17.05.2018 - 20:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Verhandlung um Schlägerei erneut unterbrochen: Zeuge wieder nicht da

Verhandlung um Schlägerei erneut unterbrochen

von Autor HWOProfil

Schwandorf/Stulln. Weiß der Mann, welche Kosten auf ihn zukommen? Schon zum zweiten Mal fehlte er als wichtiger Zeuge in einem Prozess, bei dem es um die Klärung gewaltsamer Ausschreitungen beim Stullner Faschingszug im Jahr 2016 geht. Das Verfahren hatte im April vor dem Schwandorfer Richter Christopher Theißen begonnen (wir berichteten). Auf der Anklagebank sitzt ein 23-Jähriger, der am 7. Februar 2016 mit satten 2,5 Promille Alkohol einen drei Jahre älteren Mann mit einem heftigen Schlag ins Gesicht niedergestreckt haben soll. Das Opfer kam ins Krankenhaus. Ein Bruch am Nasenbein und eine Knochenabsplitterung wurden attestiert.

Nach diesem Zwischenfall soll der 23-Jährige im Freien vor einem Gasthaus mit einem gläsernen Masskrug gegen Sicherheitsleute vorgegangen sein. Er holte offenbar zum Schlag aus. Doch dieser Hieb wurde unterbunden. Am zweiten Verhandlungstag sagte nun der Erlangener Rechtsmediziner Peter Betz als Sachverständiger, Schläge mitten ins Gesicht und Hiebe mit einem Masskrug könnten unter Umständen lebensgefährliche Folgen nach sich ziehen.

Zwei der damals vor dem Gasthaus stehenden Security-Männer waren bereits am ersten Tag des Verfahrens gehört worden. Nun kam ein weiterer als Zeuge. Auch er berichtete, dass es nach dem Faschingszug heftig zugegangen sei. Immer wieder habe die Polizei wegen diverser Ausschreitungen geholt werden müssen. Alkoholexzesse sorgten für Turbulenzen. Von daher hatte der aus Weiden angereiste Wachmann kaum detaillierte Erinnerungen an einzelne Vorgänge.

Danach musste Richter Theißen den Prozess erneut abbrechen. Denn ein wichtiger Zeuge, der bereits am ersten Verhandlungstag unentschuldigt gefehlt und deswegen 300 Euro Ordnungsgeld erhalten hatte, war erneut nicht erschienen. "Jetzt wird er von der Polizei vorgeführt", entschied Theißen. Das Ausbleiben wird sicher teuer. Der Mann muss alle durch seine Ignoranz entstandenen Kosten tragen.

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