Am Donnerstag ab 12 Uhr haben sich zahlreiche Beschäftigte der Firma Benteler in Schwandorf an einem Warnstreik beteiligt. "Gut 180 Beschäftigte sind unserem Aufruf gefolgt und haben die Produktion für zwei Stunden unterbrochen, nichts wurde gefertigt oder verarbeitet“, fasst Rico Irmischer, Geschäftsführer der IG Metall Regensburg, in einer Pressemitteilung zusammen.
Die Pandemielage zwinge die Gewerkschaft dazu, kreative und kontaktlose Aktionsideen zu nutzen, meint Klaus Koller, Chef der IG Metall-Vertrauensleute bei Benteler. Deshalb habe man sich für eine sogenannte „Frühschlussaktion“ entschieden. Die IG Metall hat die Beschäftigten dazu aufgerufen, zwei Stunde früher als sonst Feierabend zu machen, ohne eine klassische Kundgebung. Wie die Gewerkschaft weiter mitteilt, hätten die Mitarbeiter zügig und geordnet den Betrieb verlassen und sind unter lautem Gehupe nach Hause gefahren – Infektionsgeschützt und ohne erhöhtes Risiko.
Die bisher stattgefundenen vier Verhandlungsrunden in der Metall- und Elektroindustrie haben laut Gewerkschaft keine Annäherung gebracht. Die Situation scheint verfahren. „Das liegt vor allem an der unverständlichen Blockadehaltung der Arbeitgeber“, meint Irmischer. Statt auf die Forderungen einzugehen greife der Arbeitgeberverband die tariflichen Leistungen der Beschäftigten an.
Mit den Warnstreiks wollen die Beschäftigten Bewegung in die Verhandlungen bringen. „Das Unverständnis in der Belegschaft über die Haltung der Arbeitgeber ist groß. Niemand kann verstehen, warum sie uns gerade jetzt zu Aktionen zwingen“, schildert Klaus Koller die Lage. „Aber Corona hin oder her, die Menschen werden für ihre Forderungen kämpfen", heißt es in der Mitteilung weiter













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.