29.10.2021 - 12:07 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Am Sonntag wird in Schwandorf der beste bayerische Dokumentarfilm ausgezeichnet

Am Montag endet das Doku-Filmfestival "Zwickl", das heuer an mehreren Orten in der Oberpfalz stattfand. Eine Bilanz will Initiatorin Anne Schleicher noch nicht ziehen. Dafür wird am Sonntag der "Bayerische Dokumentarfilmpreis" verliehen.

Auf der Bühne des Metropol-Kinos in Schwandorf wird Anne Schleicher am Sonntag den "Bayerischen Dokumentarfilmpreis" verleihen.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

„Für eine endgültige Bilanz ist es noch zu früh“, sagt Anne Schleicher. Die Initiatorin der „Zwickl-Dokumentarfilmtage" hat unterschiedliche Erfahrungen gemacht. „In Regensburg treffe ich auf ein anderes Publikum als in Amberg oder gar in Schwandorf, wo man Zwickl seit neun Jahren kennt“, erzählt die Filmwissenschaftlerin. Es gab „ausverkaufte Veranstaltungen“ ebenso wie Vorstellungen mit wenig Resonanz. Der Beitrag „80.000 Schnitzel“ lief in Kötzting, Nittenau und zuletzt in Schwandorf und lockte am Mittwoch 60 Leute ins ehemalige Metropol-Kino. Ausverkauft.

Das Leben bietet unendlich viele Geschichten. Anne Schleicher lässt sie in über 40 Dokumentarfilmen an sechs verschiedenen Standorten erzählen. Von einer Mutter, die im syrischen Aleppo ein Kind zur Welt bringt, während der Krieg tobt, oder von Greta Thunberg, die vor den Vereinten Nationen spricht. Das Wanderkino machte in Schönsee, Bad Kötzting, Nittenau, Regensburg, Amberg und Schwandorf Station.

Die Corona-Pandemie stellte auch das „Zwickl“ vor Herausforderungen. „Die Bilanz wird deshalb anders ausfallen als in den Jahren zuvor“, ist die Veranstalterin überzeugt. Das Gastspiel in Pilsen musste wegen Corona auf nächstes Jahr verschoben werden. Einige Filmemacher stellten sich persönlich den Fragen des Publikums. Zum Beispiel der Regisseur des Films „Wem gehört mein Dorf“, Christoph Eder. Er kam am Freitagabend nach Schwandorf und tauschte sich mit den Besuchern aus. In seiner Heimat auf Rügen tobt die Auseinandersetzung zwischen Dorfbewohnern und Tourismus-Investoren. Eder hat die Entwicklung zum Thema eines Dokumentarfilms gemacht.

2019 vergab das „Zwickl“ zum ersten Mal seinen eigenen Filmpreis, den „Schwandorfer Dokumentarfilmpreis Zett“. Nun wird der Pokal zum zweiten Mal für den besten Film unter dem neuen Titel „Bayerischer Dokumentarfilmpreis“ verliehen. Es ist der einzige Wettbewerb, der ausschließlich bayerische Produktionen zulässt. „Damit bietet das Zwickl eine Plattform für künstlerisch-dokumentarische Filmarbeit in Bayern“, gibt Anne Schleicher zu verstehen.

Eine Jury wählte aus fünf nominierten Beiträgen einen Titel aus. Die Preisverleihung findet am Sonntagabend in Schwandorf statt. Der Gewinn des Pokals, hergestellt bei der Firma Gusswerk in Fronberg, ist mit einem Preisgeld von 1000 Euro verbunden. Das Festival, das unter dem Motto „Heimat und Reisen“ steht, endet am Montag.

Die Kino-Kunst beim "Zwickl"

Schwandorf

 

 

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