13.08.2018 - 21:56 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Sorgen vor Schulgeld-Einführung

Hubert Döpfer fürchtet die Politik mehr als die Mitbewerber. Die Konkurrenz könne der Bildungsunternehmer einschätzen, nicht aber die politischen Entscheidungen.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (Fünfte von links) diskutierte mit Schulträger Hubert Döpfer und den örtlichen CSU-Mandatsträgern über das Thema "Gesundheit und Pflege".
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

"Die bayerischen Lösungen halte ich für die besten", sagte der Schulträger beim Besuch der bayerischen Gesundheitsministerin. Darauf lachte Melanie Huml spontan: "Ich auch". Hubert Döpfer befürchtet Ungemach aus Berlin. "Merkel und Spahn verstehen sich nicht", glaubt der Unternehmer zu erkennen.

Die Meinungsverschiedenheiten zwischen der Bundeskanzlerin und ihrem Bundesgesundheitsminister könnten die Döpfer-Gruppe teuer zu stehen kommen. Es geht um die Pflegeausbildung. Seit sechs Jahren übernimmt der Freistaat das Schulgeld für die angehenden Pfleger.

Das sei aber nicht in allen Bundesländern, erklärt Hubert Döpfer. Der Bund wolle nun eine Vereinheitlichung und die Finanzierung der Ausbildung über einen Fonds regeln. Hubert Döpfer befürchtet nun einen Rückfall in alte Zeiten, als die Schüler der Altenpflegeausbildung Schulgeld bezahlen mussten.

Bayern habe seine Hausaufgaben gemacht, stellte Gesundheitsministerin Melanie Huml fest. Wie die anderen Bundesländer verfahren, bleibe abzuwarten. Sollte die bundeseinheitliche Lösung zurück zum Schulgeld führen, dann erwartet Hubert Döpfer von Bayern einen Ausgleich. "Wenn angehende Altenpfleger Schulgeld bezahlen müssen, springen viele ab", ist der Schulträger überzeugt.

Hubert Döpfer ist viel im Ausland unterwegs und wirbt dort Schüler für seine Hochschulen und Akademien an. Vor allem in China ist er fündig geworden. Dabei ergibt sich aber ein Problem, das der Regensburger Standortleiter Martin Gleixner so beschreibt: "Die Visa-Anträge für die Schüler und Studenten liegen viel zu lange auf den Behörden". Landrat Thomas Ebeling machte dazu den Vorschlag, die Behörden bereits vor dem Eintreffen der Studierenden zu informieren und sie auf die Dringlichkeit aufmerksam zu machen.

Die Auszubildenden in der therapeutischen Berufen Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Masseure müssen monatlich zwischen 300 und 400 Euro Schulgeld bezahlen. "Das scheuen viele und bleiben weg", stellt Hubert Döpfer fest. Er fordert deshalb, wie bei den Altenpflegern auch, "dass die Ausbildung kostenlos ist".

Hier ist Ministerin Melanie Huml optimistisch und betont: "Die Übernahme des Schulgeldes für diese Ausbildungsgruppen durch den Bund steht im Koalitionsvertrag". Wann die Pläne allerdings umgesetzt würden, sei offen.

Hubert Döpfer hat sich in den vergangenen 25 Jahren geschickt durch die deutsche Bildungslandschaft laviert und einen Betrieb mit acht Standorten, 700 Mitarbeitern, 3000 Schülern und 400 Studenten aufgebaut. Und der 65-jährige hat schon wieder neue Pläne. Er will sein Geschäftsfeld mit neuen, eigenen Praxen erweitern,

Schule und Hochschule stärker miteinander verzahnen und mehr Angebote für die Fort- und Weiterbildung machen. Mit 100 Mitarbeitern und 500 Schülern ist Schwandorf nach wie vor der Hauptstandort.

Am Gespräch in den Räumen der Döpfer-Schulen nahmen Landrat Thomas Ebeling, Oberbürgermeister Andreas Feller, MdL Alexander Flierl, die Land- und Bezirkstagstagskandidaten Manfred Wendl und Christina Bauer, dritte Bürgermeister Martina Engelhardt-Kopf und Stadträtin Sonja Dietl teil. Vonseiten der Schule beteiligten sich die Standortleiter von Schwandorf und Regensburg, Jens Frank und Martin Gleixner sowie Schulleiterin Kerstin Schneider.

In der Diskussion ging es auch um die Umsetzung der neuen Pflegeausbildung und den künftigen Anteil der Akademiker an den therapeutischen Ausbildungsberufen.

Bayern hat seine Hausaufgaben gemacht.

Gesundheitsministerin Melanie Huml

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