10.05.2019 - 11:18 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Stigmatisierung beenden

Autorin Heide Fuhljahn spricht aus Einladung der „Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft“ über Ursachen und die Behandlung seelischer Erkrankungen.

Autorin Heide Fuhljahn stellte ihr neues Buch „Von Wahn und Sinn“ vor.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

„Von Wahn und Sinn“ heißt das neue Buch der Hamburger Schriftstellerin Heide Fuhljahn. Am Dienstag nahm sie den weiten Weg vom Norden der Republik in den Süden auf sich, um in den Räumen der Diakonie über die Ursachen und die Behandlung seelischer Erkrankungen zu sprechen.

Veranstalter war die „Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft“. Die PSAG ist ein Zusammenschluss von Beratungsstellen, Behörden und Fachärzten für psychisch kranke Menschen und deren Angehörige. Geschäftsführerin des Netzwerkes ist Waltraud Tragl vom Schwandorfer Gesundheitsamt. Sie engagierte Heide Fuhljahn für eine Autorenlesung. Die freie Journalistin ist selbst Betroffene und nach siebenjähriger psychiatrischer Behandlung auf dem Weg zurück in die Normalität. Sie möchte mit ihren Vorträgen mithelfen, das Thema zu enttabuisieren und die Mitmenschen zu sensibilisieren.

Wenn die Seele erkranke, dann könne dies biologische, soziale oder genetische Ursachen haben, so die Referentin. „Arbeitslosigkeit erhöht das Risiko für Depressionen“, hat Heide Fuhljahn herausgefunden. Zwei Drittel der depressiv Erkrankten seien Frauen, so die Buchautorin. Bei ihnen spiele der Medikamentenmissbrauch eine Rolle, bei den Männern dagegen mehr der Alkohol. „Die Betroffenen können sich nicht mehr konzentrieren, bekommen Angstzustände und leiden unter Antriebsschwäche“, erklärt die Journalistin in ihrem Buch.

Diagnose und Anamnese seien heute auf einem guten medizinischen Stand, sagt Heide Fuhljahn. Dagegen sei es schwierig, Therapeuten zu finden. Im Landkreis gibt es in Schwandorf und Burglengenfeld jeweils eine Fachpraxis zur Behandlung psychischer Erkrankungen, erklärt Waltraud Heigl vom Staatlichen Gesundheitsamt. Niederschwellige Behandlungen biete auch das Tageszentrum der Diakonie an. Die PSAG-Geschäftsführerin erkennt erste Erfolge der Aufklärungsarbeit und betont: „Wir wollen die Betroffenen aus der Ecke der Stigmatisierung herausholen."

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