13.12.2018 - 14:29 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Zwei Millionen Euro für Fernwärmering

Die Städtischen Wasser- und Fernwärmeversorgung Schwandorf investiert kräftig. Die Bürger dürfen sich freuen. Denn sie erhalten eine Förderung.

Oberbürgermeister Andreas Feller (rechts) und Werkleiter Walter Zurek (links) überreichten den Neukunden der Fernwärme die Förderbescheide.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Bis zu 5000 Euro an staatlicher Förderung kann bekommen, wer sein Haus an die Fernwärmeleitung anschließt. Über ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk durften sich jetzt vier Kunden der "Städtischen Wasser- und Fernwärmeversorgung" freuen.

Oberbürgermeister Andreas Feller und Werkleiter Walter Zurek überreichten im Rathaus die Förderbescheide an Egon Gruber, Mustafa Özkalayci, Martin Steinkirchner und Manfred Reif. In den Leitungsbau investierte die Fernwärmeversorgung in diesem Jahr knapp eine Million Euro. Das Schwandorfer Fernwärmenetz ist inzwischen auf eine Trassenlänge von 52 Kilometer angewachsen und gehört mit über 700 Kunden und einer Anschluss-Leistung von 42 000 Kilowatt zu den zehn größten in Bayern. "Bis Ende 2019 sind wir bereits ausgebucht, Neuaufnahmen sind erst wieder ab 2020 möglich", erklärt Zurek.

Seit 2009 fördert der Staat nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz die Erweiterungen bestehender Fernwärmenetze. Seitdem macht die "Städtische Wasser- und Fernwärmeversorgung" rege davon Gebrauch. Sie beantragte im April eine Förderung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle und erhielt fünf Monate später einen positiven Bescheid, mit dem die Stadt beim überregionalen Stromnetzbetreiber Tennet die Auszahlung der Förderung von 201 600 Euro beantragte. In dieser Fördersumme sind 35 150 Euro enthalten, die die Städtischen Wasser- und Fernwärmeversorgung Schwandorf (SWFS) anteilig an die Neuanschließer des Jahres 2017 verteilt. Die Rückerstattung ist abhängig von der Länge der verlegten Leitung auf dem Privatgrundstück. Durchschnittlich gibt es 100 Euro pro Meter Fernwärmeleitung als Erstattung. Sie ist allerdings gedeckelt und kann nicht höher ausfallen als die geleistete Zahlung für den Hausanschluss.

Zwei Millionen Euro investiert die SWFS in den nächsten Jahren in den "Fernwärmering Industriegebiet Süd" mit einer Leistung von 7000 Kilowatt. Mit diesem Heizwert ließen sich 450 Einfamilienhäuser versorgen. Die Stadt geht damit erheblich in Vorleistung. Denn die künftigen Abnehmer der Energie sollen sich dort erst ansiedeln oder sind gerade dabei, ihre Betriebe zu erweitern.

Wer mit Fernwärme heize, sei sich seiner Umweltverantwortung bewusst, so Werkleiter Walter Zurek. Er helfe mit, die Umweltbelastungen zu verringern. Die Städische Wasser- und Fernwärmeversorgung Schwandorf ist ein Eigenbetrieb der Stadt. Mit der Versorgung von 700 Kunden ersetzt sie einen jährlichen Heizölbedarf von rund sieben Millionen Liter. Der Heizenergiebedarf der Haushalte wird über Wärmemengenzähler ermittelt und am Ende des Jahres abgerechnet. Die Fernwärme bezieht die städtische Einrichtung aus dem Müllkraftwerk Schwandorf, das seit 22 Jahren in das Leitungsnetz einspeist.

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