Schwandorf
05.11.2021 - 16:50 Uhr

Steiler Anstieg der Corona-Fälle im Landkreis Schwandorf

Der massive Anstieg der Corona-Infektionen setzt sich im Landkreis Schwandorf fort. Einem Inzidenz-Sprung vom Freitag wird der nächste kräftige Anstieg schon am Samstag folgen. Unterdessen gibt es einen weiteren Todesfall.

Symbolbild: Christophe Gateau

Mit 137 Fällen vom Donnerstag stieg die Gesamtzahl der Corona-Infektionen im Schwandorfer Landkreisgebiet auf 10 221 und die Sieben-Tage-Inzidenz deutlich von 215,5 auf 264,0. "Die Inzidenz wird weiter kräftig steigen, da uns heute bislang 130 neue Meldungen erreicht haben, denen nur 65 gegenüberstehen, die aus der Berechnung der Inzidenz wieder herausfallen", kündigte der Sprecher des Landratsamtes, Hans Prechtl, am Freitagnachmittag gegen 16.30 Uhr an.

In einem Krankenhaus in Regensburg ist eine 83-jährige Bewohnerin eines Altenheimes aus dem südlichen Landkreis Schwandorf gestorben. Sie ist der 173. Todesfall im Landkreis. Die Auslastung der Intensivbetten hat im Leitstellenbereich, zu dem die Stadt Amberg und die Landkreise Amberg-Sulzbach und Schwandorf gehören, die Schwelle von 80 Prozent erreicht.

In der zu Ende gehenden Schulferienwoche waren fünf neue Ermittlungen in Schulen und ebenso fünf Ermittlungen in Kindertagesstätten erforderlich. Die Ansteckungen reichen in die Zeit vor Ferienbeginn zurück. In der Tagesübersicht wird erneut ein Großbetrieb genannt. Doch während der Ausbruch in dem mehrmals genannten Betrieb mit Sitz im südlichen Landkreis beendet ist, ist jetzt ein Betrieb im nördlichen Landkreis betroffen. Fälle sind auch in zwei Seniorenheimen und in einer Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber zu verzeichnen. Trotz deutlich steigender Fallzahlen bleibt das Infektionsgeschehen laut Gesundheitsamt diffus.

Am Donnerstag hatte das Impfteam in Nabburg rund 220 Impfungen zu bewältigen, was auch mit den in München kurzfristig angekündigten Verschärfungen in Verbindung stehen dürfte. Weil die Kapazitäten auch durch die Menge des Impfstoffes begrenzt sind, wurden am Freitag folgende Beschränkungen als Sofortmaßnahme eingeführt: Damit sich der Vorrat an Biontech nicht erschöpft, können voraussichtlich in den nächsten zehn Tagen keine neuen Erstimpfungen mit diesem Impfstoff angeboten werden. Dies ist dem Bestellvorlauf von zwei Wochen geschuldet und der Tatsache, dass man bei Zweitimpfungen nicht auf einen anderen Impfstoff wechseln kann. "Da wir diese Zweitimpfungen mit Biontech gewährleisten wollen, muss der Bestand für die Zweitimpfungen reserviert werden. Die Belieferung in der nächsten Woche wird daran zunächst kaum etwas ändern", sagte Precht dazu. Als Alternative für die Erstimpfungen stehe der technisch vergleichbare und mindestens gleichwertige Impfstoff von Moderna zur Verfügung. Beide sind mRNA Impfstoffe und ab zwölf Jahren zugelassen. „Meiner Meinung nach ist Moderna gegen die vorherrschende Delta-Variante auch etwas besser wirksam. Leider machen derzeit wir und auch die Ärzte in der Umgebung die Erfahrung, dass es auch Impfdurchbrüche bei Biontech gibt“, erläuterte der Ärztliche Leiter des Impfzentrums, Dr. Moritz Maenner.

Nicht zuletzt aufgrund der Impfdurchbrüche empfiehlt man bei der Booster-Impfung ein Kreuz-Impfschema (also nach zwei Impfungen mit Biontech die Booster-Impfung mit Moderna und umgekehrt). Dieses Schema zeige in aktuellen Studien eine bessere Immunantwort als die dreimalige Impfung mit demselben Impfstoff. Auch nach einmaliger Impfung mit Johnson&Johnson sind diese Impfstoffe als Kreuz-Impfung empfohlen.

Aus den genannten begrenzten Kapazitäten und der derzeit starken Nachfrage nach Erstimpfungen resultiert auch die Notwendigkeit, für die Boosterimpfungen einen Termin zu vereinbaren. Hierbei ist der zeitliche Mindestabstand unbedingt zu beachten. Dieser beträgt sechs Monate nach einer Zweitimpfung mit Biontech, Moderna oder Astra und vier Wochen nach einer Erstimpfung mit Johnson&Johnson. Verschiedentlich wurde gefragt, ob die sechs Monate ab der Erstimpfung oder ab der Zweitimpfung rechnen. Richtig sind sechs Monate ab der Zweitimpfung, wobei die Zweitimpfung in einem dpa-Bericht vom Mittwoch als „Abschluss der ersten Impfserie“ bezeichnet wurde. Erst- und Zweitimpfungen sind zu den aktuellen Öffnungszeiten ohne Terminvereinbarung möglich. Personen, die ohne Termin für eine Boosterimpfung erscheinen oder bei denen der zeitliche Mindestabstand nicht eingehalten ist, werden abgewiesen. Diese Maßnahme sei notwendig, um die ohnehin schon wenig planbare Impfstofflogistik nicht noch zusätzlich zu verkomplizieren. Außerdem könnten so bei den Booster-Impflingen lange Wartezeiten vermieden werden.

Für Erstimpfungen kann ein Termin auf Wunsch weiterhin auch online gebucht werden. Die Termin-Slots werden zukünftig wieder vermehrt in eigenen Zeitfenstern angeboten, also außerhalb der kommunizierten Öffnungszeiten. Wenn also angekündigt wird, dass ab 13 Uhr geöffnet ist, kann es durchaus möglich sein, dass der Vormittag ausschließlich für Termine reserviert ist.In diesem Sinne gelten für die nächsten Tage folgende Öffnungszeiten: Samstag, 6. November, von 9 bis 13 und 14 bis 17 Uhr; Sonntag, 7. November, von 10 bis 13 und 14 bis 18 Uhr; Montag, 8. November, geschlossen; Dienstag, 9. November, geschlossen; Mittwoch, 10. November, von 13 bis 16 Uhr; Donnerstag, 11. November, von 16 bis 19 Uhr.

Oberpfalz25.05.2022
 
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