreifen: Die Zahl der Wohnungseinbrüche ging nach unten, von 39 im Jahr 2017 auf 26 im letzten Jahr", freute sich der Landrat, der das als "wichtigen Wert für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung" betrachtete. Sein Dank galt der Polizei, "dass es sich im Landkreis gut und sicher leben lässt". Auch die gute Zusammenarbeit mit der Polizei bei Festen und Veranstaltungen war ihm eine eigene Bemerkung wert.

Der 58-jährige Norbert Zink ist seit Anfang Mai neuer Präsident des Polizeipräsidiums Oberpfalz. Er hat den Polizeiberuf von der Pike auf kennengelernt, vom Polizeipraktikanten bei der Polizeiinspektion Memmingen über verschiedene Stationen beim Landeskriminalamt und bei der Bereitschaftspolizei bis hin zu Stabsaufgaben im Innenministerium. Zuletzt war er in leitender Position in Schwaben, von wo aus er nun in die Oberpfalz gewechselt ist.

Hohe Aufklärungsquote

Zink wies eingangs darauf hin, dass es sich im Landkreis Schwandorf statistisch gesehen sicherer leben lässt als im Rest von Bayern und viel sicherer als in der Bundesrepublik. Auch die Aufklärungsquote von 70 Prozent liegt im Landkreis Schwandorf über den Vergleichswerten, etwa dem bayerischen mit 64 Prozent.

Auch er freute sich über den Rückgang - der Gewaltkriminalität (um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr), der Straßenkriminalität (um 16 Prozent), der Zahl der Wohnungseinbrüche. Er wies aber auch darauf hin, dass ein Drittel der Einbrüche scheitern würden und leitete daraus seinen Hinweis ab, man solle doch stärker die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen nutzen. "Die machen auch Objektberatung", warb der Polizeipräsident um verstärkte Vorsorge in dieser Hinsicht.

Ein weiteres Anliegen war Zink der Verweis auf die polizeiliche Notrufnummer 110. "Man darf keine Hemmungen haben, diese Nummer zu wählen", betonte der Präsident, dem ein Anruf zu viel lieber ist als einer zu wenig.

Ein Drogentoter

Einen Schatten auf die überwiegend positiven Entwicklungen wirft der Anstieg der Drogendelikte um 44 Prozent. Die Polizei erklärt das so, dass die "Kontroll-Intensität" gestiegen sei. "Und wenn wir ein Handy oder ein Tablet sicherstellen, dann geben uns deren Auswertungen weitere Hinweise", sagte Zink.

Auf Nachfrage erläuterte Gerhard Huf von der Kripo Amberg, dass es überwiegend Cannabis-Produkte seien, um die es sich bei den Drogendelikten handelt. Aber auch härterer Stoff wird gedealt und konsumiert. Immerhin gab es 2018 im Landkreis einen Drogentoten zu beklagen.

Weniger Unfälle, weniger Verkehrstote:

Wie Polizeivizepräsident Thomas Schöniger beim Sicherheitsgespräch erläuterte, gab es vergangenes Jahr im Landkreis Schwandorf einen leichten Rückgang der Zahl der Unfälle um 101, sowie mit 133 Schwerverletzten zehn Prozent weniger als im Vorjahr. Auch die Zahl der Verkehrstoten sank – von neun auf sechs, darunter erstmals kein Führerscheinneuling. Überhaupt die „Risikogruppe der 18- bis 25-jährigen Fahrer“: Sie hat im Zehnjahres-Vergleich mit 339 die wenigsten Unfälle überhaupt gebaut. Es gab auch noch nie so wenig Geschwindigkeitsunfälle in der letzten Dekade wie 2018. Es waren 139, „obwohl mehr Autos unterwegs sind“. Schöniger führte das auf die polizeilichen Geschwindigkeits- und Abstandsmessungen zurück. „Das ist gelebte Verkehrssicherheits-Arbeit“, betonte er und vergaß in diesem Zusammenhang nicht zu erwähnen, dass die Polizei 247 alkoholisierte Fahrer aus dem Verkehr gezogen hat. Sorgen macht dem Vizepräsidenten, dass die Zahl der Wildunfälle nach oben schnellt.

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