07.03.2019 - 19:10 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Zum Weltfrauentag einmal die Rollen tauschen

Ein Tag im Leben einer Frau – was würden ein Mann tun? Kochen, shoppen und die Kinder erziehen? Zum Internationalen Frauentag am 8. März haben wir bei vier prominenten Männern aus der Region nachgefragt.

Eine Mutter hält beim Kochen ihr Kleinkind auf dem Arm.
von Elisabeth Saller Kontakt Profil

Das sind ihre nicht immer ernstgemeinten Antworten.

Hubert Treml, Musiker und Autor aus Regensburg

Hubert Treml.

"Das ist ja eine ganz knifflige Frage. Da wäre sicher schon mal entscheidend, als welche Frau ich den Tag verbringen würde. Eher so Richtung Angela Merkel oder Richtung Helene Fischer? Oder sollte es einfach die weibliche Ausgabe von mir sein? Also die Hubertine?

Vielleicht sollte ich mich dann erst mal freuen, dass ich keinen Männerschnupfen bekommen kann. Und dann einen landesweiten Streik aller Frauen organisieren, der so lange dauert, bis die ungleiche Bezahlung für die gleichen Arbeiten aufgehoben ist. Dann noch ein paar Selfies verschicken, weil das ja nicht so oft vorkommt, dass ich als Frau unterwegs bin. Und vielleicht schnell noch ein paar Lieder aufnehmen mit einer ganz wunderbaren soulig-samtenen Stimme, die bis zum dreigestrichenen C raufkommt."

Hans Schuierer, Altlandrat aus Schwandorf

Hans Schuierer, Altlandrat von Schwandorf.

(lacht) "Da muss man 88 Jahr alt werden, um so eine Frage gestellt zu bekommen. Die Frau hat die Aufgabe der Mutter und der Hausfrau, der Mann die des Vaters und Ernährers. Früher war das so, heute sind die Geschlechter gleichgestellt. Das ist auf jeden Fall ein Fortschritt. Früher waren Frauen zum Teil Sklavinnen der Männer und Familien. – Ich bin häufig bei der Feier des Weltfrauentags in Fronberg. Jetzt denkt man darüber nach, den Frauentag zum Feiertag anzuheben. Ich finde das eine gute Idee."

Gerd Schönfelder, Paralympics-Skirennfahrer aus Kulmain

Gerd Schönfelder.

"Wenn ich einmal eine Frau wäre, würde ich in der Früh aufstehen, das Frühstück für die ganze Familie herrichten, danach kurz aufräumen, in die Arbeit fahren. Ich wäre eine liebevolle Ehefrau, die für jeden Spaß zu haben ist, und auch noch viel Geld verdient. Trotz Emanzipation – die Kindererziehung bleibt zum Großteil an mir hängen. Am Abend würde ich dann denken, wie schön es doch wäre, einmal ein Mann zu sein. – Hut ab vor den Frauen, ich bewundere, was sie alles leisten."

Professor Anton Scharl, Direktor der Frauenkliniken Amberg, Tirschenreuth und Weiden

Professor Anton Scharl, Direktor der Frauenkliniken Amberg, Tirschenreuth und Weiden.

"Wenn ich einen Tag eine Frau wäre, würde ich mir Fragen beantworten, die mich immer schon interessiert haben, auf die ich aber nie eine Antwort bekommen werde, ohne Frau zu sein. Morgens nach dem Frühstück mit Prosecco würde ich zur Kosmetikerin gehen. Was kann daran schön sein, wenn einem jemand die Haare ausreißt und "Masken" ins Gesicht schmiert? Danach würde ich mit Freundinnen in einen Schuh-, einen Handtaschenladen und eine Boutique gehen, weil ich beim Klamottenkaufen endlich mal Spaß haben will. Nach einem Espresso und einem Salat ohne Soße (ich will ja nicht zunehmen), setze ich mich mit den Freundinnen in den Park und bewerte die vorbeigehenden Männer; besonders die Rückenpartie würde ich dabei genau inspizieren, damit ich verstehe, was Frauen an einem Männerhintern schön finden können.

Dann tun mir die Füße in den neugekauften Stilettos weh (auch das eine neue Erfahrung) und ich gehe mit den Freundinnen auf eine kalorienarme Kleinigkeit zum Italiener um die Ecke und hier unbedingt zusammen mit den Freundinnen auf die Toilette. Ich wollte nämlich schon immer wissen, was Frauen bei den gemeinsamen Toilettenbesuchen machen. Dann bin ich langsam müde, gehe ins Bett und bin wieder froh ein Mann zu sein, weil ich mich dann nicht darüber aufregen muss, was für blöde Klischees Männer über Frauen haben."

 

 

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