10.07.2018 - 15:28 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Stadt Schwandorf investiert in Elektromobilität

Eine neue E-Ladesäule am Marktplatz kommt. Die Förderung beträgt insgesamt 3500 Euro. Ein Programm der Bundesregierung forciert eine flächendeckende Infrastruktur.

Oberbürgermeister Andreas Feller, städtischer Mitarbeiter Gerhard Grabinger, Bayernwerksvertreter Daniel Pangerl und Sachgebietsleiter Roland Stehr (von rechts) nahmen gestern die neue Elektrotankstelle am Marktplatz in Betrieb. Bild: Hirsch
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

(rhi) Die Stadt baut das Netz der Stromtankstellen weiter aus. Zum Standort an der Einfahrt zum Naabparkhaus kommt nun ein weiterer am Marktplatz hinzu. Eine dritte E-Ladesäule wird demnächst in der Parkbucht am Arbeitsamt errichtet. 10 000 Euro kostete der Bau der Tankstelle, die Sachgebietsleiter Roland Stehr, Bayernwerk-Vertreter Daniel Pangerl, städtischer Mitarbeiter Gerhard Grabinger und OB Andreas Feller kürzlich in Betrieb nahmen. 3500 Euro bekommt die Stadt an Fördergeldern aus dem Bundesprogramm. Zudem beteiligt sich das Bayernwerk an den Finanzierungskosten. Der Netzbetreiber hatte bei der bundesweiten Ausschreibung den Zuschlag erhalten.

Sachgebietsleiter Roland Stehr erklärt, warum der Standort unmittelbar neben "Uhren Meiller" so günstig ist: "Am Marktplatz haben wir eine günstige Infrastruktur". Der Stellplatz neben der Tanksäule ist markiert und darf nur während des Tankvorgangs benutzt werden. "Kostenlos", wie Andreas Feller versichert. Den Strom muss der Nutzer allerdings bezahlen. 6,95 Euro pro Tankvorgang. Der Kunde kann mit einer Ladekarte oder per QR-Code mit dem Handy bezahlen.

Jederzeit zugänglich

Daniel Pangerl, Kommunalbetreuer der Bayernwerk AG im Landkreis Schwandorf, erklärt die Technik. Bei der Ladesäule handelt es sich um eine Standardanlage mit 22 Kilowatt Ladeleistung. "Der vollständige Ladevorgang eines E-Autos mit einer Reichweite von 140 Kilometern dauert rund 90 Minuten", so der Unternehmensvertreter. Die Ladestation ist jederzeit zugänglich und besitzt einen standardisierten Anschluss für alle Fahrzeugtypen. Der Standort am Schwandorfer Marktplatz ist mittlerweile auch über die Navigationsgeräte abrufbar. Wer sich mit seinem E-Mobil in der Nähe der Stadt aufhält und tanken muss, bekommt die beiden Tankstellen in der Innenstadt angezeigt.

Förderprogramm aufgelegt

Mit kommunaler Unterstützung will das Bayernwerk das Stromtankstellennetz weiter ausbauen, wie Daniel Pangerl versichert. Die Förderung aus Mitteln der Bundes- und Länderprogramme leiste dazu einen wichtigen Anreiz. Die neue Ladesäule sei in das bundesweite Eon-Drive-Netzwerk integriert, das den Fahrern von Elektroautos den Zugang zu mehr als 4000 Ladepunkten in Deutschland ermögliche, so Pangerl. Für den Durchbruch der Elektromobiltät sei jedoch eine flächendeckende Ladeinfrastruktur erforderlich.

Das Bayernwerk selbst setze, so Kommunalbetreuer Daniel Pangerl, voll auf Elektromobilität. Bis 2025 werde das Energieunternehmen seine 1300 Firmen- und Servicefahrzeuge "vollelektrisch und emissionsfrei" umrüsten. Das Bayernwerk habe an allen Bürogebäuden, Kundencentern und technischen Anlaufstellen E-Ladesäulen mit jeweils mehreren Ladepunkten installiert. In den nächsten sieben Jahren würden weitere 600 dazu kommen, kündigte der Unternehmensvertreter an.

Die Bundesregierung hat ein Förderprogramm aufgelegt, das auch Privatleute nutzen können. Oberbürgermeister Andreas Feller appelliert vor allem an die Geschäftsleute der Stadt, dieses Angebot zu nutzen, in Eigenregie Ladesäulen zu installieren und sich damit ein Alleinstellungsmerkmal zu verschaffen. Ziel des Programms ist der Aufbau einer flächendeckenden Infrastruktur mit bundesweit 15 000 E-Ladesäulen. Die Zahl der elektrisch angetriebenen Fahrzeuge werde sich nur steigern lassen, "wenn die Menschen Vertrauen in das gesamte System haben", ist Pangerl überzeugt. Und dieses Vertrauen hänge maßgeblich von der Ladeinfrastruktur ab, so der Kommunalbetreuer. Er stellte eine zunehmende Bereitschaft der Städte und Gemeinden fest, das Bundesprogramm zu nutzen und eigene Stromtankstellen zu installieren. So sei er derzeit in Kontakt mit den Verwaltungen in Maxhütte-Haidhof, Teublitzt, Bruck und Oberviechtach, um dort die Möglichkeiten auszuloten.

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