13.06.2020 - 18:08 Uhr
SchwarzachOberpfalz

Schwarzachs Ex-Bürgermeister Hans Gradl verstorben

Betroffenheit und Trauer in der Gemeinde Schwarzach: Der frühere Bürgermeister Hans Gradl, auch bekannt und beliebt als DJ Fenkerl, ist tot. Der 53-Jährige verstarb am Samstag in der Nähe seines Anwesens.

Hans Gradl ist tot.
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Tief erschüttert waren am Samstag die Gemeindebürger, Weggefährten, Bürgermeisterkollegen und Freunde des 53-Jährigen, als sich die Nachricht vom plötzlichen Tod Hans Gradls verbreitete. Gegen 9.40 Uhr waren die Beamten der Polizeiinspektion Neunburg nach Altfalter gerufen worden. Da nicht feststellbar war, woran der 53-Jährige gestorben war, wurde nach Auskunft der PI Neunburg - wie in solchen Fällen üblich - der Kriminaldauerdienst der KPI Amberg eingeschaltet. Es gebe jedoch keinerlei Hinweise auf Fremdverschulden oder Gewalteinwirkung. Auch ein Unfall wird ausgeschlossen. Das bestätigte auch Florian Beck, der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz.

Hans Gradl war ein fröhlicher, geselliger Mensch, der nicht nur als Bürgermeister, sondern auch als DJ Fenkerl bekannt war. 1967 in Altfalter geboren und hier aufgewachsen, absolvierte nach der mittleren Reife in Nabburg eine Ausbildung zum Schreiner. Beruflich war er als Vorarbeiter bei der Altenkreither Firma Webutex tätig. Der Ortschaft Altfalter blieb er treu, hier wohnte er mit Ehefrau Petra.

Als DJ Fenkerl bekannt

Der Vater von drei Kindern hatte neben dem Dorf- und Vereinsleben ein großes Hobby: Musik in allen Facetten. Er konnte Freude und gute Laune verbreiten. Als DJ Fenkerl war der Stimmungsmacher über 20 Jahre bei Plattenparties, Polterabenden, Geburtstagen, Hochzeiten, Sportevents und vielen anderen Anlässen "on tour". Begonnen hatte das bei einem Faschingsball der Altfalterer Feuerwehr. Zum absoluten Hit wurde der Auftritt bei der BR-Radltour im Jahr 2016 in Wölsendorf. Die Radler zeichneten das Dorf als Top-Rastplatz aus: Ein Verdienst von DJ Fenkerl. Der Titel wurde im Hofbräuhaus in München verliehen und entsprechend gefeiert.

Für die Menschen da sein, das war auch der Beweggrund für den dritten Bürgermeister, sich im Jahr 2016 nach dem Tod von Bürgermeister Alois Böhm um dessen Nachfolge zu bewerben. "Aus Verbundenheit zur Region und den Menschen, die hier leben", sagte er damals. Drei Bewerber traten an: Hans Gradl, Hubert Jetschmann und Joachim Schießl. Aus der Stichwahl gegen Hubert Jetschmann ging Gradl als Sieger hervor. Drei Jahre übte Gradl das Bürgermeisteramt bis Ende April 2020 aus.

Was ihm am Herzen lag

Als ehrenamtliches Gemeindeoberhaupt von rund 1500 Bürgern wollte Hans Gradl seinen Slogan, der auch auf seiner Bürgermeister-Visitenkarte zu lesen war, leben: "Mit Herz und Leidenschaft für die Heimat". Darunter verstand er, "sich Zeit nehmen für die Bürger und sich die Probleme vor Ort anschauen", formulierte es einmal sein Nachfolger, Bürgermeister Franz Grabinger, der sich vom Tod Gradls erschüttert zeigt. "Ich bin fassungslos. Der Hans war ein herzensguter Mensch".

Dem gelernten Schreiner lag in seiner dreijährigen Amtszeit die Weiterführung der Sanierung des Schloßbauernhofes in Altfalter am Herzen. Der Motor in der Dorfgemeinschaft schob bei den Arbeiten nicht nur an, sondern war auch selbst auf der Baustelle. Das Miteinander von jung und alt, die Vereinsarbeit, das Wir-Gefühl und Bodenständigkeit waren Hans Gradl - selbst jahrelang Landjugend- und 21 Jahre Feuerwehrvorsitzender - wichtig. Ebenso eine intakte Wasserversorgung, für die er sich als Vorsitzender des Zweckverbandes Pretzabrucker Gruppe einsetzte.

Als bei den Kommunalwahlen im März dieses Jahres - Gradl hatte erneut für die FWG Altfalter- Weiding-Richt kandidiert - das Bürgermeisteramt an Franz Grabinger ging, hätte Hans Gradl wieder mehr Zeit für die Familie und sein großes Hobby, die Musik, gehabt. Es waren ihm nur noch wenige Wochen vergönnt. Franz Grabinger hatte seinen Vorgänger erst vor kurzem mit den Worten "Hans Gradl hat die Leute mitgenommen. Vergelt's Gott für alles" verabschiedet. Nicht ganz, denn Gradl leistete auch weiterhin als Bürgermeister-Stellvertreter seinen Beitrag in der Kommune, wollte weiter anpacken. Am Montag wäre der Gemeinderat zu einer Sitzung zusammen gekommen. Sie wurde abgesagt.

Die Musik war Hans Gradls großes Hobby. Als DJ Fenkerl sorgte er für Stimmung und gute Laune.
Hans Gradl (Zweiter von rechts) war bei der Ehrung in München stolz auf die BR-Auszeichnung, war doch Wölsendorf bei der Radltour von den Teilnehmern zum angesagtesten Mittagsrastort gekürt worden.
Die Sanierung des Schlossbauernhofes und seine Umgestaltung zu einem Dorfgemeinschaftszentrum war Hans Gradl (Zweiter von rechts) eine Herzensangelegenheit.

Auszeichnung nach der BR-Radltour

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