28.02.2020 - 17:43 Uhr
SchwandorfOberpfalz

"Verlierer" im Norden

Wenn die Statistiker recht behalten, wächst die Bevölkerung im Landkreis in den nächsten knapp 20 Jahren leicht an. Trotzdem werden einige größere Gemeinden vermutlich schrumpfen. Sieger ist der Süden, Verlierer der Norden des Kreises.

Die Grafik basiert auf der aktuellen Bevölkerungs-Vorausberechnung des Bayerischen Landesamts für Statistik. Sie zeigt, wie sich die Bevölkerung in ausgewählten Landkreisgemeinden verändern könnte. Dargestellt sind Orte mit mehr als 5000 Einwohnern. Die Tabelle ist sortiert nach den prozentual höchsten Veränderungen der Bevölkerung von 2017 auf 2037. Auch drei kleinere Gemeinden (unten) sind aufgeführt.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Grundlage der Prognose ist eine Bevölkerungs-Vorausberechnung des Bayerischen Landesamtes für Statistik aus dem Juli 2019. Vorgestellt wurde sie kürzlich von Kreiskämmerer Michael Neckermann, der die amtierenden Kreisräte damit auf eine Zeitreise ins Jahr 2037 nahm, wie es sich den Statistikern nach derzeitigem Wissenstand präsentiert. Manchem Kommunalpolitiker dürfte es dabei leicht gegruselt haben, auch wenn der Gesamttrend positiv ist. Trotzdem verlieren Orte wie Teublitz, Schwarzenfeld, Nabburg, Wernberg-Köblitz und Pfreimd vergleichsweise viele Einwohner. Für alle größeren Gemeinden im Landkreis Schwandorf aber gilt: die Zahl der Erwerbstätigen sinkt, die Zahl der Rentner steigt an.

Derzeit sieht es noch so aus, dass die Landkreisbevölkerung weiterhin wächst, wobei in einigen Kommunen der Zuzug enorm und mit erheblichen Folgen verbunden ist. Von den insgesamt 702 neuen Landkreiseinwohnern kamen 2018 fast 500 oder nahezu 70 Prozent in das Städtedreieck. Der momentane Einwohnerzuwachs liegt nicht nur daran, dass wieder mehr Kinder geboren werden, sondern auch daran, dass mehr Menschen in den Landkreis zugezogen sind. Hier profitiert die Region wahrscheinlich auch davon, dass in und um Regensburg die Wohnungen knapp sind, das Mietniveau immer weiter steigt und die Menschen dadurch vermehrt ins Umland ziehen. So boomt im Landkreis auch das Bauen auf dem Land.

Nach der aktuellen Bevölkerungsvorausberechnung des Landesamtes vom Dezember 2018 hat der Landkreis mit einer Zunahme von 0,8 Prozent, auf 147 700 Menschen bis zum Jahr 2037 stabile Aussichten, wenn die Prognosen der Statistiker zutreffend sind. Der demografische Wandel wird aber auch im Landkreis Schwandorf das Bevölkerungsbild grundlegend verändern und Auswirkungen auf alle Lebensbereiche haben – von Kindergärten über Schulen über Gesundheitsversorgung bis zu den Bereichen Mobilität, Wohnen und Pflege. Ende 2017 waren rund 30 000 Menschen (20 Prozent) im Landkreis Schwandorf 65 Jahre oder älter. Das ist nahezu jeder Fünfte. Und es werden voraussichtlich mehr.

Die aktuelle Bevölkerungs-Vorausberechnung zeigt, auch wenn eine exakte Vorhersage wohl niemand machen kann, dass im Jahr 2037 knapp 43 000 Menschen im Landkreis leben könnten, die über 65 Jahre alt sind. Das wäre ein Anteil von nahezu 30 Prozent an der Landkreisbevölkerung. Fast jeder Dritte wird dann über 65 Jahre alt sein.

Ein ungewöhnliches Bild wird für die Stadt Maxhütte-Haidhof gezeichnet. Dort wird zum Beispiel wird ein herausragender Zuwachs an jungen Menschen prognostiziert. Andererseits soll aber auch der Anteil der über 65- Jährigen um über 53 Prozent zunehmen (von derzeit 2239 auf künftig 3428 Personen).

Auffällig ist auch die Veränderung der Altersgruppe der zwischen 18- und 65-Jährigen beim Markt Wernberg-Köblitz. Danach könnte der arbeitende Bevölkerungsanteil im genannten Zeitraum von 20 Jahren um über 23 Prozent oder mehr als ein Fünftel abnehmen. Die voraussichtlich größten Verluste bei der Bevölkerung sollen in der Oberpfalz übrigens die Gemeinden Weiding und Altendorf mit 19,6 beziehungsweise 15,6 Prozent haben.

Auffällig ist die Veränderung der Altersgruppe der zwischen 18- und 65-Jährigen beim Markt Wernberg-Köblitz, den die Statistiker berechnet haben. Danach könnte der arbeitende Bevölkerungsanteil im Zeitraum von 20 Jahren um über 23 Prozent oder mehr als ein Fünftel abnehmen.
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