Schwandorf
20.01.2021 - 10:21 Uhr

Stabwechsel im Polizeizentrum

Beim "Gemeinsamen Zentrum der deutsch-tschechischen Polizei- und Zollzusammenarbeit Petrovice-Schwandorf" gibt es einen Wechsel an der Spitze: Erster Polizeihauptkommissar Markus Leitl ist turnusgemäß neuer Koordinator.

Erster Polizeihauptkommissar Markus Leitl wurde als neuer Koordinator beim "Gemeinsamen Zentrum der deutsch-tschechischen Polizei- und Zollzusammenarbeit" vorgestellt. Bild: Franz Völkl/Inspektion Waidhaus/exb
Erster Polizeihauptkommissar Markus Leitl wurde als neuer Koordinator beim "Gemeinsamen Zentrum der deutsch-tschechischen Polizei- und Zollzusammenarbeit" vorgestellt.

In den vergangenen beiden Jahren stand mit Polizeioberrat (POR) Christian Kiener ein Polizeibeamter der Bayerischen Polizei an der Spitze des "Gemeinsamen Zentrums der deutsch-tschechischen Polizei- und Zollzusammenarbeit" auf dem Schwandorfer Weinberg. Wie es in einer Pressemitteilung der Polizei heißt, hat nun turnusgemäß mit Erstem Polizeihauptkommissar (EPHK) Markus Leitl ein Bundespolizist die Koordination des personalstärksten Zentrums in Europa mit derzeit insgesamt 101 Mitarbeitern für die nächsten zwei Jahre übernommen. Kiener wird weiterhin für die bayerische Polizei als deren Kontingentleiter im Gemeinsamen Zentrum in Schwandorf fungieren und gleichzeitig die Rolle des stellvertretenden Koordinators wahrnehmen.

Ein "Urgestein"

"Der 52-jährige Markus Leitl ist ein echtes Urgestein und mehr als ein ,Mann der ersten Stunde'", heißt es in der Mitteilung weiter. Der Kümmersbrucker war weit vor dem offiziellen Start des Schwandorfer GZ am 17. Dezember 2007 bereits im Aufbaustab.

Im Laufe der Jahre habe man sich laut Leitl von einem regionalen Zentrum mit reinen Grenzangelegenheiten zu einem Zentrum mit Anfragen aus ganz Deutschland und Tschechien mit enger Kooperation mit dem deutschen Bundeskriminalamt und dem Polizeipräsidium Prag entwickelt. Seit Oktober 2016 gebe es einen neuen deutsch-tschechischen Polizeivertrag, der europaweit einer der modernsten sei und Handlungsrahmen gerade für das komplette Aufgabenspektrum des GZ vorgebe.

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Schwandorf07.07.2020

Leitl stellte beim Antrittsgespräch die vier großen Komponenten des GZ Schwandorf in den Fokus: Dauerdienst, Tagdienstkomponenten mit Schwerpunkt Rückführung und Ermittlungsunterstützung, Sprachmittlerdienst und gemeinsames Geschäftszimmer der zwei Arbeitsstellen Petrovice und Schwandorf.

Für den Bundespolizisten, der bisher stellvertretender Koordinator war, ändert sich auch in Zukunft nicht viel, denn er kennt das GZ "von der Pike" auf und spricht daher auch perfekt Tschechisch. Als Zusatzaufgabe stellt sich für den neuen Koordinator die Mitgliedschaft in der bayerisch-tschechischen regionalen Arbeitsgruppe und so manche repräsentative Aufgabe. Leitl führt als einer der wenigen den akademischen Titel eines "European Joint Master`s Border Management".

Der Bundespolizist stellt die Wiederaufnahme der persönlichen Zusammenarbeit mit den tschechischen Partnern nach der Bewältigung der Coronapandemie in den Vordergrund. Zudem möchte er die Intensivierung der Zusammenarbeit mit EU-Agenturen wie der Europäischen Agentur für die Grenz- und Küstenwache weiter forcieren.

Ideale Zusammenarbeit

Leitl und Kiener beschreiten auch nach dem Wechsel weiter den Weg zusammen im Gemeinsamen Zentrum. Ein großer Vorteil sei es laut Leitl, dass der bisherige Koordinator nun als einer seiner Stellvertreter arbeitet. Auch die Zusammenarbeit mit den tschechischen Behörden und deren Koordinatoren Jana Cudova und Pavel Rybar sei geradezu ideal.

Den Brückenschluss zwischen dem 360 Kilometer entfernten Petrovice und Schwandorf müsse man weiter verfestigen, das Zentrum als Einheit weiter entwickeln, sowie den internationalen Datenaustausch zwischen Deutschland und Tschechien fördern.

Im personalstärksten Zentrums in Europa sind derzeit insgesamt 101 Mitarbeiter – 35 in Petrovice und 66 in Schwandorf – beschäftigt. In Petrovice sind für die Bundespolizei zwölf Mitarbeiter vertreten, die sächsische Polizei stellt neun, der deutsche Zoll zwei, der tschechische Zoll ist mit einem Mitarbeiter, und die tschechische Polizei mit elf Mitarbeitern vertreten.

An der Arbeitsstelle Schwandorf agieren insgesamt 23 Vertreter der Bundespolizei, 22 der Bayerischen Polizei, jeweils zwei vom deutschen und tschechischen Zoll sowie 17 tschechische Kolleginnen und Kollegen.

Hintergrund:

Zur Person: Markus Leitl

  • 52 Jahre alt
  • Verheiratet
  • Zwei erwachsene Töchter
  • Wohnhaft in Kümmersbruck
  • Derzeit deutscher Koordinator für die Arbeitsstellen Petrovice und Schwandorf und Kontingentsleiter der Bundespolizei.
 
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