Dass bei der Landtagswahl vor einem Vierteljahr auch Dauerkonkurrent CSU im Raum Schwandorf deutlich Feden lassen musste, kann für SPD-Mann Wein kein Trost sein. Auch nicht, dass er selbst mehr Stimmen auf sich vereinte als seine Partei als Liste. Denn wer sich erinnert: Die SPD dümpelte im Stimmkreis bei zehn Prozent, Wein fuhr elf ein. Nichts zum Angeben.
Peter Wein liegt das Schönreden nicht. Er spricht von "Nackenschlag", aber auch davon, dass er von den örtlichen Genossen trotz des Debakels aufmunternde Worte zu hören bekam. "Unsere Themen haben einfach nicht verfangen", ist er sich sicher, "die Leute trauten uns keine Lösungskompetenz zu."
Wäre Wein, ein mit 30 Jahren recht junger Politiker aus Burglengenfeld, nostalgisch gestimmt, könnte er mit dem früheren SPD-Landtagsabgeordneten Franz Schindler schwärmen von jener Zeit, als die Genossen oft drei Veranstaltungen gleichzeitig bespielt haben - hier Franz Schindler, dort Hans Schuierer und wieder woanders Dietmar Zierer. Namen, die in den 80er Jahren, der "WAA-Zeit" auch dem Unpolitischsten geläufig waren.
Dass dem Kreisverband derzeit der Wind in Form von Austritten ins Gesicht weht, weist Wein ins Reich der Legenden. "Das kann ich nicht bestätigen, dass es größere Austrittswellen gab", macht er deutlich und setzt noch eins drauf: "Wir haben sogar einige Eintritte zu verzeichnen und wir sind im Kreisverband gut aufgestellt." In Zahlen ausgedrückt bedeutet das, dass in der SPD im Kreis Schwandorf um die 1200 Menschen organisiert sind. Aber wie andere Parteien auch bräuchten die Sozialdemokraten dringend Nachwuchs.
Den kann zwar Wein auch nicht herbeizaubern, aber eine andere gute Nachricht hat er doch parat. "Die Geschäftsstelle der Partei in Schwandorf bleibt bestehen", verspricht er und lenkt den Blick auf die hauptamtlichen Angestellten der Partei: "Für die war das Ergebnis auch nicht leicht zu verdauen."
Was motiviert einen ehrenamtlichen Kommunalpolitiker wie Wein, trotz der desaströsen Ergebnisse weiterzumachen? "Zum einen ist die SPD vor Ort verankert und wahrnehmbar", versichert er. Zum anderen glaubt Wein an die Grundsätze der SPD und zählt ein paar Themen auf, bei denen die Sozialdemokraten gute Antworten hätten: die Digitalisierung, der Europaprozess, die Haltung gegenüber Amerika. "Außerdem macht meine Partei in der Großen Koalition auf der Sachebene gute Arbeit", ist Wein überzeugt. Und dann sind da noch Wahlen, die vor der Tür stehen, bei denen das Trauma vom Oktober 2018 vielleicht überwunden werden kann: die Europawahl im Mai und im nächsten Jahr die Kommunalwahlen. Wein ist zuversichtlich: "Wir haben wichtige Aufgaben vor uns und bleiben nicht im Tal der Tränen."













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