"Oh Happy Day" war eine der Melodien, die das Bundespolizeiorchester vergangenen Freitag in der Schwandorfer Bundespolizei-Liegenschaft zu Gehör brachte. Ein glücklicher Tag war es in der Tat für die 68 Polizeibeamten, die einen Aufstiegslehrgang vom mittleren in den gehobenen Polizeidienst bestanden hatten (zum Hintergrund siehe Infokasten). Der Vizepräsident der Bundespolizeidirektion München, Peter Horst ernannte in einem feierlichen Akt die stolzen Absolventen zum Polizeikommissar (PK) bzw. Polizeioberkommissar (POK).
Die beiden Ausbildungsleiter Erster Polizeihauptkommissar (EPHK) Thorsten Düker und Polizeihauptkommissar (PHK) Johann Fritsch stellten in ihren Grußworten heraus, welche Leistungen die Bundespolizisten im Alter von 41 bis 57 Jahren in den letzten sechs Monaten vollbracht hätten und gratulierten zum Erfolg recht herzlich.
Eltern dieses Erfolgs seien auch die Fachlehrer, die durch ihre engagierte und motivierte Arbeit Wissen anschaulich vermittelt haben In seiner Rede, die zum Schmunzeln regte, zitierte der Lehrgangssprecher und frisch gebackene Polizeikommissar Jürgen Prem von der Bundespolizeiinspektion Waidhaus seinen Nachbarn. Dem Gegenüber tat er einmal beim Unkrautjäten seinen Unmut darüber kund, dass er trotz seines fortgeschrittenen Alters nochmal die Schulbank drücken solle, worauf dieser lakonisch bemerkt habe: "Du wolltest das Fahrrad, also tritt es auch". Dieses sprichwörtliche Radl hätten alle Lehrgangsteilnehmer kräftig getreten und die Prüfung am Ende erfolgreich abgeschlossen.
Vizepräsident Horst stellte fest, wie vielfältig dieser Lehrgang aufgestellt gewesen sei. So befanden sich bei dieser Aufstiegsausbildung Kollegen aus fast allen Aufgabenbereichen der Bundespolizei und diese stammen aus Dienststellen von Freilassing bis Potsdam. Eine Lehrgangsteilnehmerin wohnt sogar auf der Fraueninsel inmitten des oberbayerischen Chiemsees. Sie legt einen Teil ihres Weges zu ihrer Stammdienststelle in Rosenheim mit dem Schiff zurück.
Die Ernennung der Absolventen begann mit der Ehrung des Lehrgangsbesten. Polizeikommissar Benedikt Braun von der Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung in München gelang es als einzigem, die mündliche Prüfung mit der Traumnote von 15 Rangpunkten abzulegen. Im Anschluss tauschten dann alle Lehrgangsteilnehmer ihre Schulterstücke mit den blauen Sternen des mittleren Dienstes gegen solche des gehobenen Dienstes mit Silbersternen.
Aufgrund der laufenden Einstellungsoffensive befinden sich derzeit bundesweit etwa 5000 angehende Kollegen in der Ausbildung zum Polizeivollzugsbeamten. Dies führe dazu, dass die fünf regulären Ausbildungszentren völlig ausgelastet sind, teilte die Bundespolizei mit. Um die Personalstruktur aufrecht zu erhalten, haben sich Bundespolizeipräsidium (Potsdam) und Bundespolizeiakademie entschlossen, verkürzte Aufstiegslehrgänge an die regionalen Bundespolizeidirektionen auszulagern. Im Rahmen dieses "Hebungsprogrammes" wurde 800 Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit eingeräumt, durch einen sechsmonatigen Lehrgang einen Laufbahnwechsel vom mittleren in den gehobenen Polizeidienst zu vollziehen. Die Direktion München (zustädnig für Bayern) hat sich als Ausbildungsstelle für den Standort Schwandorf entschieden. Der Standort erschien am geeignetsten, da er die notwendigen Räumlichkeiten bietet. Die Unterbringung der Lehrgangsteilnehmer erfolgte zum überwiegenden Teil in Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen im Schwandorfer Einzugsbereich. Bereits im Oktober 2017 startete der erste von zwei Lehrgängen mit 66 Teilnehmern. Unterteilt in drei Klassen konnten die ersten Beamten ihr Wissen in den Fächern Einsatzrecht, Dienstrecht, Einsatzlehre, Kriminalistik, Staats - und Verfassungsrecht, Psychologie und im Bereich der polizeilichen Datenverarbeitung erweitern und im April 2018 die Prüfung ablegen. Alle wurden direkt zum Polizeikommissar oder Polizeioberkommissar ernannt. (exb)














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