Schwandorf
21.05.2018 - 22:00 Uhr

Solarpark beliefert 3000 Haushalte

Energiebauern investieren 6,5 Millionen Euro in eine Freiflächen-Photovoltaikanlage mit 35600 Modulen. Der Geistliche und WAA-Gegner Leo Feichtmeier segnet den Park.

Die  Geistlichen Leo Feichtmeier und Paul Warkentin (von links) segneten die Freiflächen-Photovoltaikanlage bei Fronberg. rhi
Die Geistlichen Leo Feichtmeier und Paul Warkentin (von links) segneten die Freiflächen-Photovoltaikanlage bei Fronberg.

(rhi) „Eine WAA hätte die Kirche niemals segnen dürfen“, ist Leo Feichtmeier überzeugt. Im Gegensatz zum Solarpark in Fronberg. Auf ihn rief der katholische Geistliche am Samstag gerne Gottes Segen herab. Gegen den heute 85-jährigen Religionslehrer und WAA-Gegner aus Nittenau hatte die Regierung damals drei Disziplinarverfahren angestrengt.
Der „Geist von Wackersdorf“ schwebte über dem 14,5 Hektar großen Gelände, auf dem der Biobauer Sepp Bichler für 6,5 Millionen Euro eine Freiflächen-Photovoltaikanlage mit 35 600 Modulen errichten ließ. Der WAA-Gegner hatte dazu zahlreiche Mitstreiter von einst eingeladen. Und auch der „wichtigste Mitarbeiter“, die Sonne, war rechtzeitig erschienen.
Die vor zehn Jahren gegründete Energiebauern GmbH betreibt mittlerweile 60 Freiflächenanlagen in Deutschland. „Fronberg ist eine Bilderbuchanlage und ganze vorne mit dabei im Portfolio der Energiebauern“, versicherte Projektleiter Johannes Barkte. Die Vorteile lägen in den kurzen Anschluss- und Einspeisungswegen.
„Der Landkreis hat positive Signale für Photovoltaikanlagen in der Fläche gesetzt“, betonte Landrat Thomas Ebeling. Für Landtagsabgeordneten Franz Schindler war es dagegen ein langer Weg vom Aus der WAA bis zur Energiewende. Es habe der Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima bedurft. Die Energiewende sei jetzt auf einem „guten, aber immer noch holprigen Weg“, stellte der SPD-Politiker mit Blick auf die Diskussion um die Windenergie und die Stromtrassen fest.
Zweite Bürgermeisterin Ulrike Roidl gratulierte zur Fertigstellung der Anlage, die 3000 Haushalte mit grünem Strom versorgen könne. Altlandrat Hans Schuierer nannte Sepp Bichler einen „Pionier, der die Zeichen der Zeit frühzeitig erkannt hat“. Im Gegensatz zu jenen, „die immer noch an der Kernkraft festhalten wollen“. Grundstücksinhaberin Eleonore Schantz hatte schon immer „die Vision für eine solche Anlage“ und habe sie nun mit Hilfe von Freunden entwickeln können. Die Familie Schantz gehört der evangelischen Freikirche der Mennoniten an. Ihr Pfarrer Paul Warkentin betonte bei der Segnung: „Gott hat uns die Welt nur geliehen, deshalb muss der Mensch die Schöpfung bewahren.“

Info:

Zahlen und Fakten zum Solarpark

Flächengröße 14,5 Hektar, 10 MW Leistung, 35600 Module, Versorgung von 3000 Haushalten, 20 Jahre Betriebsdauer, Inbetriebnahme Dezember 2017, Geschäftsführer Sepp Bichler und seine Söhne Martin und Florian, Einspeisevergütung 5,6 Cent pro Kilowattstunde.

 

Kommentare

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Peter Steinbock

Hier wird ausgesagt, der Solarpark könne 3000 Haushalte mit grünem Strom versorgen. Dazu frage ich, was passiert nachts mit den zu versorgenden Haushalten, wenn die Solarstromerzeugung Null beträgt? Es gibt nachts vermutlich keine Solarstromversorgung, für keine 3000 und keine 30 Haushalte.
Im Beitrag wird leider der gravierende technische und kostenmäßige Unterschied zwischen „Haushaltsstrom“ und „Grünstrom“ vergessen. Bei Haushaltsstrom handelt es sich immer um nachgefragten Strom. Bei Solarstrom immer um sonnenabhängig anfallenden Strom, egal ob nachgefragt oder nicht. Diese Verwischung kommt bisher die Stromkunden ungerechtfertigt teuer. Auf Grund von Analysen erwägt das Bundeswirtschaftsministerium jetzt eine Korrektur der Privilegierung des Grünstroms. Ich bin überzeugt, daß mit neuen, realeren Maßstäben die Überschrift des Beitrages anders ausfallen könnte. Notwendig und günstiger für Verbraucher.

25.05.2018
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