Im vergangenen Jahr gab es im Landkreis Schwandorf insgesamt 4968 Straftaten. Das geht aus dem aktuellen Sicherheitsbericht der Polizei hervor und ist der niedrigste Wert in den vergangenen zehn Jahren – wenn man vom Corona-Jahr 2021 absieht. Aufgeklärt wurden 76 Prozent aller Straftaten. Vergleicht man die Aufklärungsquote in den 71 Landkreisen und 25 kreisfreien Städten in Bayern, liegt der Landkreis Schwandorf auf Platz 7 von 96. Diese Zahlen stellte der neue Polizeipräsident der Oberpfalz, Thomas Schöniger, beim Sicherheitsgespräch am Landratsamt vor, welches zugleich als Antrittsbesuch als Polizeipräsident bei Landrat Thomas Ebeling stattfand.
Wie aus einer Mitteilung aus dem Landratsamt hervorgeht, sind die Zahlen der Jahre 2019 und 2022 verglichen worden, da die Corona-Jahre, in denen kaum Veranstaltungen stattfanden, kein repräsentatives Bild ergeben. Die Gründe für diese Bilanz sind vielschichtig: Neben der Arbeit der Polizei spielen auch die verbesserten Möglichkeiten der Spurensicherung, etwa im Bereich der DNA-Analysen, als auch eine Tatsache eine Rolle, die der Polizeipräsident auf den Punkt brachte: „Im ländlichen Raum funktioniert die Sozialkontrolle der Bevölkerung besonders gut“. Hier hält der Nachbar die Augen noch offen und wählt den Notruf 110, wenn er in seiner Straße etwas Verdächtiges wahrnimmt. Hinweise aus der Bevölkerung sind für die Arbeit der Polizei wichtig.
Höchster Wert in zehn Jahren
Allerdings gibt es nicht in allen Bereichen erfreuliche Ergebnisse. Betrachtet man innerhalb der Straftaten die Fälle der Gewaltkriminalität – etwa gefährliche Körperverletzungen – dann summieren sich die Fälle des Jahres 2022 auf 231. Das ist laut Mitteilung der höchste Wert an Gewaltkriminalität in den vergangenen zehn Jahren. Hier wirken sich Vorfälle aus, die zu vorgerückter Stunde in angetrunkenem Zustand etwa vor Diskotheken passieren. „Nach Corona hat sich das Weggehverhalten wieder geändert“, bilanzierte der Polizeichef.
Im Bereich der Straßenkriminalität gab es im Landkreis Schwandorf im vergangenen Jahr 640 Fälle. Das ist wie bei der Zahl der Straftaten der niedrigste Wert in den vergangenen zehn Jahren, wenn man das von Corona geprägte Jahr 2021 außer Acht lässt. Diebstähle machen ein Fünftel aller Straftaten aus (985 von 4.968). Die Aufdeckung von Rauschgiftdelikten bleibt mit 654 Fällen auf einem hohen Niveau, was laut Mitteilung ein Beleg für die Aufklärungsarbeit der Polizei ist. Denn solche Delikte werden in der Regel nur erkannt, wenn entsprechend kontrolliert wird.
Mehr Unfälle, weniger Verletzte
Ein Blick auf die Straßen: Dass bei mehr zugelassenen Fahrzeugen und mehr Verkehrsteilnehmern auch mehr Unfälle passieren, scheint plausibel. Aber: Die Zahl der Unfälle mit Verletzten ist zurückgegangen. Im Jahr 2022 gab es im Landkreis Schwandorf 4.786 Verkehrsunfälle.
Eine überraschende Erkenntnis lieferte das Sicherheitsgespräch im Bereich der Radfahrer. Mit dem zunehmenden Aufkommen von E-Bikes und Pedelecs gibt es immer mehr ältere Radfahrer. Wie es in der Mitteilung weiter heißt, sei diese Gruppe aber vielfach ohne Helm unterwegs, weil man den Helm von früher her nicht gewohnt ist. „Angriffe auf Kommunalpolitiker sind Angriffe auf die Demokratie“, leitete Polizeipräsident Schöniger auf einen weiteren Bereich über. In der Oberpfalz gab es im letzten Jahr 35 Hasspostings und 96 Angriffe auf Amts- und Mandatsträger.
Verkehrsunfälle im Landkreis Schwandorf
- Unfälle: 4.786, davon 499 mit Personenschaden
- Verletzte: 691 Personen
- Getötete: Fünf Personen wurden getötet. Im Jahr zuvor verloren zehn Menschen auf den Straßen ihr Leben.
- Ursachen: Bei sehr vielen Unfällen ist überhöhte Geschwindigkeit im Spiel. Gestiegen sind die Alkoholunfälle - und zwar von 43 (2020) und 47 (2021) auf 67 im Jahr 2022.














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