03.02.2020 - 15:54 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Touristenzahlen "absolut zufriedenstellend"

Radlfahren, Wandern und Ferien auf dem Bauernhof - das sind die Hauptgründe, warum Menschen von außerhalb im Landkreis Schwandorf Urlaub machen. Seit Jahren bleiben die Besucherzahlen auf einem hohen Niveau. Auch 2019 lief's wieder optimal.

Ein Gäste-Magnet im Landkreis Schwandorf ist das weitläufige Netz aus Wanderwegen. Auf unzähligen Kilometern durch Wälder und Fluren können leidenschaftliche Fußgänger ihrer Passion nachgehen.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil
Vor allem für Rad-Touren kommen Toursiten in den Landkreis Schwandorf.

Das Tourismusjahr 2019 im Landkreis Schwandorf ist zwar noch nicht ganz abgeschlossen, eine aussagekräftige Bilanz kann Alexandra Beier, Tourismusreferentin, aber schon ziehen: "Es war ein absolut zufriedenstellendes Jahr." Die Besucherzahlen konnten mit einem kleinen Plus von 0,2 Prozent mehr Übernachtungen und 0,1 Prozent mehr Ankünften auf einem hohen Niveau gehalten werden. Im Detail heißt das, dass es bis einschließlich November 2019 140.255 Ankünfte und 367.346 Übernachtungen im Kreis Schwandorf gab.

2900 Betten

Die Erfassung des statistischen Landesamts, auf der die Zahlen beruhen, beeinhalte aber nur die gewerblichen Übernachtungen, also alles über zehn Betten. Gasthäuser mit weniger Betten gelten als privat. Diese machen geschätzt auch nochmal ein Drittel zusätzlich aus, so Beier. Dass im ländlichen Raum immer mehr Gasthäuser schließen, sei für den Tourismus seit vielen Jahren ein Problem, bestätigt die Tourismusreferentin. "Auf der anderen Seite investieren die Betreiber viel in die Modernisierung." Auch ein Generationenwechsel tue manchen Gasstätten gut. So bleibt die Bettenzahl von etwa 2900 unterm Strich konstant.

Die Hauptanziehungspunkte für Touristen zeichnen ein eindeutiges Bild: Der Landkreis kann vor allem mit seiner Natur punkten. Das Oberpfälzer Seenland und die Rad- und Wanderwege sind beliebt bei den Auswärtigen. Auch "Ferien auf dem Bauernhof" werden gerne gebucht. Dieses Erlebnis bieten mehrere Betriebe in der Region an. Natürlich helfen auch Besonderheiten wie die Erlebniskugel am Steinberger See immer wieder neues Publikum für das Gebiet zu begeistern.

Radl-Welt und Natur-Navi

Bereits im Frühjahr soll ein neuer Besuchermagnet eingeweiht werden: die Oberpfälzer Radl-Welt. Auf der großen Runde radlt man 500 Kilometer durch den Oberpfälzer Wald. Dabei passiert man lauschige Plätzchen am Wasser, Wirtshäuser und kann tolle Ausblicke über die Landschaft erhaschen. Es gibt auch sechs kürzere Erlebnisstrecken zwischen 80 und 147 Kilometern. Diese laufen alle unter verschiedenen Mottos: Wald und Täler (Erbendorf, 104 km), Zoigl und Fisch (Neustadt an der Waldnaab, 147 km), Vulkane und Erdgeschichte (Neuhaus, 112 km), Genuss und Kultur (Weiden, 143 km), Sagen und Geschichten (Pfreimd, 155 km) und Wasserwelten (Schwandorf, 85 km).

Eine weitere Neuheit wird das Natur-Navi sein. Mit dieser Online-Funktion kann eine Wanderroute noch von zu Hause aus genau geplant werden. Sie bietet auch Vorschläge für Natur-Sehenswürdigkeiten an. Auf der Route selbst erwarten die Wandernden dann Stelen mit QR-Codes, die nach dem einscannen mit dem Handy interessante Informationen, regionale Sagen, Kochrezepte und vieles mehr liefern. Quasi ein "Wandern 2.0". Digitalisierung im Einklang mit der Natur.

Hintergrund:

Zahlen für Januar bis November 2019

Von 140.255 Gäste-Ankünften stammten 128.816 aus Deutschland, 11.439 aus dem Ausland. Im Schnitt blieben die Besucher 2,6 Tage. In der Statistik sticht Neunburg vorm Wald heraus: Mit 36.823 Ankünften, 98679 Übernachtungen und einer Bettenauslastung von 40,7 Prozent ist die Stadt Tourismus-Spitzenreiter. Die Leute verbringen hier durchschnittlich 2,7 Tage. "In Neunburg gibt es die meisten und größten Betriebe im Landkreis Schwandorf wie zum Beispiel das Landhotel Birkenhof, den Gasthof Sporrer, das Hotel Panorama am See und die großen Reiterhöfe", erklärt Alexandra Beier.

Mit großem Abstand aber konstanter Leistung folgt die Große Kreisstadt Schwandorf: Hier waren es zwischen Januar und November 13.668 Ankünfte (+ 1,8) und 34.255 (-1,5) Übernachtungen. Verweilt wird hier im Schnitt 2,5 Tage.

Aus der Reihe tanzt Wackersdorf. Bei 7737 Ankünften wurden 39.665 Übernachtungen verzeichnet. Die Touristen bleiben hier mit 5,1 Tagen am längsten. Beier vermutet, dass das am Campingplatz liegt: "Dort ist die Verweildauer länger."

Am meisten zugelegt haben Nittenau (+14,5 Prozent bei Ankünften; +19 Prozent bei Übernachtungen) und Schönsee (+14,2 Prozent; +23,6 Prozent). Die Tourismusreferentin sagt dazu: "In Nittenau wurde ein Ferienhof um drei Chalets erweitert. Damit verbunden ist die höhere Bettenzahl mit sehr guter Auslastung. Für die Steigerung in Schönsee habe ich keine konkrete Erklärung. Die gemeldete Bettenzahl hat sich um elf Betten erhöht."

Einen Einbruch gab es in Wernberg-Köblitz. Mit 7296 Ankünften waren es 30,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das liege daran, das seit 1. Juli der Betrieb des Hotels Burg Wernberg eingestellt ist. Besucher bleiben im Schnitt nur 1,3 Tage, was auch bei den Übernachtungszahlen zu einem Rückgang von -31,9 Prozent führt. Hier verbringen Touristen am wenigsten Zeit. Zu erklären sei die kurze Aufenthaltsdauer mit dem vorrangigem Geschäftstourismus.

In der Waage gehalten hat sich Nabburg. 5009 Besucher kamen in die Stadt, das sind 3,3 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2018. Dafür blieben sie kürzer, nämlich 1,7 Tage, was 3,3 Prozent weniger bei den Übernachtungen (8648) ausmacht. In Oberviechtach kamen 1418 Touristen (+7,3 Prozent) an, die im Schnitt 2,6 Tage blieben. Daraus folgen 3710 Übernachtungen (-2,0).

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