Schwandorf
03.02.2019 - 13:54 Uhr

Zoo Friedel: Nachfolger gesucht

Nach einem halben Jahrhundert endet möglicherweise eine Ära. Wenn die Inhaber des Zoos Friedel auch kurzfristig keinen Nachfolger finden, schließt das Geschäft Ende März.

Margareta und Walter Gloßner (von links) haben den Zoo Friedel Jahrzehnte lang geführt. Christine Bovery arbeitet seit 1991 im Geschäft. Wie es ab Ende März weitergeht, ist noch unklar. Die Inhaber suchen derzeit noch nach einem Nachfolger. Gespräche laufen aktuell. Bild: Christopher Dotzler
Margareta und Walter Gloßner (von links) haben den Zoo Friedel Jahrzehnte lang geführt. Christine Bovery arbeitet seit 1991 im Geschäft. Wie es ab Ende März weitergeht, ist noch unklar. Die Inhaber suchen derzeit noch nach einem Nachfolger. Gespräche laufen aktuell.

Als junges Mädchen ging Margareta Gloßner nach der Schule direkt in den Laden ihrer Eltern. Sie liebte die Arbeit dort. Mit ihrem Papa - beide Tierliebhaber - hat sie einst die Abwesenheit der Mama genutzt. Die beiden haben zwischen den Flippern und der Eistruhe Aquarien aufgestellt, ohne das Wissen der Mutter. Das waren die Anfänge in der Fronberger Straße.

Heute ist der Zoo Friedel in der Regensburger Straße beheimatet. Im 400 Quadratmeter großen Raum gibt es Fische, Hamster, Kaninchen, Mäuse, Vögel und Tierfutter zu kaufen. Das Ehepaar Walter (68) und Margarete Gloßner (64) hat die Handlung 1991 offiziell übernommen. Demnächst hören die beiden auf - aus Altersgründen. Im Januar feierte das Unternehmen noch 50-jähriges Bestehen, Ende März ist allerdings Schluss - wenn kein Nachfolger gefunden wird.

Dass es den Zoo Friedel auch in Zukunft gibt, das ist verständlicherweise der größte Wunsch des Ehepaars. Margareta Gloßner sagt: "Eigentlich müssen sich Interessenten nur noch ins gemachte Nest setzen." Ihr Ehemann bemängelt, das vielen einfach der Mut fehle. Und das, obwohl das Geschäft laut dem 68-jährigen prima läuft. Die Inhaber sind derzeit in Gesprächen mit potenziellen Nachfolgern. Spruchreif ist allerdings noch nichts. Die beiden Mitarbeiter, die seit Jahrzehnten bei Zoo Friedel arbeiten wissen schon länger, dass Margareta und Walter Gloßner in Ruhestand gehen - überraschend kommt es also nicht.

Schließt die Zoo-Handlung, so findet es Margareta Gloßner abgesehen von der persönlichen Betroffenheit noch aus einem anderen Grund schade: "Wir haben eine uniforme Gesellschaft. Es gibt Geschäfte, die sind von Hamburg bis zum Bodensee gleich." Dabei würden viele Menschen das Individuelle lieben und schätzen. Wer dem Ehepaar zuhört, merkt, dass das Ende der Ära für ein weinendes Auge sorgt.

Aber auch für ein lachendes. Denn Margareta und Walter Gloßner haben jetzt Zeit für andere Dinge. Der 68-Jährige möchte in jedem Fall reisen. Portugal und Brasilien, das waren schon immer seine bevorzugten Ziele. Ehefrau Margareta hingegen muss nach eigener Aussage "immer ein Schwandorf-Schild sehen". Und sie verrät: "Wir haben uns einen scheuen Kater zugelegt. Das wird eine große Aufgabe. Außerdem werden wir im Februar zum ersten Mal Großeltern. Den Nachwuchs wollen wir natürlich nach Strich und Faden verwöhnen." Der 33-jährige Sohn der Gloßners hat übrigens schon frühzeitig kund getan, dass er das Geschäft nicht übernehmen möchte. Er lebt in Düsseldorf.

 
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