Die Sieben-Tage-Inzidenz macht deutliche Sprünge nach oben, das Infektionsgeschehen wächst drastisch. Am 29. Oktober lag die Inzidenz im Landkreis Schwandorf erstmals in dieser Welle über 200, am 6. November bereits über 300. "Heute liegen wir bei 414,9. Wir erleben eine Phase exponentiellen Wachstums", sagt dazu das Landratsamt.
Am Dienstag sind dem Gesundheitsamt 94 neue Fälle bekannt geworden und am Mittwoch bislang mehr als 150 (Stand 16.30 Uhr). Die Gesamtzahl der Infektionen im Landkreisgebiet seit Beginn der Pandemie im März 2020 beträgt im Moment annähernd 10 800. Mit dem Tod zweier Männer erhöht sich die Zahl der Todesfälle auf 177. Betroffen sind ein 83-jähriger Heimbewohner und ein 94-Jähriger, der zu Hause gelebt hatte.
Betroffen sind derzeit auch viele Schulen und drei Seniorenheime in Burglengenfeld, Schwandorf und Nabburg. In einer sechsköpfigen Familie, aus der bislang ein Fall bestätigt war, gibt es drei weitere Fälle.
Die 14. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung wurde mit Wirkung vom Mittwoch zum siebten Mal geändert. Zählt man nicht nur die bisherigen 14 Verordnungen, sondern auch alle dazu ergangenen Änderungen, so gibt es aktuell die 58. Rechtslage zu Corona. Wesentliche Änderungen sind laut Landratsamt: Die Lockerung der Maskenpflicht ab nächster Woche wurde aufgehoben. Es bleibt also bei der Maskenpflicht im Unterricht an allen Schulen.Auch dort, wo 2G gilt, ist der Zugang für minderjährige Schüler, die regelmäßig in der Schule getestet werden, zur eigenen Ausübung sportlicher, musikalischer oder schauspielerischer Aktivitäten zulässig. Anbieter, Veranstalter, Betreiber, Beschäftigte und ehrenamtliche Tätige in der Gastronomie, in der Beherbergung und bei Dienstleistungen, bei denen eine körperliche Nähe unabdingbar ist und die keine medizinischen, therapeutischen oder pflegerischen Leistungen sind, können die Testpflicht auch durch einen täglichen Schnelltest oder Selbsttest erfüllen. Bisher waren wöchentlich zwei PCR-Tests verpflichtend.
Die Zahl der Impfungen steigt wieder an. Nach 575 Impfungen vor zwei Wochen und 600 vor einer Woche wurde in den letzten sieben Tagen vom 3. bis 9. November im Impfzentrum in Nabburg 900 Mal die Spritze angesetzt. Dabei handelt es sich um 240 Erst-, 290 Zweit- und 370 Booster-Impfungen. Die Hausärzte haben in diesen sieben Tagen 1.453 Impfungen verabreicht, und zwar 266 Erst-, 435 Zweit- und 752 Booster-Impfungen.
Dass die Zahlen nicht nur im Landkreis Schwandorf sprunghaft ansteigen und die Situation zu entgleisen droht, belegt die Tatsache, dass in München erneut mit Wirkung zum Donnerstag der Katastrophenfall für ganz Bayern ausgerufen wurde.
„Positiv getestete Personen müssen sich unverzüglich nach Kenntniserlangung des positiven Testergebnisses in Isolation begeben.“ Das regelt die Allgemeinverfügung Isolation mit verbindlicher Wirkung für alle. Das Landratsamt weist deshalb ausdrücklich darauf hin, dass die Isolationspflicht unabhängig von einer Mitteilung des Gesundheitsamtes besteht, und bittet die Bürger um ein verantwortungsvolles Handeln. Das gilt insbesondere in einer Phase der Pandemie, in der es aufgrund der Vielzahl der Fälle nicht mehr möglich ist, jeden einzelnen Fall so abzuarbeiten, wie es im Idealfall wünschenswert wäre. Auch die lückenlose Kontaktnachverfolgung ist nicht mehr gewährleistet. Wenn von den 150 Fällen an einem Tag jeder nur 20 Kontakte in Beruf und Freizeit angibt, dann sind das 3000 Kontakte, die nicht mehr umfassend abgearbeitet werden können. Deshalb wurde das Kontaktpersonenmanagement auch bayernweit umgestellt.















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