Im Jahr 2016 ist in Eichstätt eine Frau vergewaltigt worden. Die Stadt reagierte, indem sie Frauenparkplätze auswies. Einem jungen Rheinländer, der in Eichstätt zu Besuch war, passte das gar nicht. Er klagte. Er sah nicht nur Männer, sondern auch Frauen dadurch diskriminiert - weil Frauenparkplätze aus seiner Sicht suggerieren, dass Frauen schwach und besonders schutzbedürftig seien.
Keine Kosten
Der Rheinländer sorgte mit seiner Klage für eine öffentliche Diskussion. In der Region sind sich Kommunen und Helga Forster, die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Schwandorf, einig: Das Thema wird zu heiß gekocht. Eine Diskriminierung kann niemand ausmachen. Forster erklärte gegenüber Oberpfalz-Medien: "Ich finde Frauenparkplätze gerechtfertigt. Es geht darum, ein Sicherheitsgefühl zu schaffen." Die Frauenparkplätze sind üblicherweise in hellen Ecken mit einer Nähe zum nächsten Ein- oder Ausgang. Gerade weil für den Landkreis und die Stadt Schwandorf bei der Gewalt gegen Frauen keine Ausnahme gelte, erachtet die Gleichstellungsbeauftragte die Frauenparkplätze für sinnvoll: "Wenn ein Täter nicht in einer dunklen Ecke warten muss, kommt es eventuell gar nicht zu einer Gewalttat." Zumal spreche für die Ausweisung der Frauenparkplätze, dass sie nichts kosten und kein zusätzlicher Aufwand damit verbunden seien. Hinzu kommt, dass die Frauenparkplätze für Männer kein generelles Parkverbot bedeuten.
Maria Schuierer, Pressesprecherin der Stadt Schwandorf, erklärt: "Für die Frauenparkplätze gelten keine Verpflichtungen." Dementsprechend werde es auch nicht geahndet, wenn Männer darauf parken. In der Stadt gebe es 19 Frauenparkplätze - 8 im Naabparkhaus und 11 im Parkhaus am Venus. Von Bürgern habe es zu dem Thema noch keine Anregungen oder Beschwerden gegeben. Nichts anderes berichten der Pfreimder Bürgermeister Richard Tischler, Thomas Prey von der Stadt Nabburg und der Oberviechtacher Bürgermeister Heinz Weigl, der gegenüber Oberpfalz-Medien erklärte: "Bei uns können die Frauen sicher ausgehen. Wir haben keine Frauenparkplätze und brauchen sie auch nicht - dafür ist unsere Stadt zu klein." Wenn Frauen etwa in ein Lokal gehen, bekämen sie üblicherweise einen Parkplatz in der Nähe. Außerdem versichert Weigl: "Bei uns können Frauen auch um 23 Uhr auf die Straße, ohne Gefahr."
Schilder ausgetauscht
Im Eichstätter Fall gab es mittlerweile im Übrigen bereits eine Entscheidung. Auf die Frage der Diskriminierung ging das Gericht nicht ein. Allerdings entschied es, dass die Schilder ausgetauscht werden müssen. Sie sollen künftig deutlich zeigen, dass sie lediglich eine Empfehlung sind - also auch Männer ohne Konsequenzen auf Frauenparkplätzen ihr Auto abstellen dürfen.













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