Zeichen gegen Hass und Hetze setzen

Schwandorf
21.11.2022 - 13:13 Uhr

Das „Bündnis gegen Rechtsextremismus" will die Straße nicht den Querdenkern überlassen und hat zu einer Gegendemonstration aufgerufen. Die Kundgebung am Schwandorfer Marktplatz verlief friedlich.

„Wir wollen ein Zeichen setzen gegen Hass und Hetze“, sagte Bündnissprecher Frank Möller bei der Veranstaltung am Sonntag vor 200 Teilnehmern. Er redete jenen Leuten ins Gewissen, „die mit den Ewiggestrigen mitmarschieren und Stimmung gegen Flüchtlinge machen“. Gewerkschaftsvertreter Thomas Hiltl forderte einen Preisdeckel für Strom und Gas, ein existenzsicherndes Einkommen und während der Krise einen Kündigungsschutz für Mieter. „Die Reichen müssen stärker belastet und hohe Unternehmergewinne abgeschöpft werden“, schlägt der stellvertretende DGB-Kreisvorsitzende vor. Hiltl warnte davor, den „braunen Rattenfängern“ zu folgen, und forderte zum Widerstand gegen die Neonazis auf.

„Für die junge Generation sind Krisenzeiten völlig ungewohnt“, sagte der Sprecher des Schwandorfer Jugendbeirats, Tobias Bergmann. Er kann die Existenzängste der Menschen nachvollziehen, gibt aber gleichzeitig zu verstehen: „Trotzdem sollte sich jeder überlegen, ob er bei den Demonstrationen auf der richtigen Seite steht.“ Auch wenn Uschi Maxim vom Jugendmigrationsdienst „Tendenzen der Entdemokratisierung“ beobachtet, ist sie überzeugt: „Schwandorf ist bunt und nicht braun“. Den Ausländerfeinden begegnet sie mit den Worten: „Hass ist keine Meinung.“ Uschi Maxim bekundete ihren Respekt und ihre Solidarität mit den Frauen in der Ukraine und im Iran.

Der Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion, Franz Schindler, kann sich nur wundern, „wie viele ganz normale Bürger sich die Parolen der Verschwörungstheoretiker zu eigen machen". Die „gesellschaftliche Mitte“ müsse deshalb wachsam bleiben und sich gegen die Anfänge wehren. Der katholische Geistliche Christian Kalis lässt während der wöchentlichen AfD-Kundgebungen die Glocken zum Gebet läuten. Seine Meinung: „Die Kirche muss sich politisch engagieren und Unrecht beim Namen nennen.“ Auch der evangelische Pfarrer Arne Langbein will „laut auftreten“ und vertraut bei der Suche nach Lösungen „auf den Heiligen Geist“.

Mit Protestliedern begleitete der Nittenauer Musiker Manfred Preischl die Aktion des Bündnisses, das vor 15 Jahren als überparteiliches und interreligiöses Netzwerk gegründet wurde mit dem Ziel, rechtsextreme Strömungen in der Stadt zu erkennen und ihnen zu begegnen.

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