12.08.2018 - 11:18 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Wieder Vorreiterrolle übernehmen

Delegation der Grünen zu Gast auf der Freiflächen-Solaranlage von Sepp Bichler in Fronberg.

Solarpark-Betreiber Sepp Bichler (rechts) führte die Grünen-Delegation durch die Anlage bei Fronberg.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

(rhi) Sepp Bichler stand einst am WAA-Baunzaun und demonstrierte gegen den Bau der Wiederaufarbeitungsanlage. Über 30 Jahre später kehrt der Biobauer aus dem Landkreis Aichach-Friedberg zurück in die Oberpfalz und ist stolz, nur ein paar Kilometer von Wackersdorf entfernt eine Freiflächen-Solaranlage errichtet zu haben. Am Donnerstag empfing der Stromlieferant eine Delegation der Grünen mit MdB Stefan Schmidt an der Spitze am Solarpark bei Fronberg und führte sie durch das 14,5 Hektar große Gelände. Sepp Bichler ist überzeugt: "Wenn die WAA damals gebaut worden wäre, gäbe es heute keine Energiewende".

Sieben Millionen Euro hat der Unternehmer in die Anlage mit 35 600 Modulen investiert und dabei 15 Prozent Eigenkapital eingesetzt. Die vor zehn Jahren gegründete Energiebauern GmbH betreibt mittlerweile 60 Freiflächenanlagen. Solarenergie sei heute die Energie mit dem höchsten Wirkungsgrad. Trotz der niedrigen Vergütung von 5,6 Cent pro Kilowattstunde, so Sepp Bichler. Weitere Ziele der Grünen-Politiker waren das Charlottenhofer Weihergebiet, der Erlebnispark "Wasser-Fisch-Natur" und die ehemaligen Tagebauseen "Ausee und Lindensee". Dort wartete der Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz, Klaus Pöhler, auf die Radlfahrer und zeigte ihnen die seltenen Tier- und Pflanzenarten, die in diesem naturbelassenen Teil des Oberpfälzer Seenlandes heimisch geworden sind.

Grünen-Kreisvorsitzende Elisabeth Bauer hatte auch Pausen vorgesehen. Im Cafe "Lawendels" in Fronberg und im Gasthaus Holzwurm in Hohenirlach. Dort konnten die Teilnehmer die Eindrücke austauschen. MdB Stefan Schmidt wünscht sich eine schnellere Umsetzung der Energiewende und sagt: "Deutschland sollte wieder die Vorreiterrolle in Europa übernehmen". So wie einst bei der Windenergie. Biobauer Sepp Bichler ist da skeptisch: "Die deutschen Hersteller von Solarmodulen sind alle pleite gegangen, dank dieser Politik".

Der Unternehmer begrüßt allerdings die Lockerung der Genehmigungsverfahren für den Bau von Freiflächen-Anlagen. Der Solarpark in Fronberg hat eine Leistung von zehn Megawatt und kann damit 3000 Haushalte mit Strom versorgen. Die Betriebsdauer beträgt 20 Jahre.

Zwischen den Modulen weiden Schafe. Der Diebstahl von Wechselrichtern ist für Sepp Bichler durchaus ein Problem, "das wächst, je näher sich die Anlage an der polnischen Grenze befindet". Auch Hagel und Blitzschlag können hohe Schäden anrichten. Doch dagegen ist das Unternehmen versichert.

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