19.03.2019 - 13:19 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Wichtiges Verbindungsglied

Entwicklungsstörungen, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom: Es gibt verschiedene Gründe, warum einem Kind ein Schulbegleiter zur Seite gestellt wird. Der Jugendhilfeausschuss lässt sich deren Arbeit erklären.

Markus Kleber (links) und Josef Schmid vom Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes informierten den Ausschuss über die Arbeit der Schulbegleiter.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Knapp 1,1 Millionen Euro hat der Landkreis im vergangenen Jahr für 42 Fälle der Schulbegleitung ausgegeben, Ende Februar 2019 waren 46 Fälle registriert, erläuterte Claudia Hösamer vom Kreisjugendamt am Montag dem Ausschuss. Sie erklärte die rechtlichen Voraussetzungen und die folgenden Schritte, bis ein Schulbegleiter beauftragt wird. Die Kosten richten sich nach dem Aufwand und der notwendigen Qualifikation des Begleiters.

Deren Arbeit schilderten Markus Kleber und Josef Schmid vom Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes, der aktuell die Begleitung für 18 Kinder im Landkreis übernommen hat. Ihre anonymisierten Fallbeispiele zeigten, wie unterschiedlich die notwendige Hilfe sein kann. Manchmal reicht es, einem Kind bei der Strukturierung des Schultags zu helfen, andere Kinder brauchen wegen körperlicher Behinderungen oder Erkrankungen mehr Unterstützung. Eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) kann genauso eine Schulbegleitung nötig machen soziale Defizite.

"Der Schulbegleiter ist ein wichtiges Rad zwischen Kind, Schule, Jugendamt und Familie", sagte Schmid. Je nach Aufgabe verfügt das BRK über Mitarbeiter verschiedener Qualifikation, von angelernten Kräften über Heilerziehungspfleger bis hin zu Sozialpädagogen. Ein Gutachten legt letztlich fest, welches Profil die Begleitung haben muss. Wenn es nötig ist, sitzt der Begleiter permanent mit im Klassenzimmer. In regelmäßigen Gesprächen der Beteiligten werden die Ergebnisse überprüft. Wenn es sein muss, wird ein Kind über die gesamte Schulzeit begleitet. Möglichst vom gleichen Mitarbeiter, denn eine Vertrauensbasis sei notwendig, sagte Kleber.

"Ziel ist die Selbstständigkeit", sagte Schmid auf eine entsprechende Frage von Joachim Hanisch (FW). Martin Birner (CSU) wollte wissen, wie die Betreuung nach der Schule in der Familie weiter geht. Diese Schnittstelle sei wichtig, sagte Schmid, aber nicht mehr Sache der Schulbegleitung. Hier greifen Hilfen des Jugendamts. Die Schulbegleitung ist nicht mit der Jugendsozialarbeit an Schulen (JAS) zu verwechseln. Die könne die intensive Arbeit mit einem einzelnen Kind nicht leisten, sagte Jugendamtsleiterin Regina Hildwein.

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