Schwandorf
04.02.2022 - 17:44 Uhr

Täglich Hunderte von neuen Corona-Fällen in Schwandorf

Das Gesundheitsamt in Schwandorf kann die vielen neuen Corona-Infektionen gar nicht mehr alle taggenau abarbeiten. Mit einem weiteren Anstieg der Inzidenzwerte ist zu rechnen.

Symbolbild: Christophe Gateau

Eine taggenaue Fallabgrenzung bereitet dem Schwandorfer Gesundheitsamt momentan Schwierigkeiten. "Wir erleben aktuell, dass am Abend die Arbeit nicht getan ist, weil sie während der Abarbeitung immer weiterwächst", erklärte dazu das Landratsamt. LGL und RKI weisen in ihren Portalen am Freitag 462 Fälle für Donnerstag und daraus resultierend eine Gesamtzahl für den Landkreis Schwandorf von 20 394 und eine aktuelle Inzidenz von 1145,0 aus. Am Freitag wurden zunächst 362 Fälle (Stand gegen 17 Uhr) an das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit übermittelt. Das LGL gibt die Fälle nach dem vorgegebenen Meldeweg weiter an das Robert-Koch-Institut. 547 weitere Meldungen mussten noch gesichtet und in das Fachprogramm importiert werden. Das bedeutet laut Pressemitteilung aber nicht, dass es sich dabei um weitere 547 Ansteckungen handelt. Denn als solche gehen nur positive PCR-Tests in die Statistik und damit in die Inzidenz ein, währenddessen aber auch positive Schnelltestungen gemeldet werden, ohne in die offizielle Fallzahl einzufließen. Ein positiver Fall wird laut Behörden nur dann zu einem Fall für die Statistik, wenn er neben der Falldefinition auch die sogenannte Referenzdefinition erfüllt. "Wir räumen ein, dass das kompliziert klingt. Das ist aber der Grund dafür, warum es nicht so einfach ist, wie manche Zeitgenossen meinen, die kein Verständnis dafür aufbringen, dass der Schreibtisch am Abend nicht leer ist", versuchte Amtssprecher Hans Prechtl aktuelle Meldeüberhänge zu erklären.

Am Donnerstag erging das Schreiben des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales mit Vollzugshinweisen zur Kindertagesbetreuung bei hohem Infektionsgeschehen. Kern der Neuregelung ist, dass eine gesamte Kita-Gruppe nur mehr dann in Quarantäne geht, wenn mehr als 20 Prozent der Kinder binnen fünf Tagen positiv getestet werden. Dabei sind aber alle positiven Tests einzurechnen, neben PCR-Tests auch Schnelltests und sogar Selbsttests. Die 20-Prozent-Quote wird also testunabhängig aus allen positiven Ergebnissen errechnet. Genauso wie im Schulbereich ist auch bei Kindertagesstätten zu beachten, dass die Lockerungen nur für Kontaktpersonen gelten, aber nicht für positiv getestete Personen. Diese bleiben in Isolation. Der davon betroffene Personenkreis muss in seiner Wohnung bleiben. Besuch darf nicht empfangen werden. Auch von Mitbewohnern muss sich ferngehalten werden. Spaziergänge sind nicht erlaubt, auch nicht alleine in der Nacht. Für das Verlassen der Wohnung gibt es nur zwei Ausnahmen: Wenn man alleine im eigenen Garten, der Terrasse oder auf dem eigenen Balkon ist. Und wenn man zu einem Arzt muss, weil ein Corona-Test angeordnet wurde.

Im Moment sind noch keine Viertimpfungen möglich. Da die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) derzeit nur im Entwurf vorliegt und sich noch in der Abstimmung in Bezug auf die genauen bzw. endgültigen Formulierungen befindet, ist die endgültige Bekanntgabe seitens des RKI abzuwarten, sagt das Landratsamt. Sobald die Impfempfehlung aktualisiert wird, bietet der Landkreis die Viertimpfung auch im Impfzentrum an. Um den zu erwartenden Andrang in geordnete Bahnen zu lenken, wird für die Viertimpfung eine vorherige Terminvereinbarung erforderlich sein. Terminpflicht gilt auch für die Impfung mit dem neuen Impfstoff Novavax, für den der endgültige Liefertermin noch aussteht.

Die Öffnungszeiten der beiden Impfzentren am Wochenende: Samstag in Nabburg von 9 bis 12.30 Uhr und von 14 bis 17.30 Uhr für alle, in Schwandorf von 8 bis 11.30 Uhr und von 13 bis17 Uhr ab zwölf Jahren; Sonntag in Nabburg von 9 bis 12.30 Uhr und 14 bis 17.30 Uhr ab zwölf Jahren, in Schwandorf geschlossen.

Oberpfalz25.05.2022
 
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