02.04.2019 - 15:50 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Zahl wilder Katzen eindämmen

Gabi Hahn kennt die grausamen Szenen, wenn junge, wild lebende Katzen krank sind und kläglich eingehen. Der Tierschutzverein, dessen Vorsitzende sie ist, weiß ein Mittel gegen eine "Katzen-Schwemme". Es wirkt und ist harmlos.

Um die ungehinderte Vermehrung von Katzen einzudämmen und das Katzenelend zu verringern, wurden in einem Zeitraum von vier Wochen zahlreiche wild lebende Katzen eingefangen, kastriert und wieder frei gelassen. Die Aktion erfolgte in Zusammenarbeit von Tierschutzverein, Tierärzten und dem Landratsamt.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil
Gabi Hahn berichtete als Vorsitzende des Tierschutzvereins Schwandorf über das Projekt zur Populationskontrolle freilaufender Katzen. Der Landkreis, hier vertreten durch Landrat Thomas Ebeling, hatte die Maßnahme mit 16 000 Euro unterstützt.

Geleitet von dem Gedanken, die ungehinderte Vermehrung der Katzen im Landkreis einzudämmen und damit das Katzenelend zu verringern, war es die Idee des Tierschutzvereins, in Kooperation mit Tierarztpraxen im Verlauf von 30 Tagen so viele wildlebende Katzen wie möglich kastrieren lassen. Zusätzlich sollte die Aktion aber auch auf gehaltene Katzen ausgedehnt werden, da Freigänger regelmäßig Kontakt zu den wildlebenden Tieren haben und – wegen der Kosten – häufig nicht kastriert sind.

16 000 Euro an Zuschuss

Der Kreisausschuss hatte im vergangenen Jahr beschlossen, dem Tierschutzverein für dieses Projekt „Populationskontrolle freilaufender Katzen“ einen zweckgebundenen Zuschuss in Höhe von maximal 16 000 Euro als freiwillige Leistung des Landkreises zu gewähren. „Zu diesen 16 000 Euro vom Landkreis kamen dann noch aus Eigenmitteln des Tierschutzvereins fast 2000 Euro, die wir für Parasitenbehandlungen, Chipen, kleinere Eingriffe wie Zahnbehandlungen und Antibiotika ausgegeben haben“, informierte Gabi Hahn bei einem Pressegespräch, bei dem sie eine Bilanz der Aktion zog. „Da wir nach Ablauf der Zeit noch einige Anmeldungen hatten, die aber nicht mehr im Kostenrahmen gewesen wären, hat sich ein Privatspender bereit erklärt, zusätzlich 5000 Euro zu geben, damit auch die Warteliste noch abgearbeitet werden kann.“ Hahn erinnerte in diesem Zusammenhang auch daran, dass der Tierschutzverein bereits von Januar bis September 2018 rund 6000 Euro für die Kastration wildlebender Katzen ausgegeben hatte, finanziert aus Spenden. Dass die zentrale Maßnahme von Mitte Dezember 2018 bis Mitte Januar 2019 lief, hatte damit zu tun, dass in dieser Zeit die wenigsten Katzen schwanger sind.

Einige Hotspots

Es gibt im Landkreis einige Hotspots, an denen immer wieder Katzen auftauchen, die niemandem gehören. Sie werden dort teilweise von Katzenfreunden gefüttert. „Man kann sich vorstellen, welches Elend teilweise auf solchen Plätzen herrscht, gerade wenn dann die jungen Katzen geboren werden, die von Anfang an oft krank sind und eigentlich von vornherein keine Perspektive auf ein gutes Leben haben“, versicherte Gabi Hahn.

Ausgeweitet wurde die Aktion laut Hahn auch auf Tiere, die sozial schwachen Menschen gehören, die sich die Kastrationen nicht oder nur schwer leisten können. Dieser Personenkreis sollte sich mit 50 Prozent an den Kosten beteiligen, „was von etwa 30 Katzenbesitzern auch angenommen wurde“.

Für die Vorsitzende war klar: „Eine sehr lobenswerte Aktion, denn so etwas ist nicht in jedem Landkreis möglich und üblich.“ Der Tierschutzverein hat die Organisation der Aktion übernommen, die Tierärzte gewonnen und einige Lebendfallen gekauft, die notwendig waren.

Über 200 Katzen:

Von Mitte Dezember 2018 bis Mitte Januar 2019 sind insgesamt 171 Katzen aus Mitteln des Landkreises kastriert und behandelt worden. 31 weitere Katzen von der Warteliste werden derzeit noch kastriert.

Bei über 200 Katzen wurde somit die Vermehrung gestoppt – das heißt, es wurde die Geburt von einigen tausend neuen, verwilderten oder ungewollten Katzen für dieses Jahr verhindert; wobei man unterstellt, dass eine weibliche Katze zwei bis drei Mal im Jahr Junge bekommt und diese auch im gleichen Jahr bereits wieder geschlechtsreif sind.

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