18.11.2018 - 09:59 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Stadt Schwandorf will für Kinder kräftig klotzen

Diesmal wird nicht gekleckert: Die Stadt plant zwei zusätzliche Kindertagesstätten mit insgesamt 210 Betreuungsplätzen. Gebaut wird im Stadtsüden und in einem Ortsteil.

An der Fronberger Straße 44, gegenüber des Künstlerhauses, soll ein "Haus für Kinder" mit je zwei Kindergarten- und Krippengruppen entstehen.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Die Kunst bekommt junge Nachbarn: Falls der Bauausschuss am Montag, 26. November, wie erwartet den Maßnahmebeschluss fällt, wird in Fronberg eine zusätzliche Kindertagesstätte gebaut. Das "Haus für Kinder" wird dann schräg gegenüber des Oberpfälzer Künstlerhauses an der Fronberger Straße entstehen. Zwei Kindergartengruppen mit 50 Betreuungsplätzen und zwei Krippengruppen mit 24 Plätzen sollen auf dem großen Grundstück zwischen ehemaliger Bundesstraße 15 und Fußballplatz Raum finden. Das bestätigte der Pressesprecher des Rathauses, Lothar Mulzer. Bauherr wird die Stadt sein.

Auch der Träger für diese neue Kindertagesstätte ist bereits ausgesucht: Die Arbeiterwohlfahrt. Die AWO betreibt bereits den Hort an der Lindenschule mit 50 Plätzen. Die Eltern-Kind-Initiative (EKI), die in der Kreisstadt die Krippen "Stadtzwerge" (neben St. Jakob) und "an der Naab" auf der Allkoferspitze betreibt, ist als eigenständiger Verein korporatives Mitglied des AWO-Kreisverbandes. Im Stadtteil Fronberg besteht schon länger Bedarf nach mehr Betreuungsplätzen. Am Katholischen Kindergarten St. Andreas neben der Pfarrkirche musste eine Übergangsgruppe eingerichtet werden. Für die offiziell 50 Plätze sind 66 Kinder gemeldet.

Die zweite neue Kindertagesstätte baut die Stadt im Lindenviertel. Das künftige "Haus für Kinder" soll auf dem freien Grundstück an der Industriestraße, Ecke Herbststraße entstehen. Es wird nach den bisherigen Planungen vier Kindergartengruppen mit 100 und drei Krippengruppen mit 36 Plätzen eine Heimat bieten. Auch hier steht der Träger schon fest: Das Bayerische Rote Kreuz soll die Tagesstätte betreiben. Das BRK hat bislang den Waldkindergarten "Schwanenkinder" unter den Fittichen. "Mit der Herstellung dieser beiden Einrichtungen kann vorläufig von einer Bedarfsdeckung bei den Kindergartenplätzen mit einer Versorgungsquote von 100 und bei den Krippenplätzen von rund 30 Prozent ausgegangen werden", teilte Mulzer auf Nachfrage mit.

Im Sommer hatte die Verwaltung dem Stadtrat die Bedarfszahlen vorgelegt. Sie wurden außerhalb des üblichen Dreijahresturnus erhoben. Eine Rolle spielte dabei, dass Bund und Freistaat derzeit Förderquoten von bis zu 90 Prozent für neue Kindertagesstätten bieten. Die Anträge müssen allerdings bis 31. August 2019 gestellt und die Bauvorhaben bis Ende Juni 2022 abgeschlossen sein. Die Kämmerei hatte die aktuellen Versorgungsquote ausgerechnet. Sie lag für die Kleinsten unter drei Jahren bei rund 18 Prozent (96 Plätze für 521 Kinder). Das Kreisjugendamt empfiehlt eine Quote von 30 Prozent. Geändertes Nutzerverhalten - mehr Eltern wollen (oder müssen) ihre Kinder in einer Krippe betreuen lassen - und Zuzüge eingerechnet, kam die Verwaltung auf einen zusätzlichen Bedarf von fünf Krippengruppen für je zwölf Kinder. Der Bedarf an Kindergartenplätzen schwankt etwas, liegt in diesem Jahr bei 830, sinkt dann leicht und erreicht im Jahr 2020/2021 mit 867 laut den Zahlen der Verwaltung einen Höchststand. Dem stehen aktuell 747 Betreuungsplätze gegenüber. Um eine volle Abdeckung zu erreichen, seien fünf zusätzliche Gruppen (125 Plätze) nötig, teilte die Verwaltung im Juli dem Stadtrat mit. Jetzt sollen sogar sechs Gruppen gebaut werden.

Der Standort für das zweite geplante "Haus für Kinder" ist ebenfalls schon gefunden: An der Ecke Herbststraße/Industriestraße nahe des "Mini"-Autohauses (im Hintergrund) soll die Tagesstätte gebaut werden.
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