Schwandorf
01.05.2026 - 13:32 Uhr

Sichere Arbeitsplätze und Rente: Das fordern Redner am 1. Mai in Schwandorf

Bei der Kundgebung zum 1. Mai in Schwandorf warnt die Gewerkschaft vor den Folgen des Sozialabbaus. Mit dem Arbeiterlied singen die Teilnehmer gegen die geplanten Reformen an. Erstmals fällt der Marsch vom Marktplatz zum Stadtpark aus.

DGB-Kreisvorsitzender Wolfgang Kurzendorfer (links) und sein Stellvertreter Andreas Sander (rechts) bedankten sich beim Hauptredner der Maikundgebung in Schwandorf, Udo Fechtner (Mitte), mit einem Schirm. Bild: Hirsch
DGB-Kreisvorsitzender Wolfgang Kurzendorfer (links) und sein Stellvertreter Andreas Sander (rechts) bedankten sich beim Hauptredner der Maikundgebung in Schwandorf, Udo Fechtner (Mitte), mit einem Schirm.

Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Amberg, Udo Fechtner, sprach sich bei der Kundgebung zum 1. Mai im Schwandorfer Stadtpark für eine Bürgerkrankenversicherung aus, in die alle einzahlen. „Aber“, gibt der Gewerkschaftsvertreter zu bedenken, „diejenigen, die über die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung entscheiden, sind alle privat versichert“.

Deshalb werde sich da nichts ändern, so Fechtner. Gerechtigkeit fordere der Referent auch bei der Altersversorgung. Die durchschnittliche Beamtenpension liege bei 3240 Euro, die durchschnittliche Rente aber nur bei 1450 Euro. Wer jetzt nach einer zusätzlichen privaten Säule rufe, mache sich zum Lobbyisten der Banken und Versicherungen.

Fechtner vermisse langfristige Strategien der deutschen Unternehmen, „die sich jahrelang auf ihren Lorbeeren ausgeruht haben“. Als Beispiel nennt er den Ausbau der Elektromobilität. Stattdessen würden die Arbeitnehmer für den Niedergang der Wirtschaft verantwortlich gemacht. Genauso bei der Bahn: „Personal und Fahrgäste müssen jetzt ausbaden, was die bayerischen Bundesverkehrsminister über Jahrzehnte angerichtet haben“, sagte Fechtner.

An den regelmäßig angekündigten Bürokratieabbau mag der IG-Metall-Vertreter nicht mehr glauben, denn: „Die Vorschriften für die Unternehmen treiben weiter die wildesten Blüten.“ Angesichts der bevorstehenden Wahlen wies Udo Fechtner auf die Bedeutung der Betriebsräte hin. Seine Beobachtung: „Unternehmen mit Betriebsräten sind wesentlich erfolgreicher.“

Mitbestimmung und faire Löhne

Schwandorfs Oberbürgermeister Andreas Feller ist kürzlich zum neuen Vorsitzenden des Ausschusses für Digitalisierung des Deutschen Städte- und Gemeindebundes gewählt worden. Ihm obliege die Aufgabe, so der Rathauschef in seinem Grußwort, in der Kommunalverwaltung jene Prozesse zu standardisieren, „die im privaten Bereich längst üblich sind“.

Stellvertretender Kreisvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) Andreas Sander brachte die Forderung der Arbeitnehmer auf den Punkt: „Wir wollen faire Löhne, sichere Arbeitsplätze, Mitbestimmung und eine Gesellschaft, in der niemand zurückgelassen wird.“ Das gelinge aber nur mit einer starken Gewerkschaft, so der Betriebsratsvorsitzende der Firma Nabaltec.

DGB-Kreisvorsitzender Wolfgang Kurzendorfer hielt ein Plädoyer für die gesetzliche Rente, die kein Almosen, sondern der Lohn für eine Lebensleistung sei und Altersarmut verhindere. Für die überwiegende Mehrheit im Land sei die Rente die einzige Altersabsicherung. Wer die Rente nur noch auf eine Basisabsicherung reduzieren wolle, verkenne, „dass viele gar nicht das Geld dazu haben, um privat vorzusorgen“.

Arbeiterlied erklingt

Am Ende stimmten die Kundgebungsteilnehmer in das Arbeiterlied „Brüder zur Sonne zur Freiheit“ ein, unterstützt von der Kapelle des Musikvereins Dachelhofen. Der traditionelle Marsch vom Marktplatz zum Stadtpark fiel wegen zu geringer Beteiligung erstmals aus. Der Biergarten des Stadtparks aber hatte sich gut gefüllt.

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