30.06.2019 - 10:16 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Verdichtung schafft auch Konflikte

Mehrere Anträge für Mehrfamilienhäuser in der Stadt auf dem Prüfstand - Debatten im Bauausschuss

Auf diesem freien Grundstück nahe des Friedhofs Dachelhofen (im Hintergrund) sollen vier Mehrfamilienhäuser entstehen.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Verdichtung der Wohnbebauung innerhalb der Stadt und den Ortsteilen ist angesichts des Wohnraumbedarfs einerseits das Gebot der Stunde. Andererseits zeigen mehrere Anträge von Investoren zur Bauausschusssitzung am Montag, dass das nicht immer ohne Konflikte mit Anliegern abgeht.

Die SZ Immobilien will im Gebiet "Trathloh" an der Dachelhofer Straße 110 nahe des Friedhofs vier Mehrfamilienhäuser mit je fünf Wohnungen errichten. Das Grundstück liegt teilweise auf einer Fläche, die einer möglichen Friedhofserweiterung vorbehalten war. Die halte das Rathaus nicht mehr für nötig, erläuterte Markus Stiegler vom Bauordnungsamt dem Ausschuss. Um das Vorhaben zu ermöglichen, sind einige Befreiungen notwendig, etwa was die Geschosszahl und die Zahl der Wohnungen je Gebäude anbetrifft.

Die Erschließung soll über die Dachelhofer Straße erfolgen. Hier hakte Marion Juniec-Möller (Grüne) ein. Sie plädierte dafür, dass die Zufahrt zum Friedhof nicht als "Ersatzparkfläche" für die Wohnanlage dienen dürfe. Jochen Glamsch (UW) sprach sich aus grundlegenden Erwägungen gegen das Vorhaben aus: "Ich bin mir nicht sicher, ob das da hin passt." Beide stimmten gegen die Befreiungen, die Mehrheit billigte sie. Die Stadt lässt nun auch die Lärm-Auswirkungen auf die Nachbarn prüfen.

Juniec-Möller und Glamsch stimmten gegen die Befreiungen, die Albert Hermann für eine Wohnanlage nahe der Hummelstraße in Krondorf braucht. Dort sollen in einem langgestreckten Gebäude elf Wohnungen entstehen. Das Haus ähnelt durch eine Staffelung äußerlich einem Dreier-Riegel, sogar mit einem Sattel- statt einem Flachdach, wie es bei vielen anderen Vorhaben geplant ist.

Das Gebäude füge sich gut ein, war sich noch der komplette Ausschuss einig. Allerdings gibt es schon jetzt in der engen Hummelstraße erhebliche Parkplatzprobleme. Die wollten Glamsch und Juniec-Möller nicht verschärft sehen. Die Voranfrage samt Befreiungen wurde dennoch mehrheitlich gebilligt.

Einstimmig billigte der Ausschuss dagegen die nötigen Befreiungen für das Gebäude, das Bahattin Seker in der Noetherstraße auf dem letzten freien Grundstück im Gebiet Egelsee-Nord plant. Es sollen sechs Wohnungen auf drei Geschossen entstehen. Der Flachdach-Bau ähnelt bereits genehmigten Wohnblöcken an der Ohmstraße. Darauf nahm der Ausschuss Bezug und billigte den Antrag einstimmig. "Wir werden der Verdichtung zustimmen, auch weil wir dem Flächenfraß entgegen wirken wollen", sagte Alfred Braun (SPD).

Mit Gegenwind müssen der Bauherr und die Verwaltung bei einem Verfahren für ein Mehrfamilienhaus mit acht Wohnungen an der Fliederstraße in Kronstetten rechnen. Dort formiert sich bereits Widerstand der Nachbarn. Sie befürchten zu viel Verkehr und Lärm in der schmalen und ruhigen Wohnstraße und haben bereits Unterschriftenlisten an Stadträte gesendet. Die Stadt lasse gerade eine Stellungnahme zum Thema Lärm einholen, sagte Stiegler. Alfred Braun (SPD) regte einen Ortstermin an. Jochen Glamsch (UW) sprach sich gegen das Vorhaben aus, das seines Wissens nach schon "komplett verkauft" sei, obwohl noch keine Baugenehmigung vorliegt. Er sieht auf die Anwohner ein Verkehrschaos zukommen. Das Thema wird erneut auf die Tagesordnung kommen.

Uferstraße zu:

Verfahren abgeschlossen

Es hat einige Zeit gedauert, nun wird ein Schleichweg gesperrt: Die Uferstraße und Teile von "In der Trift" entlang der Naab zwischen Ettmannsdorf und Dachelhofen sind künftig nur noch für Fußgänger-Radfahrer und den landwirtschaftlichen Verkehr nutzbar. Der Bauausschuss brachte am Montag die notwendigen Abstufungen der Straßen einstimmig auf den Weg. Bei der Auslegung der Pläne waren keine Einwendungen eingegangen.

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